Vielfältige Erlebnisse in der Natur

Biodiversitätslehrpfad:Offizielle Eröffnung in Tauberbischofsheim - 3,6 Kilometer lange Strecke - 16 Stationen für alle Generationen

Tauberbischofsheim
3 Min.

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Groß war das Interesse an der Einweihung des Biodiversitätslehrpfads in Tauberbischofsheim. Fotos: Birger-Daniel Grein
Foto: Birger-Daniel Grein
Beim Arboretum des Biodiversitätslehrpfads erfahren Besucher viel Wissenswertes über heimische Baumarten und Baumgesellschaften.
Foto: Birger-Daniel Grein
Am Stamm­berg ist nun der ers­te fer­tig­ge­s­tell­te Bio­di­ver­si­täts­lehrpfad im ge­sam­ten Re­gie­rungs­prä­si­di­um Stutt­gart zu fin­den. Er ist rund 3,6 Ki­lo­me­ter lang, wei­test­ge­hend bar­rie­re­f­rei und um­fasst 16 Sta­tio­nen zum In­for­mie­ren, Aus­pro­bie­ren und Ent­de­cken für al­le Ge­ne­ra­tio­nen.

Am Mittwoch wurde er mit Reden und Rundgängen aller am Projekt beteiligten offiziell in Dienst gestellt.

Anette Schmidt, Bürgermeisterin der Stadt Tauberbischofsheim, zitierte einleitend Richard von Weizsäcker: »Wir haben die Natur von unseren Eltern geerbt. Wir haben sie aber auch von unseren Kindern geliehen.« Sie verwies auf eine Feststellung der Leopoldina, die nationale Akademie der Wissenschaften, zum Artenrückgang in Deutschland und weltweit. »Der Rückgang führt zum Verlust von Gütern, Leistungen und Werten für den Menschen, er bedroht unser gesamtes Ökosystem.« Dies sei erschreckend und mache deutlich, wie enorm wichtig Projekte wie der Biodiversitätslehrpfad für uns alle seien.

»Wir haben hier noch ein wunderbares Stück Natur im Stadtwald Stammberg.« Seit 1937 sei dort ein Naturschutzgebiet ausgewiesen, das immer wieder erweitert worden sei und zu den ältesten und größten Naturschutzgebieten in Baden-Württemberg zähle. »Es erfüllt mich mit Stolz, dass wir dieses wunderbare und vielfältige Stück Natur für die Zukunft bewahren werden.«

»Wie ein Samenkorn«

Man habe einen Erlebnisort für die Bürgerinnen und Bürger und die Gäste der Region geschaffen. »Ich hoffe, dass die Besucherinnen und Besucher ganz viel Information mitnehmen und dass das Wissen und das Umweltbewusstsein in der Bevölkerung dadurch größer werden. Wie ein Samenkorn, das aufgeht.« Man schütze nur, was man liebe und man liebe nur, was man kenne, betonte die Bürgermeisterin.

Dank sprach sie allen am Projekt beteiligten und Unterstützern aus, insbesondere Sabine Münch, Leiterin der Stabsstelle Kultur und Tourismus Tauberbischofsheim. Sie hatte den Lehrpfad initiiert und mit großem Einsatz umgesetzt. »Sie konnte alle Interessengruppen rund um den Wald für das Projekt begeistern.« Zu den Engagierten gehörten auch die Kinder des Waldkindergartens Tauberbischofsheim.

Schmitt blickte auf die Entstehung des Lehrpfads zurück. Dieser werde auch dynamisch weiterentwickelt. »Viele tolle Ideen wie Barfußpfad und Achtsamkeitsweg warten noch auf ihre Umsetzung.« Manches, wie der Schleichpfad für Kinder oder der Zaun um den Mammutbaum, der verdeutlichen soll, wie groß der Baum werden kann, seien noch nicht ganz fertig. Dank zollte sie auch dem Regierungspräsidium Stuttgart, das den Förderantrag positiv beschieden hat. Das Land-Baden-Württemberg fördere die Maßnahme mit 55.000 Euro Festzuschuss.

