Parken wird in Wertheim zum Jahreswechsel teurer

Parkhäuser und öffentliche Stellflächen links der Tauber betroffen

Wertheim
3 Min.

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Auf dem Parkplatz Tauberufer werden die Parkgebühren zum 1. Januar angehoben. Der Aufsichtsrat der Stadtentwicklungsgesellschaft Wertheim hat eine Gebührenerhöhung für alle Parkflächen und Parkhäuser links der Tauber beschlossen. Foto: Gunter Fritsch
Foto: Gunter Fritsch
Auf dem Parkplatz Tauberufer werden die Parkgebühren zum 1. Januar angehoben. Der Aufsichtsrat der Stadtentwicklungsgesellschaft Wertheim hat eine Gebührenerhöhung für alle Parkflächen und Parkhäuser links der Tauber beschlossen. Foto: Gunter Fritsch
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Die Parkschranken an der Tiefgarage Main sind 20 Jahre alt und müssen mittelfristig ausgetauscht werden. Hier könnte sich die Stadtentwicklungsgesellschaft in Zukunft ein Parken ohne Schranken und Parkschein vorstellen. Foto: Gunter Fritsch
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Zum 1. Ja­nuar wird das Par­ken in Wert­heim teu­rer. Die Stadt­ent­wick­lungs­ge­sell­schaft (Steg) hat an­ge­kün­digt, mit Jah­res­be­ginn die Park­ge­büh­ren al­ler Park­flächen un­ter frei­em Him­mel und in den Park­ga­ra­gen links der Tau­ber zu er­höhen. Das geht auf ei­nen Be­schluss des Auf­sichts­ra­tes der Steg zu­rück und holt ei­nen Schritt nach, der be­reits für al­le Park­plät­ze und Park­ga­ra­gen rechts der Tau­ber 2018 voll­zo­gen wor­den war.

Damals war eine Erhöhung der Parkgebühren auf der Altstadtseite notwendig geworden, um die Gebührenausfälle durch Parker auf dem ehemaligen Gelände des alten Krankenhauses und im Parkhaus am Gymnasium auszugleichen. Mit der Verlagerung der Rotkreuzklinik auf den Reinhardshof und der Auszug der Fachärzte aus dem Klinikgebäude sei es, so bilanziert Steg-Geschäftsführer Edgar Beuchert, zu Einnahmeausfällen von rund 100.000 Euro gekommen. Ausgeglichen wurden diese durch einen Anstieg der Parkgebühren rechts der Tauber. »Die Flächen links der Tauber wurden damals ausgelassen«, erläuterte Beuchert das Vorgehen gegenüber dieser Redaktion.

Mit der nun bevorstehenden Erhöhung der Gebühren auf der anderen Tauberseite verfolge die Steg allerdings einen anderen Zweck. Ziel sei es diesmal, die finanzielle Situation der städtischen Holding zu verbessern. Ihr gehören neben der Steg auch die Stadtwerke und die Bädergesellschaft an. Mittelfristig gehe es darum, »einen größeren Spielraum bei der Mitfinanzierung des neuen Hallenbades durch diesen Verbund der städtischen Gesellschaften« zu erreichen. Auf einen Nenner gebracht, könnte man vereinfacht sagen: Parker in Wertheim sollen das neue Hallenbad mitbezahlen.

Parkhäuser und Außenparkplätze betroffen

Die für den 1. Januar geplante Erhöhung der Parkgebühren trifft Parker unter freiem Himmel genauso wie die Nutzer von Parkgaragen. Ziel ist es, die finanzielle Situation der Steg pro Jahr um etwa 35.000 Euro zu verbessern. Damit sei es möglich, die Verluste der städtischen Holding zu reduzieren und einen größeren Beitrag zur Finanzierung des Hallenbades zu leisten, so Geschäftsführer Edgar Beuchert. Erhöht werden die Gebühren für Kurzparker je angefangene Stunde um 20 Cent. Auch für Dauerparker gibt es einen Aufschlag - und zwar um drei bis fünf Euro je Monat.

