Viel Show, aber wenig Tanz

Unterhaltung: In »Best of Irish Dance« erleben die Zuschauer in der Main-Tauber-Halle die Geschichte des Stepptanzes

Wertheim
3 Min.

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Lange Reihen von Stepptänzern waren am Freitag bei »Best of Irish Dance« in der Main-Tauber-Halle eher selten zu sehen.
Foto: Michael Geringhoff
Es geht um die Clicks, im In­ter­net wie auch beim Irish Dan­ce - bei­des ist im Mo­ment ziem­lich en vo­gue. Irish Dan­ce, wie er der­zeit po­pu­lär ist, ist un­ge­fähr so alt wie das In­ter­net. Am Frei­tag gas­tier­ten die »Best of Irish Dan­ce« in Wert­heim vor aus­ver­kauf­ter Hal­le und lie­fer­ten ihr Pro­gramm, wie sie es bis zum April je­den Abend in ei­ner an­de­ren Stadt tun wer­den.
Ein kräftezehrendes Programm, das - wenn es durchgehalten werden will - kräftesparend aufgeführt werden muss. Das bedeutete für die Gäste in Wertheim, dass jene, die gehofft hatten, den ganzen Abend über lange Reihen von steppenden Tänzern auf der Bühne zu sehen, wahlweise enttäuscht oder überrascht wurden. Die Künstler präsentierten eine Show rund um das, was man heute unter Irish Dance versteht.
Was gab es also? Zuerst einmal eine leere Bühne mit Getrommel, Licht, Nebel und einer Stimme aus dem Off, die die Zuschauer in die Geschichte einführte. Nicht die Geschichte des Irish Dance, sondern die zweier Liebender, die den Abend über zueinander finden würden - Kate und Patrick. »Dance Master« sind aufs Land gekommen und haben den Bauern erste Tanzschritte beigebracht, das Ganze ist ungefähr 200 Jahre her. Deutlich verändert ist das später noch einmal worden durch die Einflüsse des französischen höfischen Gesellschaftstanzes.
An Musical angelehnt
Davon schwieg die Show, vielleicht wollen die Veranstalter das aber noch nachholen, wenn sie etwas über Asterix und Obelix machen oder über die Eskapaden der letzten französischen Präsidenten. Im Moment hat der Veranstalter unter anderem noch Michael Jackson im Programm, die Blues Brothers, die Bee Gees, Freddy Mercury und einen Sampler über die Welt des Musicals.
Banjo statt Fiddle
Einen kleinen Ausschnitt daraus hat auch der Abend in Wertheim gezeigt, denn die zunächst schwierige Liebesgeschichte zwischen Patrick und Kate erinnerte in Teilen durchaus an die West Side Story. Gekämpft wurde übrigens auch, sozusagen: Irish Dance-Battle. Alles in allem war der Abend auch ein Spiel auf Zeit.
Wie füllt und belebt man die Bühne, wenn man zu Irish Dance geladen hat, das aber kräftemäßig unmöglich die ganze Zeit über durchhalten kann? Man lässt singen, etwas von Van Morrison und man lässt eine etwas schüchterne, junge Dame Banjo spielen, da wo Fiddle vielleicht auch ganz schön gewesen wäre. Es gab bunte Paillettenkleider und diverse Kostümwechsel, ein bisschen Irish-Techno-Dance, Soli der Vortänzer und erst ganz zum Ende hin das, was das Gros im Publikum eigentlich erwartet hatte, nämlich lange Reihen von Tänzern, die im Gleichklang steppen und die Bühne erbeben lassen.
Die etwas verhaltene Stimmung im Saal war dann, ganz zum Ende, hin auch verflogen und das Publikum war begeistert dabei. Nur: »Ende gut, alles gut«, reicht das wirklich für einen ganzen Abend? Michael Geringhoff
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