Kurt Mezger, Abteilungspräsident ländlicher Raum beim Regierungspräsidium, erklärte, es gebe aktuell Planungen für 29 Biodiversitätslehrpfade in Baden-Württemberg, davon acht im Einzugsgebiet des Stuttgarter Regierungspräsidiums. Je Landkreis soll es nur einen geförderten Pfad dieser Art geben. Laut Förderrichtlinie müssen diese zwei bis acht Kilometer lang sein und vier bis 16 Stationen mit Schautafeln oder interaktiven Elementen beinhalten, die geeignet sind, fundiertes Wissen über Biodiversität und deren Schutz zu vermitteln. Gleichzeitig müssen Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität im Lehrpfad getroffen werden.

Konzentration auf Thema Wald

Die Besonderheit des Tauberbischofsheimer Lehrpfads sei die Konzentration auf das Thema Wald. Lob hatte er für die Umsetzung, aber auch die digitalen Elemente. Unter anderem können über QR-Codes Quizfragen abgerufen oder Geschichten in Mundart gehört werden. Auf dem Weg werden die jungen Besucher analog und digital von Eule »Liddi« begleitet.

Münch ging auf die ergänzenden digitalen Angebote des Lehrpfads ein, die man verwaltungsintern über die Internetseite der Stadt und QR-Codes auf den Schildern umgesetzt hat. Zu den Quizfragen von Liddi erklärte sie, diese könne man durch die Digitalisierung im Lauf der Jahreszeiten leicht ändern. »Durch immer wieder neue spannende Fragen können wir Familien immer wieder zurück in den Wald holen.« Dieser sei auch im Herbst und Winter ein spannender Erholungsraum.

Beim anschließenden Rundgang zeigten sich alle am Projekt Beleidigten sowie Gäste begeistert vom Ergebnis.

Hintergrund: Biodiversitätslehrpfad Tauberbischofsheim

Die Antragsstellung für das Förderprogramm »Blühflächen und Biodiversitätspfade« erfolgte am 26. Februar 2021, der Zuwendungsbescheid kam am 30. September 2021 an, Zuschuss 55.000 Euro. Durch den hohen Personaleinsatz und die über die Folgejahre andauernde Pflege beträgt der Eigenanteil der Stadt Tauberbischofsheim, laut deren Angaben, ebenfalls mindestens 30.000 Euro.

Umsetzungsbeginn war im November 2021 mit der Pflanzung von Arboretum und Klimaschutzprojekt. Ab Frühjahr 2022 wurden dann Blühwiesen gesät und die Gras-Kraut-Säume gerodet. Von Mai bis Juli 2022 erfolgte die Erstellung und der Aufbau der Schilder und die Digitalisierung der Schilder mit QR-Codes und hinterlegten zusätzlichen Informationen. Am Projekt beteiligt sind: Stadt Tauberbischofsheim, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) Kreisverband Main-Tauber, Nabu Tauberbischofsheim, Landesforstverwaltung, Jagdpächtergemeinschaft, verschiedene Firmen und Kiwanis Service Club als Spender des Schleichpfades.

Strecke 3,6 Kilometer, überwiegend barrierefrei (mit Outdoor-geeigneten Hilfsmitteln sind dann auch Arboretum, Fuhrmannsloch, Mammutbaum, Rochlitzbuche erlebbar), zwei Rettungspunkte (Waldparkplatz, Stammbergkapelle), 16 Stationen zu Natur, Sagen und Geschichte, darunter mehrere Mitmachstationen wie ein Schleichpfad für Kinder, bei dem es viele Tiere zu entdecken gibt. Der Schleichpfad soll auch die Aufmerksamkeit des Nachwuchses schulen. ()

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