Sonntag, 16.05.2021

Klagen wegen Prüfungen angedroht

Schüler: Abschlussnoten sollen anders entstehen

STUTTGART
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Schü­l­er­ver­t­re­ter aus zahl­rei­chen Städ­ten Ba­den-Würt­tem­bergs dro­hen mit Kla­gen ge­gen das Land, soll­ten die be­vor­ste­hen­den Ab­schluss­prü­fun­gen nicht ab­ge­sagt wer­den.

Abschlussnoten sollten stattdessen aus den vor Beginn der Corona-Pandemie erbrachten Leistungen gebildet werden, schlugen mehr als 65 Schülersprecher am Montag in einer Mitteilung vor. Nur so könnten Gesundheit und Gerechtigkeit im Schulsystem gewährleistet werden.

Der Stuttgarter Rechtsanwalt Engin Sanli unterstützt die Initiative »Abschluss umdenken!« und erläuterte, Schüler könnten wegen beeinträchtigter Vorbereitungsmöglichkeiten oder mangelhaften Infektionsschutzes vor und während der Prüfungen Rügen aussprechen. Deshalb könne es zu Klageverfahren kommen. Die Richter müssten dann entscheiden, ob die Prüflinge zum Beispiel ihr normales Leistungspotenzial wegen Angst vor einer Ansteckung mit dem Virus nicht abrufen konnten.

Die Schülervertreter wiesen darauf hin, dass etliche Schüler wegen finanzieller Notlagen ihrer Familien und aus Sorge um Angehörige aus Risikogruppen unter Schlaf- und Konzentrationsproblemen litten. Fernunterricht benachteilige Schüler aus einkommensschwachen Familien, weil ihnen die technische Ausrüstung und ein geeignetes Lernumfeld fehlten.

»Keine gute Idee«

Der Leiter des Alexander-Fleming-Gymnasiums in Stuttgart, Anton Metz, hält die Forderung der Schülervertreter seiner Schule für »keine gute Idee«. Das wäre der erste Jahrgang seit dem Zweiten Weltkrieg mit einem »Not-Abschluss«, sagte er. »Das würde die jungen Menschen in den ersten Jahren nach dem Abschluss stigmatisieren.« Er zeigte sich überzeugt, dass die Prüfungen inhaltlich und hinsichtlich des Infektionsschutzes machbar seien. Die Abstandsregeln seien in seiner recht modernen Schule ebenso einzuhalten wie die Hygienevorgaben. Inhaltlich gebe es für die Korrektur Spielräume bei der Punktevergabe.

Zwar habe man die Schüler während der fünf Wochen ohne Präsenzunterricht online betreut. Doch sei dies nicht für alle Schüler die geeignete Methode, weil sie ein hohes Maß an Disziplin verlange, sagte Metz.

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