Schützenverein Nassig in Pandemie gewachsen - Vereinsserie

Zahl der Aktiven vor allem in der Jugend gesteigert

Wertheim
3 Min.

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Der Schützenverein Nassig baut seine Angebot in der Pandemie aus und konnte so viele neue Mitglieder gewinnen. Nun hilft er mit zwei weiteren Vereinen, anderen Schützenvereinen auf dem Weg zu neuem Erfolg. Kilian Holzhäuser (liegend) und Manuel Kempf sind auf jeden Fall mit dabei. Foto: Birger-Daniel Grein
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Neu beim Schützenverein Nassig ist unter anderem das Bogenschießen. Mit großem Spaß dabei sind Milan Calvente, Fenya Bystricky und ihr Trainer Noel Kunkel. Foto: Birger-Daniel Grein
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Ent­ge­gen dem all­ge­mei­nen Trend schaff­te es der Schüt­zen­ve­r­ein Nas­sig mit viel En­ga­ge­ment, in der Pan­de­mie­zeit neue An­ge­bo­te zu schaf­fen und vie­le neue Ak­ti­ve da­zu­zu­ge­win­nen. Vor al­lem im Ju­gend­be­reich gab es ein gro­ßes Wachs­tum.

Nun hilft der Verein gemeinsam mit anderen erfolgreichen Schützenvereinen aus drei Landkreisen anderen Vereinen ihrer Art, die Folgen der Pandemiezeit zu überwinden. Mit diesem Engagement setzt man sich für den Erhalt der Gemeinschaft des Schießsports ein.

Vor der Pandemie habe man 112 Mitglieder und nur fünf bis sechs aktive Jugendliche gehabt, berichtete der Vorsitzende Klaus Sadowski. Aktuell seien es rund 150 Mitglieder, davon 45 Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren. Angefangen hat alles mit der umfassenden Sanierung der Schießanlage des Vereins im Nassig-Forrest, dort wo auch das Westernfest stattfindet.

Angebot weiter ausgebaut

Dabei hätten auch die Jugendlichen angepackt. Sie hätten auch Freunde mitgebracht, die mithalfen. So seien auch diese für den Sport begeistert worden. Glück sei auch gewesen, dass man den Sport im Freien weiter betreiben konnte. »Es war faszinierend, wie aktiv die Jugendlichen bei den zwei Jahren Umbau waren«, freute er sich. Auch das Angebot des Vereins für Kinder und Jugendliche wurde weiter ausgebaut.

Man habe in den eigenen Reihen beispielsweise Interessenten für das Bogenschießen gehabt, so Sadowski. So wurde auch diese Sportart aufgenommen. Das regelmäßige Training startete im Mai dieses Jahres. Besonderen Dank sprach er Holger Rupprecht aus, der den Aufbau der Bogenabteilung massiv mit Fachwissen und Material unterstützt habe. Der Verein engagierte sich auch außerhalb ihres Sports für die Kinder und Jugendlichen des Dorfs.

Da viele Nassiger Kinder nicht in Urlaub gefahren seien, habe man 2022 die Idee eines Ferienprogramms für sie entwickelt. Man bot an zwei Tagen je zwei Stunden Bogenschießen an. Es kamen mindestens 50 Kinder ab sechs Jahren und Jugendliche, auch viele Eltern probierten es aus.

Zudem bot man viele weitere Aktivitäten für alle Kinder, die teilnehmen wollen an, auch für Nichtmitglieder. Daran nahmen auch Kinder aus anderen Orten teil. So wurden Ausflüge, zum Beispiel zur Tropfsteinhöhle und in den Freizeitpark angeboten, und es gab gemeinsame Feiern. »Uns ist nicht nur Sport wichtig, sondern auch Gemeinschaft.«

Die Nassiger Schützen hätten schon immer eine führende Rolle im Dorf gespielt, da aus ihnen die anderen Vereine entstanden seien, sagte der Vorsitzende. »Wir versuchen, diese Tradition wieder aufleben zu lassen, bei uns ist jeder willkommen.« Stolz machten ihn die total unterschiedlichen Leute, die wegen der Angebotsvielfalt zum Schützenverein Nassig kämen, »auch solche, die vorher noch nie in einem Verein waren«. Man lege auch Wert darauf, Flüchtlingskinder aus der Ukraine zu integrieren.

