Sinn Yang folgt in Wertheim Bachs Sonaten

Kultur

Wertheim
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Die Geigerin Sinn Yang in der Wertheimer Stiftskirche. Foto: Elita Schrenker
Foto: Elita Schrenker
»Fol­low me with Bach«, ein Spa­zier­gang durch des­sen So­na­ten und Par­ti­ten für Vio­li­ne So­lo, hieß es in ei­ner Ein­la­dung des Kul­tur­k­rei­ses Wert­heim für den ver­gan­ge­nen Sonn­tag in die Stifts­kir­che.

Die in Würzburg geborene Koreanerin Sinn Yang, die unter anderem an der Städtischen Musikschule Wertheim unterrichtet, gab mit ihrem Soloauftritt einen Einblick in Werke des Komponisten, die man bisher selten im Gotteshaus zu hören bekommen hat.

Die virtuose Beherrschung ihres Instruments fand bei den Konzertgästen höchste Anerkennung. Sie habe diesen Zyklus im vergangenen Jahr unter anderem im Käppele und in der Bahnhofshalle in Würzburg gespielt, erzählte Yang.

Kurze Erläuterungen

Die Partita I in h-Moll sei eine Abfolge von Texten, die harmonische Umstimmung der beiden Sätze werde als »Double« bezeichnet. Auch zu den anderen Vorträgen gab sie eine kurze Erläuterung: Bei der Sonate II in a-Moll handle es sich um eine ungewöhnlich lange Melodie. Hier habe Bach drei Stimmen für die Geigen komponiert. Als »Highlight« bezeichnete sie die Partita II in d-Moll. Hier werde in der »Allemanda« ein Bogen zu den letzten Tönen der Ciaccona gespannt. Von Yehudi Menuhin stamme der Satz, wenn er in der Sixtinischen Kapelle diese Partita nur schön genug spielen könnte, wäre auf der Welt Friede.

Zum Schluss spielte Yang aus der Partita III in E-Dur das Preludio, das im Zuge der Umarbeitung von Violin- zu Klavierwerken in Leipzig später als Eingangssatz für die Trauungskantate »Herr Gott, Beherrscher aller Dinge« verwendet wurde. Wieder etwas später bekam dieser Satz seinen festen Platz als Eingangssymphonie der 1731 entstandenen Kantate 29 »Wir danken dir, Gott, wir danken dir«.

Heiterer Abschuss

Den heiteren und lebhaften Abschluss bildete die Gigue. Diese Satzbezeichnung leitet sich zum einen von der mittelalterlichen »Giga« und der französischen »Gigue« (Geige) und zum anderen vom altfranzösischen »giguer« (herumtollen) ab. Lebhafter und anerkennender Applaus und offensichtlich großzügige Geldspenden, die vom Leiter der Musikschule, Stefan Blido, mit den launigen Worten »es darf ruhig knistern, nicht klimpern« angeregt wurden, waren die Resonanz auf dieses Konzert, das mit Unterstützung der Städtischen Musikschule und der Stadt Wertheim ermöglicht wurde.

Hintergrund

Die Geigerin Sinn Yang in der Wertheimer Stiftskirche. Foto:

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