Von der Hofhaltung aus wird Wertheim »regiert«

Wertheim entdecken: Besondere Bauwerke und Plätze in der Großen Kreisstadt - Spitzer Turm schon immer beliebtes Malermotiv (12)

Wertheim
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Die »Hofhaltung« in der Mühlenstraße. Heute ist hier das Rathaus untergebracht. Foto: Birger-Daniel Grein
Foto: Birger-Daniel Grein
Beliebtes Malermotiv: Wertheims Spitzer Turm. Foto: Birger-Daniel Grein
Foto: Birger-Daniel Grein
Be­vor wir in un­se­rem Rund­gang in der Rei­he »Wert­heim ent­de­cken« hin­auf auf die Burg stei­gen, wid­men wir uns im zwölf­ten Teil der Rei­he be­son­de­ren Bau­wer­ken und Plät­zen.

Schon von weitem zu erkennen ist der Spitze Turm in der Nähe von Main und Tauber. Er stammt aus der Zeit um das Jahr 1200 und wurde 1450 erhöht. Er ist seither 36,50 Meter hoch. Der Spitze Turm ist Teil der Stadtbefestigung. Neben ihm sieht man Teile der Stadtmauer. Früher diente er auch als Gefängnis. Der Turmeingang befand sich in etwa zehn Meter Höhe. Von dort ließ man die Gefangenen durch das sogenannte Angstloch in den unteren Teil des Turms. Im dortigen Verlies mussten sie hinter zwei Meter dicken Mauern ihre Strafe absitzen.

In der Nähe des Spitzen Turms ist der Neuplatz. Der Bereich wird auch Malerwinkel genannt, da der Anblick der schönen Häuser und des Spitzen Turms im Hintergrund Motiv vieler Maler war. Besonders ist das Haus Nummer sechs, es stammt aus dem Jahr 1583 und hatte einen Rundbogen als Eingang. Über den heute vermauerten Zugang sieht man zwei gekreuzte Beile und die Buchstaben H uns S. Diese weisen auf den Metzger Hans Stark hin, der einmal hier wohnte. Auf dem Platz findet man auch Spuren der einstigen Synagoge (siehe Teil elf der Reihe).

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Höhenverlust

Vom Main kommend ermöglicht das Maintor den Zugang über die Maingasse in die Stadt. Es ist eines der frühen 18 Stadttore. Gebaut wurde es zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert. 1883 verlor es 1,5 Meter Höhe. Ursache war das Hochwasser. Mit dem Wasser kam viel Schlamm. Deshalb wurde das Maintor aufgeschüttet. Der Weg durch das Tor lag dann 1,5 Meter höher.

Früher wie heute wichtig ist die »Hofhaltung« in der Mühlenstraße, in der heute das Rathaus untergebracht ist. Sie wurde im 13. Jahrhundert als Stadthof eine Art Außenstelle für weltliche Angelegenheiten des Klosters Bronnbach gebaut. 1613 kam sie in den Besitz der Wertheimer Grafen. Im 17. und 18. Jahrhundert bauten diese die Anlage zu ihrer Hofhaltung aus und verwalteten von dort ihr Gebiet.

1971 kaufte die Stadt Wertheim das Gebäude. 1977 bis 1979 wurde der Flügel im Westen angebaut. Dort findet man heute den großen Arkadensaal. 1990 bis 1992 wurde das Gebäude zum heutigen Rathaus umgebaut. Auf der Tauber-Seite sieht man einen großen Turm. Er ist ein Eckturm der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Im Hof des Rathauses steht eine große Linde, die wahrscheinlich aus dem Jahr 1900 stammt.

Von der Hofhaltung aus führt ein Durchgang zum Rosengarten. In ihm findet man viele verschiedene Rosenarten.  Außerdem gibt es in ihnen einen Ginkgobaum (beim Torbogen) und eine Pyramideneiche (bei der Brücke). Übrigens: Ginkgobäume gab es schon zu Zeiten der Dinosaurier.

Ein besonderes Erlebnis ist es, mit geschlossenen Augen die Duftvielfalt der Rosen zu genießen. Einfach mal ausprobieren. Auf der Straßenseite gegenüber dem Rosengarten führen viele Stufen hinauf zur Burg.

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