Massiv ausbauen konnte man obendrein die Zahl der Trainer, von anfangs einem auf nun neun. Alle stammten aus den Reihen des Vereins, zu ihnen gehörten auch ehemalige aktive Schützen.

Begeistert vom Angebot des Vereins ist unter anderem die neunjährige Viertklässlerin Fenya Bystricky aus Nassig. Sie berichtete, sie sei immer mit ihrem Onkel zum Schützenverein gegangen. »Da ergab es sich, dass ich dem Verein beitrat.« Sie übt das Bogen- und das Luftgewehrschießen aus. »Es ist schön, wenn man in der Gemeinschaft ist.«

Es sei für sie interessant zu lernen, wie man mit Sportwaffen umgehe. Wichtig fand sie, dass man den sicheren Umgang und das korrekte Verhalten im Umgang mit den Sportgeräten lernt. Sadowski bestätigte: »Der Umgang mit Waffen ist eine sehr sensible Sache, wir vermitteln die Verantwortung dafür.«

Alle lernten, die Waffen sind keine Spielzeuge, sondern Sportgeräte, das beginne schon beim Lasergewehr. Genauso wichtig ist den Vorständen und Trainern, dass die Kinder Toleranz lernen.

Die Nassiger haben sich mit der Aktion »Vereine helfen Vereine« mit den Schützenvereinen Umpfenbach (Kreis Miltenberg) und Rütschdorf (Neckar-Odenwald-Kreis) zusammengetan, um andere Vereine beispielsweise bei der Mit-gliederwerbung zu unterstützen.

»Wir wollen die Stärke der eigenen Vereine nutzen, um den anderen Vereinen einen Neustart zu ermöglichen im Bereich der Jugendarbeit und der Mitgliedergewinnung«, so Sadowski.

So unterstützt man mit Trainern und Jugendlichen unter anderem Aktionstage der anderen Vereine, um zu zeigen, was im Schießsport möglich ist. »Ein Verein allein bringt nichts«, erklärte er, warum es den Vereinen so wichtig ist, auch ihre Kollegen voranzubringen.

bAlle Folgen unserer Vereinsserie finden Sie auf https://www.main-echo.de oder über nebenstehenden QR-Code.

Hintergrund: Der Schützenverein Nassig

Hintergrund: Schützenverein Nassig

Der Schützenverein Nassig hat aktuell rund 150 Mitglieder.

Dier Vorstand umfasst elf Mitglieder.

Vorsitzende sind: Tana Kempf, Horst Kühlinger und Klaus Sadowski.

Die Trainingszeiten sind Mittwoch von 18 bis 21 und Sonntag zwischen 10 und 12 Uhr auf der Schießanlage im Nassig-Forrest. Es werden verschiedene Disziplinen und Angebote für unterschiedliche Jahrgänge angeboten.

Derzeitige Disziplinen: Luftgewehr, Luftpistole (beides ab 10 Jahren), Lichtgewehr und verschiedene Bogenarten (beginnend ab 6 Jahren), KK Gewehr und Pistole (ab 14 Jahren) und GK Gewehr und GK Pistole sowie Vorderlader Pistole und Gewehr und Freie Pistole (ab 16 Jahren), OSP Pistole und Unterhebelrepetierer (je ab 14 Jahren), KK (ab 14 Jahren), IPSC (ab 12 Jahren), Westernschießen und Tontauben und Kipphaseschießen (jeweils ab 16 Jahren).

Teilweise sind über das Alter hinaus weitere Bedingungen für die Disziplin zu erfüllen. (bdg)

Hintergrund

Neu beim Schützenverein Nassig ist unter anderem das Bogenschießen. Mit großem Spaß dabei sind inzwischen Milan Calvente, Fenya Bystricky und ihr Trainer Noel Kunkel. Foto:

Hintergrund

» Es ist schön, wenn man in der Gemeinschaft ist. «

Fenya Bystricky, Viertklässlerin

Hintergrund

» Der Umgang mit Waffen ist eine sehr sensible Sache, wir vermitteln Verantwortung. «

Klaus Sadowski, Schützenverein Nassig

 

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