Von einstigen Zugbrücken und magischen Kornsäcken - Wertheim entdecken

Der weiße Turm aus dem 15. Jahrhundert und die Zerstörung des Löwensteiner Baus im Jahr 1619 (14)

Wertheim
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Der Weiße Turm: Hier arbeitete der Türmer, der bei Feuer auf der Burg oder in der Stadt mit der außen hängenden Feuerglocke Alarm geschlagen hat. Foto: Birger-Daniel Grein
Foto: Birger-Daniel Grein
Wer den Auf­s­tieg zur Burg ge­meis­tert hat, wird mit ei­nem großar­ti­gen Blick auf die Alt­stadt be­lohnt.

Im Teil 14 der Reihe schauen wir uns die ersten Teile der Burg als Wertheimer Wahrzeichen an. Die Burganlage betritt man über eine steinerne Brücke. Diese stammt von 1785. Zuvor gab es eine hölzerne Zugbrücke. Der Eingangsbereich mit der Zugbrücke stammte wohl aus dem 15. Jahrhundert. In dieser Zeit entstanden auch die beiden Türme neben dem Eingang. Der Eingangsbereich hat sich im Laufe der Jahrhunderte verändert. So ließ Fürst Thomas 1742 bis 1745 die Türme erhöhen.

Gleichzeitig errichtete er in dieser Zeit das neue Archiv im Obergeschoss der Türme. Den Eingang dazu findet man gleich rechts hinter dem Burgtor. In den Räumen des neuen Archivs werden heutzutage unter anderem Ausstellungen gezeigt. Das Archiv besteht aus reichlich verzierten Festsälen. Früher genoss man von dort den Ausblick auf die Stadt.

Glück bei der Jagd

Zum neuen Archiv gibt es auch eine zauberhafte Geschichte: Man erzählt sich, dort habe man einen ledernen Riemen aufbewahrt. Wer ihn trägt, der soll Glück bei der Jagd haben. Außerdem ermögliche er dem Träger, in die Zukunft zu schauen und sich in einen Hasen zu verwandeln.

Läuft man durch das Burgtor, kommt man direkt zum tiefen Brunnen. Er diente der Wasserversorgung der Menschen auf der Burg. Sein Durchmesser beträgt 1,80 Meter. Die erste Schicht Wasser liegt in 18 Meter Tiefe. Der Mainspiegel befindet sich etwa 60 Meter unterhalb der Brückenöffnung.

Auf der Burg findet man auch ein Restaurant. Dies ist im Löwensteiner Bau zu finden. Benannt ist dieser nach der Familie seines Erbauers, Graf Ludwig I. von Löwenstein-Wertheim. Entstanden ist der Löwensteiner Bau um 1600. Bereits 19 Jahre nach der Fertigstellung wurde er jedoch durch eine Pulverexplosion zerstört. 1622 bis 1627 wurde er wieder aufgebaut. Er bestand nach dem Neuaufbau aus hellen Wohnräumen und einem Stall für 16 Pferde im Untergeschoss.

Auch zur Zerstörung des Baus gibt es eine Geschichte: Es soll ein Tag im Jahr 1619 gewesen sein. Eine Magd auf der Burg vergaß beim Schlafengehen, das offene Feuer in ihrer Kammer zu löschen. Als sich dieses ausbreitete, flüchtete sie aus der Kammer. Sie vergaß dabei aber, die Tür hinter sich zu schließen. So bekam das Feuer mehr Sauerstoff und wurde größer. Im Raum neben der Kammer sei das Schießpulver gelagert worden. Durch das Feuer habe sich dieses entzündet, was zu einer Explosion führte. Diese habe den Löwensteiner Bau zerstört. Ob es sich wirklich so zugetragen hat, ist nicht sicher.

Neben dem Löwensteiner Bau steht der Johannesturm. Er wird auch Johannesschnecke genannt. Diesen Namen verdankt er der Wendeltreppe in seinem Inneren, die mit ihrer Form einer Schnecke ähnelt. Über die Treppe erreichte man den, heute zerstörten, Kanzleibau.

In der Nähe sieht man zudem den weißen Turm. Dort arbeitete der Türmer. Zu dessen Aufgaben gehörte es auch, bei Feuer auf der Burg oder in der Stadt Alarm zu schlagen. Am Turm außen hängt die Feuerglocke. Mit dieser konnte der Türmer Alarm geben. Der Turm stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde er umgebaut. Seither befand sich darin auch die Wohnung des Türmers. Der Turmwächter gab auch Signale für den Tagesablauf auf der Burg. So rief er damit beispielsweise die Bewohner zum Frühstück zusammen.

Info: Teil 15 »Wertheim entdecken«: Wohnbauten auf der Burg und das Schicksal der Wettenburg. Alle Teile unter https://www.main-echo.de

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