Solistisch und im Quartett brillant

Nassiger Gesangsverein: Zum 25. Bestehen gastiert die Berliner A-cappella-Formation »Gretchens Antwort«

Wertheim
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»Gretchens Antwort«, eine relativ neue und sehr talentierte Jung-Frauen-A-Cappella-Formation aus Berlin, gastierte am Freitag in Nassig. Foto: Bernd Dorbath
Foto: Bernd Dorbath
Seit 25 Jah­ren gibt es den Nas­si­ger Ge­sang­ve­r­ein in sei­ner jet­zi­gen For­ma­ti­on, den »Nas-Sin­gers". Zu die­sem sil­ber­nen Ju­bi­läum mach­te der Ve­r­ein sich selbst ein mu­si­ka­li­sches Ge­schenk und en­ga­gier­te »Gret­chens Ant­wort«, ei­ne re­la­tiv neue und sehr ta­len­tier­te Frau­en-A-cap­pel­la-For­ma­ti­on aus Ber­lin.
Hunderte von Geburtstagsgästen füllten am Freitag die Wildbachhalle. Mit ihrem aktuellen Programm »Liebesleben« touren die Vier derzeit unter anderem in Nassig und Nürnberg.
Den ersten Stein im Brett hatten die Gretchen, wie sie sich selbst bezeichnen, als sie dem Jubiläumschor vom Publikum ein Geburtstagsständchen singen ließen. So jung sie auch sind, die Gretchen, musisch und gesanglich sind sie weit entwickelt, weitab vom Mainstreamgesang, wie man ihn beispielsweise von Castingsendungen privater Sender kennt - was sicher auch an dem Kontext von Kultur, Theater und Literatur liegt, dem sie beruflich oder privat entstammen.
Solistisch und im Quartett brillierte jede Einzelne genauso bei den mehrstimmigen Arrangements - vielfach aus der Feder von Sophie Gaffrontke. Nicht nur die Perfektion der Einzelstimmen behagte dem Publikum, sondern auch die Intonation des Ensembles, die dank des breiten Frequenzspektrums von Steffi Kleins angenehmem Sopran über die Mezzosopranistinnen Jessica Jorgas und Sophie Gaffrontke bis »hinunter« zu Anne Stablers Kontra-Alt (nicht nur für die Beatbox bestens geeignet) reichte.
Schauspielerische Qualitäten
Zum Gesang kamen auch gute schauspielerische Qualitäten, etwa Marilyn Monroes Attitüde ihres Songs »Diamonds are a girls best friends«, Hildegard Knefs Lebensresümee »Für mich soll's rote Rosen regnen« oder mit einer schimpfenden Nina Hagen bei »Du hast den Farbfilm vergessen«.
Queenklassiker und ein Beatlesmedley, Eurythmics und die Songs der 80er, Cohens »Halleluja« - sie wurden alle authentisch vorgetragen, ebenso die Lieder der Comedian Harmonists.
Exakt und professionell
Bei aller Sing- und Spielfreude geht es bei den Berlinerinnen ganz exakt und professionell zu: In die Stille des Einstimmens hinein knarzt eine Hallentür, gleich darauf klingelt ein schnurloses Telefon - die Gretchen nehmen es mit Humor, und Steffi Klein (die Frau mit der Stimmgabel), gibt noch einmal die Töne vor.
Was folgte waren spannende und komplexe, dabei wunderschöne Arrangements, Hip-Hop vermischt mit Barock, »Gretchen am Spinnrade« von Schubert .
Zugaben wurden zuhauf gefordert und eingelöst. Höchste Zeit, eine CD zu produzieren: das aktuelle Vorhaben von »Gretchens Antwort«. Die Formation holte seit ihrer Gründung vor drei Jahren immer wieder erste Preise, darunter etwa in diesem Jahr den ersten Platz bei der »Scala Vokal« des schwäbischen Chorverbandes in Ludwigsburg oder den ersten Platz in der Kategorie »Vocal Bands 1n Stuttgart. Dort kam auch der Kontakt zu den »Nas-Singers« zustande, die »Gretchens Antwort« kurzerhand für ihr Jubiläum buchten.

bÜber die weiteren Jubiläumsfeierlichkeiten in Nassig berichten wir in der Dienstagsausgabe.
Bernd Dorbath
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