Städtisches Förderprogramm gegen Leerstand in Wertheimer Innenstadt

Stadt unterstützt neue Ladengeschäfte

Wertheim
1 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Mit einem Förderprogramm unterstützt die Stadt Wertheim den Einzelhandel, um Leerstände in den Geschäftslagen zu vermeiden.
Foto: Heinz Scheid
Vie­le Be­su­cher aus nah und fern kom­men im Som­mer in die Wert­hei­mer Alt­stadt. Das kann aber nicht über die an­hal­ten­den Pro­b­le­me des ört­li­chen Ein­zel­han­dels hin­weg­täu­schen. Das Rat­haus un­ter­stützt des­halb neue Ge­schäf­te in der In­nen­stadt.

Die wachsende Konkurrenz durch den Onlinehandel, kleinteilige Gebäudestrukturen, schwierige Suche nach Betriebsnachfolgern: das sind Probleme, die dem innerstädtischen Einzelhandel zu schaffen machen. Wenn Ladeninhaber aufgeben, drohen Leerstände in den Geschäftszeilen.

Aus dem 2015 gestarteten Programm wurden bisher 17 Zuschussanträge bewilligt, davon fünf im Jahr 2019, teilt die Stadt mit. Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez sieht darin "ein wirkungsvolles Instrument zur Vermeidung von Leerständen", heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus.

In Wertheim kämpfe der Einzelhandel mit den gleichen Problemen wie in vielen anderen Klein- und Mittelstädten. Die kleinteilig strukturierte Innenstadt mit ihrem historischen Gebäudebestand biete zu wenig geeignete Fläche für Filialisten. Hinzu kämen Hochwassergefahr und Denkmalschutz. Auch deshalb sei es für Traditionsbetriebe schwer, Nachfolger zu finden.

Mit ihrem Förderprogramm will die Stadt Anreize schaffen und finanziellen Ausgleich bieten. "Für mehrere leerstehende Ladengeschäfte konnten wir so eine attraktive Nachnutzung sicherstellen", sagt Wirtschaftsförderer Jürgen Strahlheim. 2019 seien bisher über 15000 Euro bewilligt worden und man sei zuversichtlich, demnächst weitere Anträge bewilligen zu können.

Die Förderung besteht aus einem Zuschuss. Er wird drei Jahre lang gezahlt und beträgt pauschal bei Betrieben mit bis zu 75 Quadratmeter 900 Euro pro Jahr und bei größeren Betrieben 1200 Euro pro Jahr. Voraussetzung sind "zentrenrelevante Sortimente". Dazu gehören Bücher, Papier- und Schreibwaren, Spielzeug, Bekleidung, Sportartikel, Kunstgewerbe, Haushalts- und Drogeriewaren sowie Nahrungs- und Genussmittel.

Weitere Voraussetzungen sind ein Mietvertrag für Gewerbeflächen mit einer Laufzeit von mindestens drei Jahren und die Mitgliedschaft im Verein Stadtmarketing Wertheim. Förderfähig sind Neueröffnung, Neuansiedlung und Fortführung von Ladengeschäften und sonstigen Gewerbebetrieben im Fördergebiet, das weitgehend deckungsgleich mit dem Sanierungsgebiet Kernstadt ist. Das Rathaus unterstützt Interessenten auch bei der Suche nach Gewerbeflächen.

Die Belebung der Wertheimer Innenstadt ist ein Dauerthema. Ende Juni diskutierte der Stadtmarketingverein eine Reihe von Ideen, wie auf den Strukturwandel im Einzelhandel reagiert werden könnte. Etwa mit einer Innenstadt-Kampagne, Veränderungen bei den Parkgebühren und Verbesserung der Aufenthaltsqualität.

In der Versammlung äußerte auch Oberbürgermeister Herrera Torrez einige Überlegungen, was für das Erscheinungsbild der Innenstadt getan werden könnte. Er nannte unter anderem die Blumengestaltung, Sitzgelegenheiten und Stärkung der historischen Bausubstanz als Aufgabenfelder.

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!