Ausgeglichen werden sollen so auch Verluste, die während des Corona- Lockdowns durch spürbar weniger Parkvorgänge verursacht wurden. Selbst in der Parkgarage Altstadt unter dem Burgberg parkierten im vergangenen Jahr etwa 30 Prozent weniger Autos, und das, obwohl lediglich etwa 50 bis 60 der insgesamt 300 Stellplätze von Kurzzeitparkern genutzt werden. Die übrigen sind an Bewohner und Beschäftigte in der Altstadt vermietet. 20 Prozent weniger Parkvorgänge verzeichnete die Steg auch in der Tiefgarage Main. Auf dem Tauberparkplatz lagen die Rückgänge im vergangenen Jahr zwischen zehn und 15 Prozent, nennt Beuchert Zahlen.

In der Summe beziffert der Steg-Geschäftsführer die Verluste durch die Einschränkungen während Corona auf rund 70.000 Euro. Statt 400.000 Euro an Einnahmen durch Parkgebühren in 2019 waren es im vergangenen Jahr lediglich 330.000 Euro. »Auch in diesem Jahr spüren wir noch deutliche coronabedingte Ausfälle bei den Parkgebühren«, sagte Beuchert. Weiterhin kostenfrei werden die Parkplätze an der Main-Tauber-Halle und an der Leberklinge bleiben, kündigte er an. Gerade auch für Langzeitparker - etwa Berufstätige - solle es hier stadtnah weiterhin kostenlose Parkflächen geben.

Keine kostenfreien Kurzparkplätze

Kostenfreies Parken - wie dies etwa in anderen Städten für eine halbe oder eine ganze Stunde angeboten wird - sei in Wertheim nicht zu verwirklichen. Laut Beuchert dauerten die meisten Parkvorgänge kaum länger als eine Stunde. Dies würde zu durchschnittlichen Einnahmeverlusten von 40 Prozent auf den Parkflächen führen. Allerdings gebe es in Wertheim die Regelung, dass an den Adventssonntagen und den verkaufsoffenen Sonntagen - am kommenden Sonntag ist es wieder so weit - kostenfrei geparkt werden könne.

Technische Neuerungen - wie etwa parkscheinfreies Parken - wird es in Wertheim mittelfristig nicht geben. Lediglich auf dem Mainparkplatz kann sich Beuchert eine Umstellung auf die Technik, die im Sommer in Miltenberg eingeführt wurde, vorstellen. Hier seien die Schrankenanlagen fast 20 Jahre alt und müssten langfristig ausgetauscht werden. Die Steg will jetzt prüfen, ob hier auf Schranken ganz verzichtet werden kann, die Nummernschilder der Autos beim Einfahren eingelesen werden und Kunden zum Zahlen lediglich noch ihr Kennzeichen eingeben müssen.

Die Kosten für diese Technik bezifferte Edgar Beuchert auf 20.000 bis 25.000 Euro, weshalb sich parkscheinfreies Parken nur auf Parkplätzen und in Garagen rechne, die entsprechend stark frequentiert seien, wo die Stellplätze durch eine hohe Zahl an Kurzzeitparkern genutzt werden. Auf dem Mainparkplatz sei dies der Fall, in der Altstadtgarage mit lediglich 50 Stellplätzen für Kurzparker dagegen nicht.

Hintergrund: Wo das Parken wie teuer wird

Die Parkgebühren in Wertheim steigen zum 1. Januar 2022 auf allen Parkflächen und in den Parkgaragen links der Tauber. Betroffen von der Erhöhung sind Kurzzeitparker und Dauerparker gleichermaßen. Für Kurzparker wird die Gebühr um 20 Cent je angefangene Stunde erhöht, womit etwa auf dem viel genutzten Tauberparkplatz dann 70 Cent je Stunde fällig werden. In der Parkgarage Engelsberg sind es für jede angefangene Stunde 80 Cent.

Für Dauerparker wird die Monatsgebühr je nach Stellplatz um drei bis fünf Euro angehoben. Vor allem das Parkhaus Engelsberg, das in den vergangenen Jahren geringeren Zuspruch hatte als andere Parkhäuser, habe in den vergangenen Monaten gerade für neue Anwohner des Stadtteils neue Attraktivität gewonnen, berichtet Stadtentwicklungsgeschäftsführer Edgar Beuchert. Mit der Fertigstellung der neuen Wohnungen auf dem ehemaligen Volpert-Gelände geht er davon aus, dass in der Tiefgarage weitere Bewohner des Quartiers Stellplätze mieten werden. (gufi)

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