Mit Wildschweinen verwechselt? Jäger erschießt in Wertheim zwei Pferde

Untersuchungen laufen

Wertheim
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Symbolbild Pferde auf der Weide
Symbolbild Pferde auf der Weide
Foto: Moritz Frankenberg
In der Nacht zum Di­ens­tag ist es ober­halb Di­en­ten­hans zu ei­nem fol­gen­schwe­ren Jagd­un­fall ge­kom­men, bei dem ein Jä­ger zwei Pfer­de er­schos­sen hat.

Dem Vernehmen nach hat er die Tiere mit Wildschweinen verwechselt, während er im Gewann am Graben, gleich neben einem Maisfeld, ansaß. Wie die Polizei in Heilbronn unserem Medienhaus gegenüber bereits am Sonntag mitteilte, war der Unfall erst am Donnerstag nach den Schüssen zur Anzeige gekommen. Wie es heißt, hatten weder der Pferdehalter noch der Jäger selbst die Anzeige gestellt, sondern ein unbekannter Dritter.

Der Schütze hatte offenbar noch in der Nacht den Pferdehalter benachrichtigt, die toten Tiere soll ein Landwirt aus der Nachbargemeinde abgeholt haben. Die Dietenhaner sind mehrheitlich schockiert. »Fast jeder hier im Dorf hat eine Geschichte, die mit den Pferden zu tun hat«, sagte eine Verwandte des Halters.

Auch den Wertheimern sind die beiden getöteten Pferde nicht unbekannt. Beim Messeumzug zogen sie den ersten Wagen, auf dem Bürgermeister und Vertreter des Kreuzwertheimer Fürstenhauses Platz nehmen durften. Ein Sprecher der Polizei in Heilbronn bestätigte am Montag auf Nachfrage unseres Medienhauses, dass man von einem Unfall ausgehe, so habe es der Schütze geschildert.

Tiere gelten als Sache

Rein rechtlich gelten Tiere nach wie vor als Sache, ein Tierschutzvergehen, liege nach derzeitiger Erkenntnis nicht vor, da kein Vorsatz erkennbar sei. Dennoch seien die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen, derzeit lägen sie in einer gesonderten Abteilung des Reviers Tauberbischofsheim. Kreisjägermeister Hubertus Lotz hatte bis zum Montagmorgen nur gerüchteweise von dem Vorfall gehört und wollte ihn deswegen nicht weiter kommentieren.

Vergleichbare Fälle seien äußerst selten, sagte der Kreisjägermeister. Ein explizites jagdliches Schiedsgericht für derlei Fälle gebe es nicht. Ob oder in wieweit ein Versäumnis des Schützen vorliege, lasse sich derzeit nicht sagen. Generell gelte, eine hohe Sorgfaltspflicht vor der Schussabgabe. Der Jäger müsse sich immer über das Ziel im Klaren sein. Daraus, dass in diesem Fall zwei Pferde getroffen worden seien, lasse sich keinesfalls automatisch eine Pflichtverletzung herleiten. Der Fall bedürfe der genauen Prüfung, sagte Lotz. Die wird ihrerseits auch die Jagdbehörde am Landratsamt vornehmen, um auszuschließen, dass es Bedenken an der Zuverlässigkeit des Schützen im Umgang mit der Waffe gibt. Sollten Zweifel aufkommen, die den Entzug des Jagdscheins nach sich zögen, so werde die Stadt Wertheim selbstverständlich den Jagdpachtvertrag kündigen, teilte eine Sprecherin auf Anfrage am Montagmittag mit.

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