Sonntag, 25.10.2020
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So geht der Main-Tauber-Kreis mit der Erkrankung durch den neuen Corona-Virus um

Bürgertelefon ausgeweitet, Krankenhäuser vorbereitet

Main-Tauber-Kreis
Corona
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Patienten mit Symptomen, die auch auf das Coronavirus hindeuten können, wird in der Wertheimer Rotkreuzklinik schon am Eingang der Weg gewiesen.
Foto: Matthias Schätte
Die Rotkreuzklinik Wertheim hat Vorkehrungen für den Fall getroffen, dass sich Patienten mit Verdacht auf das Coronavirus im Krankenhaus melden. Fotos: Matthias Schätte
Foto: Matthias Schätte
Seit Mittwochnachmittag gibt es auch im Main-Tauber-Kreis die erste bestätigte Infektion mit dem neuen Coronavirus.

Unterdessen hat der Leiter des Gesundheitsamts, Heiner Thierolf, zu Ruhe und Besonnenheit aufgerufen. Die Gefahr, sich mit der neuen Atemwegserkrankung anzustecken, sei »moderat«, wird er von der Pressestelle des Landratsamts zitiert.

»Das Zusammenwirken der Gesundheitsbehörden beim Auftreten von Infektionskrankheiten ist in Baden-Württemberg gut eingespielt«, erklärte Thierolf. »Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland durch die neue Atemwegserkrankung wird nach wie vor als grundsätzlich moderat bewertet. Dies ist auch vor dem Hintergrund der aktuell grassierenden Grippewelle (Influenza) zu sehen, die viele Menschen zum Teil mit schweren Krankheitsverläufen betrifft«, sagte Thierolf weiter.

Das Bedürfnis der Menschen im Kreis nach Informationen, wie man sich im Falle einer möglichen Infektion verhalten soll, sei groß, wie Landratsamtssprecher Markus Moll sagte. Das Bürgertelefon werde rege genutzt, berichtete er. Vor dem Hintergrund der dynamischen Entwicklung bei der Ausbreitung des Coronavirus werde das Landratsamt deshalb ab Donnerstag, 5. März, die Erreichbarkeit des Bürgertelefons für Fragen aus der Bevölkerung ausweiten, kündigte er an.

Das Bürgertelefon ist dann montags bis freitags von 8.30 Uhr bis 18 Uhr geschaltet. Die Telefonnummer lautet 09341/824010. Hier gibt es Antworten und Hinweise zu Themen wie Symptome und Inkubationszeit oder der Frage, wie man sich vor einer Ansteckung schützen kann. Des Weiteren können sich Bürger täglich - auch am Wochenende - zwischen 9 und 18 Uhr unter der Telefonnummer 0711/904-39555 an eine Hotline des Landesgesundheitsamts wenden. Das Landratsamt Main-Tauber-Kreis bietet zudem fortlaufend aktualisierte Informationen und Links unter www.main-tauber-kreis.de/coronavirus an. Zudem hat das Landratsamt in all seinen Dienstgebäuden aktuelle Aushänge mit Verhaltenshinweisen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung anbringen lassen.

Bei einem begründeten Verdachtsfall auf eine Infektion mit dem Coronavirus sind die Abläufe klar geregelt: Die Praxen des kassenärztlichen Notfalldienstes nehmen bei begründeten Verdachtsfällen in Wertheim Kontakt mit der Rotkreuzklinik auf. Im Krankenhaus kann dann gegebenenfalls ein Rachenabstrich bei dem Patienten gemacht und zur Untersuchung in ein Labor geschickt werden.

Das Tauberbischofsheimer Gesundheitsamt fragt in einem solchen Fall die klinisch-epidemiologischen Kriterien des Betroffenen ab. »In begründeten Verdachtsfällen und in bestätigten Fällen ermittelt das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen der Betroffenen und klärt das weitere Vorgehen ab«, erläuterte Landratsamtssprecher Moll die Abläufe. Bestätigte Fälle werden vom Kreisgesundheitsamt an das Landesgesundheitsamt gemeldet.

Isolationszimmer eingerichtet

Unterdessen haben sich die Krankenhäuser im Landkreis auf mögliche Patienten mit dem Coronavirus  vorbereitet. In den Häusern der Regelversorgung - der Rotkreuzklinik Wertheim, dem Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim, dem Krankenhaus Tauberbischofsheim und der Diabetes-Klinik Bad Mergentheim - wurden Isolationszimmer eingerichtet. In der Wertheimer Rotkreuzklinik wurden auf der zweiten Ebene des Gebäudes insgesamt vier Isolationszimmer eingerichtet, berichtet Monisha Das, Pressesprecherin der Klinik. »Die Räume wurden auf einer interdisziplinären Station der Inneren und der Allgemeinmedizin geschaffen«, erläutert sie die Vorkehrungen. Als Isolationszimmer ausgelegt, werden sie jeweils nur mit einem Patienten belegt.

Das Hygienemanagement des Wertheimer Krankenhauses habe in den vergangenen Tagen zudem das Personal geschult und Informationen herausgegeben, wie mit Verbrauchsmaterialien wie Mundschutz umzugehen sei, informierte Das. Im Krankenhaus seien ausreichend Verbrauchsmaterialien vorhanden, meinte sie. Zudem gebe es vermehrt Aushänge mit Handlungsempfehlungen zu Händedesinfektion.

Hintergrund: Auswirkungen auf Tourismus unklar

Nach der Absage der Internationalen Tourismusbörse ITB in Berlin wegen des neuen Coronavirus wird der Tourismusverband »Liebliches Taubertal« neue Vertriebswege für Broschüren und digitale Medien zu Urlaubsangeboten im Landkreis Main-Tauber prüfen. Darauf hat Geschäftsführer Jochen Müssig jetzt hingewiesen. Der Besuch der ITB in Berlin sei »ein wichtiger Baustein« im Marketingkonzept der Ferienregion, will Müssig jetzt nicht nur die Onlinewerbung intensivieren, sondern auch bundesweit mit Anzeigen in Presseerzeugnisse gehen, in Fachzeitschriften und unter Busunternehmen werben.

Diese veränderte Marketingstrategie sieht Müssig als notwendig an, um das »Liebliche Taubertal« trotz der Absage der ITB als Ferienregion im Gespräch zu halten.

Ob sich das Coronavirus negativ auf den Tourismus in der Region auswirke, bleibe abzuwarten, so Landratsamtssprecher Markus Moll. So sei etwa auch der Effekt denkbar, dass sich Touristen statt für Fernreisen verstärkt für einen Urlaub in Deutschland entschieden. (gufri)

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