Schwere Unwetter behindern Verkehr und Schifffahrt

Unglücksfälle: Umgestürzte Bäume, überschwemmte Straßen und eingeschränkte Schifffahrt

STUTTGART
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Ein Mitarbeiter einer Baumpflegefirma zersägt vor dem Opernhaus der Stuttgarter Staatsoper einen umgestürzten Baum. Foto: Marijan Murat/dpa
Foto: Marijan Murat

Nach den heftigen Gewittern im Südwesten bleibt die Schifffahrt auf dem Neckar eingestellt. Bereits seit Montagnacht geht auf dem Fluss nichts mehr, weil der Wasserstand durch die starken Niederschläge innerhalb kurzer Zeit angestiegen ist und weiterhin hoch bleibt. Derzeit liege der Pegelstand zum Beispiel bei Plochingen bei 2,50 Metern. Er müsse aber 1,60 Meter erreichen, um eine sichere Schifffahrt zu garantieren, sagte Johanna Reek, die Sprecherin des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Baden-Württemberg, am Mittwochmorgen. Im Stuttgarter Raum sei nicht mit einem Neustart für die Schifffahrt im Laufe des Mittwochs zu rechnen, am unteren Neckar bei Heilbronn sei das dagegen möglich.

Rund 1100 Notrufe

In den vergangenen Tagen waren mehrfach Unwetter über Baden-Württemberg hinweggezogen und verursachten schwere Schäden. In der Nacht zum Mittwoch waren allein im Bereich des Polizeipräsidiums Ulm mehr als zwei Dutzend Bäume umgestürzt, wie die Beamten mitteilten. Nach Angaben des Innenministeriums waren landesweit 4000 Einsatzkräfte im Einsatz, bei der Polizei gingen demnach etwa 1100 Notrufe ein. Besonders betroffen vom Unwetter seien der Großraum Stuttgart und die Kreise Reutlingen und Calw gewesen.

Die Gewitter der vergangenen Tage sind nach Ansicht des Meteorologen Uwe Schickedanz eine Folge des Klimawandels. Die Unwetter passten in das Bild, das Klimaforscher zeichnen, mit sommerlicher Abwechslung zwischen Dürre und Starkregen-Ereignissen, sagte der Leiter des Deutschen Wetterdienstes dem »Südkurier« (Mittwoch).

Die Wucht der Unwetter hat auf unterschiedliche Bereiche Auswirkungen. So warnte beispielsweise das Garten-, Friedhofs- und Forstamt in Stuttgart vor herabstürzenden Ästen auf Wald- und Grünflächen sowie Friedhöfen mit altem Baumbestand. »Nach solchen Sturmereignissen kann es immer sein, dass Äste bereits abgebrochen sind und nur noch locker in der Krone eines Baumes hängen«, heißt es in einer Mitteilung. In Dußlingen (Kreis Tübingen) war beispielsweise der Tunnel der B27 am Mittwoch noch bis auf weiteres gesperrt. Mit dem Starkregen war der Tunnel mit Wasser vollgelaufen, hieß es.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Württemberg hat mit Blick auf die Wetterlage zur Vorsicht gemahnt. »Die Häufigkeit der extremen Wetterlagen hat in den letzten Jahren enorm zugenommen«, wird Armin Flohr, DLRG-Präsident des Landesverbandes Württemberg in einer entsprechenden Mitteilung zitiert. Die Organisation müsse sich daher künftig intensiver um die Ausbildung und Ausstattung ihrer ehrenamtlich tätigen Retter und Retterinnen bemühen. Das bringe auch finanzielle Herausforderungen mit sich. Die schweren Unwetter in den vergangenen Tagen seien für die DLRG-Einsatzkräfte eine besondere Herausforderung gewesen. In betroffenen Kreisen mussten sie etwa Menschen retten, die in Fahrzeugen in den Fluten stecken geblieben waren.

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