Jugend musiziert: Luise und Leopold Braun bereiten sich für Regionalentscheid vor

Vom Lockdown kalt erwischt

Wertheim
3 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Im heimischen Wohnzimmer üben die beiden Schüler Luise und Leopold Braun ihr Programm für den Wettbewerb "Jugend musiziert" an zwei Klavieren.
Foto: Karsten Braun
"Ei­gent­lich wa­ren wir mit­ten in den Vor­be­rei­tun­gen für den 58. Re­gio­nal-Wett­be­werb Ju­gend, der am 23. und 24. Ja­nuar in Schwä­b­isch Hall statt­fin­den soll­te, da hat uns der neu­er­li­che Lock­down kalt er­wischt", sagt Fe­d­ra Bli­do. Ge­mein­sam mit ih­rem Mann Ste­fan lei­tet sie die Mu­sik­schu­le in Wert­heim.

Insgesamt gebe es trotzdem von der Wertheimer Musikschule in diesem Jahr 22 Anmeldungen. "Das ist erneut deutlich mehr als statistisch von uns zu erwarten wäre. Rein rechnerisch würden wir aufgrund unserer Schülerzahl lediglich knapp sechs Schüler entsenden", sagt sie.

Normalerweise wäre in den Weihnachtsferien die Hochphase der Vorbereitung auf den Regionalentscheid mit zusätzlichen Proben in der Musikschule sowie zuhause gelaufen. Doch nun müssen Luise (14) und Leopold Braun (16), die zum dritten Mal als Klavierduo mitmachen, zuhause üben. "Gott sei Dank haben wir vor zwei Jahren zusätzlich ein E-Piano gekauft, das jetzt im Wohnzimmer steht. So dass das Üben zu zweit etwas leichter ist", freut sich Mutter Andrea Braun.

Zunächst in Musikschule geübt

Bis zum Shutdown hätten sie auf zwei Klavieren im großen Saal der Musikschule üben können und Unterricht bei ihrer Lehrerin Fedra Blido gehabt, erklären die beiden Schüler, die bereits Landespreisträger und Gewinner eines dritten Preises beim Bundesentscheid sind.

"Letztes Jahr hatten sie sich für den Landesentscheid qualifiziert, der dann aber pandemiebedingt ja abgesagt wurde", so Blido. Inzwischen sei es allen Beteiligten ziemlich egal, in welcher Form der Wettbewerb ablaufen wird. "Hauptsache, er findet überhaupt statt", sind sich Schüler und Lehrerin einig (siehe Hintergrund). Wann die Aufzeichnung des Videos, das bis 3. März abgegeben werden muss, erfolgen soll, wissen die beiden Schüler noch nicht. "Wir hoffen, dass wir nach den Ferien mehr erfahren." Dabei wird es sicher auch darum gehen, wie der weitere Unterricht ablaufen soll. "Vermutlich wird er wieder online oder per Face-Time laufen. Das hat auch beim ersten Lockdown ganz gut geklappt",  sagen sie übereinstimmend.

Weitere Schüler

Angemeldet hätten sich auch Schüler von ihr im Bereich Klavier vierhändig und in den Duo-Kategorien Klavier und Violoncello (zweiter Lehrer: Joachim Brandl) sowie Klavier und Violine. Hier sind das die elfjährige Violinistin Theresa Genise, die von Lehrer Sinn Yang unterrichtet wird, und ihre gleichaltrige Begleiterin Paula Klomp. Seit Oktober spielen die beiden zusammen, berichtet Theresa Genise im Gespräch mit unserem Medienhaus. Die Probenarbeit sei im vergangenen Jahr nicht einfach gewesen, berichtet sie, denn man habe sich an viele Vorgaben halten müssen.

"Trotzdem haben wir uns zweimal in der Woche zum gemeinsamen Unterricht getroffen", erklärt sie. Nach den Ferien wird das wohl alles wieder online stattfinden, vermutet die Violinistin, für die es bereits die dritte Teilnahme an dem Wettbewerb ist. "Einmal war ich als Solistin und einmal im Duo mit einer anderen Violinistin dabei", erklärt die Elfjährige, die sich trotz der jetzt zu erwartenden Schwierigkeiten auf die Teilnahme an dem Wettbewerb freut.

Weiter sind aus Wertheim Schüler in den Solo-Kategorien Trompete und Horn (Lehrer: Michael Geiger), Blockflöte (Marion Lohmann) sowie Gitarre (Amandine Affagard-Galiano) zum Regionalentscheid angemeldet. Ganz besonders freut sich Blido über die Tatsache, dass erstmals auch zwei Schüler aus der Klasse der Oboenlehrerin Verena Hillenbrand angemeldet wurden.

Tolle Entwicklung

"Die beiden jungen Talente Lea Steude und Leonie Marques gehören zur Altergruppe Ib und spielen seit rund einem Jahr Oboe", berichtet die Lehrerin. Sie hätten ohne Vorkenntnisse mit diesem besonderen Holzblasinstrument begonnen und in kurzer Zeit eine tolle Entwicklung genommen, lobt sie. Auch wenn sie alle bedauerten, dass es nicht möglich ist, die Fortschritte ihrer Schützlinge beispielsweise im traditionellen Vorbereitungskonzert zu präsentieren, freuten sie sich, dass mit der jetzt beschlossen Videoaufnahme der Wettbewerb stattfinden wird. Mit technischer Unterstützung eines Kollegen aus der Musikschule werde sie die Aufnahme voraussichtlich Anfang März erstellen, kündigt Hillenbrand an. "Solange werden wir im Onlineunterricht an den instrumentenspezifischen Grundlagen weiterarbeiten und das Programm für den Wettbewerb verfeinern."

Hintergrund: Jugend musiziert 2021

Klarzustellen bleibt, dass die Informationen, die diesem "Hintergrund" zugrunde liegen, ausschließlich für die Region Main-Tauber, Hohenlohe und Schwäbisch Hall gelten. Andere Regionen haben unterschiedliche Lösungen verabredet, wobei überall die Regionalwettbewerb per Video und nicht im Präsenzvorspiel stattfinden werden.

In der Region gibt es diesmal 99 Anmeldungen, was etwas weniger ist als sonst, wo die Anmeldezahlen zwischen 120 und 130 Kindern und Jugendlichen lag. Die Musikschule Wertheim hat diesmal 21 Anmeldungen in Schwäbisch Hall sowie eine in Würzburg. "Das ist das Vierfache dessen, was statistisch zu erwarten wäre. Diese Zahl liegt für Wertheim bei rechnerisch 5,65 Schülern", erklärt Musikschulleiterin Fedra Blido.

Der Regionalwettbewerb wird für alle Altersgruppen als Video-Wettbewerb stattfinden. Für alle aus den Altersgruppen I und II (bis elf Jahre) müssen die Programme in Digitalform bis 3. März abgeschickt werden. Wobei nicht nur für die AG I, bei der es noch nie eine Weiterleitung gab, sondern auch für AG II in diesem Jahr der Landeswettbewerb entfällt. "Regional ist für beide Altersgruppen auf Regionalebene Schluss, auch wenn die Teilnehmer einen ersten Preis mit 23 bis 25 Punkten erreichen."

Für die AG III bis VII (ab zwölf bis 21 Jahre) werden die Aufnahmen nicht nur an die Regional-, sondern automatisch auch an die Landesjury geschickt. "Somit findet die Regional- und Landesphase gemeinsam statt. Die Besten mit einer Bewertung zwischen 23 und 25 Punkten erhalten eine Weiterleitung zum Bundeswettbewerb", berichtet die Schulleiterin. Der Bundeswettbewerb soll nach Möglichkeit als Präsenzveranstaltung stattfinden, wobei noch nicht sicher ist, wann er stattfinden wird. "Die Rede ist von Herbst, das steht allerdings noch nicht fest." (riff)

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!