Grafschaftsmuseum Wertheim: Leiterin im Interview über Pläne und Ideen

Stefanie Arz: »Neues schaffen und Altes bewahren«

Wertheim-Hofgarten
3 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Freuen sich auf die neuen Aufgaben: Stefanie Arz (Mitte) mit ihren Mitarbeitern Ursula Wehner und Thomas Friedel vor dem Schlösschen. Auf dem Bild fehlt Constanze Neuendorf. Foto: Petra Folger-Schwab
Foto: Petra Folger-Schwab
Ab 1. Ju­li ist die Lei­te­rin des Graf­schafts­mu­se­ums Ste­fa­nie Arz auch für das Schlös­schen im Hof­gar­ten zu­stän­dig. Im In­ter­view mit un­se­rem Me­di­en­haus spricht sie über ih­re Plä­ne und Ide­en für das weit über Wert­heim hin­aus be­kann­te Kunst­mu­se­um.

Neue Wege gehen, modernisieren - das sind Schlagworte, die für die Weiterentwicklung des Schlösschens im Raum stehen. Allerdings ist hier der Stiftungsgedanke sowohl für das Haus, als auch für den Park bindend. Trainieren Sie bereits, um diesen Spagat zu schaffen?

Ziel der Stiftung ist laut Satzung der Betrieb und Unterhalt des im Schlösschen untergebrachten Museums sowie die Erhaltung und Pflege des Parks. Wir setzen den Stiftungsgedanken in den Mittelpunkt, und er steht in keiner Weise neuen Ideen im Weg. Auch im Grafschaftsmuseum gehen wir diesen Weg. Wir suchen und finden, wie auch im Grafschaftsmuseum, kreative Wege, Neues zu schaffen und gleichzeitig Altes und Bewährtes zu bewahren. Zusätzlich zu den traditionellen Führungen stelle ich mir zum Beispiel den Einsatz von Multimedia- oder Audioguides vor.

Sie betonen, dass Sie Teamplayerin sind und die neue Aufgabe zusammen mit Ihren Kollegen Constanze Neuendorf, Ursula Wehner und Thomas Friedel aus dem Grafschaftsmuseum angehen. Auch deren Arbeitszeit wird erhöht. Wie ist da die Aufgabenverteilung?

Constanze Neuendorf ist seit der Eröffnung des Museums 2006 zeitanteilig im Schlösschen zuständig und erste Kontaktstelle für sogenannte Schlösschen-Angelegenheiten. Betreuung und didaktische Begleitung der Dauerausstellungen, Ausarbeitung von Konzeptionen und Publikationen zu Sonderausstellungen, Vorbereitungen zu Eröffnungen und die Abwicklung des Leihverkehrs gehören zu ihren Aufgaben. Ebenfalls seit 2006 ist Thomas Friedel zeitanteilig für die Einrichtung im administrativen, organisatorischen Bereich sowie in der Personaleinsatzplanung tätig. Für Ursula Wehner ist der Aufgabenbereich neu. Sie freut sich darauf, ihre eigene Begeisterung für das Gebäude und den umgebenden Park, seine Historie und die kulturgeschichtliche Bedeutung für Wertheim an die Besucher weitergeben zu können.

Stiftung und Förderkreis unterstützen gemäß der Satzungen die Arbeit im Schlösschen. Hat es da bereits Kontakte beziehungsweise Absprachen gegeben? Wie sind Ihre Vorstellungen diesbezüglich?

Ich habe der Stiftung und dem Kuratorium Möglichkeiten, die ich sehe und auch im Laufe der nächsten Jahre verwirklichen könnte, aufgezeigt. Es gibt keine Absprachen mit Stiftung und Förderkreis, die Gestaltungsmöglichkeiten sollen langsam und gemeinsam ab 1. Juli wachsen.

Es ist bekannt, dass einige Leihgeber ihre Leihgaben zurückgenommen haben. Wie muss man sich das vorstellen? Gibt es weiße Flecken an den Wänden und leere Vitrinen?

Leider stimmt das, es entstanden mehrere Lücken an Wänden und in Vitrinen, sodass wir das Schlösschen nach Abschluss der Bauarbeiten leider nicht ab Juli öffnen können. Es ist unsere Aufgabe in den kommenden Wochen, die Dauerausstellung zu überarbeiten. Ich freue mich sehr, dass Wolfgang Schuller weiter hinter uns steht und Unterstützung zugesichert hat.

Wann wird das Museum wieder geöffnet sein?

Wir peilen zur Wiederöffnung den September 2021 an, und ich freue mich, dass wir die von Jörg Paczkowski und Constanze Neuendorf konzipierte aktuelle Sonderausstellung mit Fotografien des Wertheimer Künstlers Peter Frischmuth zeigen dürfen und können.

Bezüglich Ihres Konzepts haben Sie wie bisher Dauer- und Sonderausstellungen, Konzerte, Vorträge und sonstige Veranstaltungen genannt. Der Park soll stärker genutzt werden. Das Budget wird nicht erhöht. Heißt das, »kleine Brötchen backen«?

Das Budget hat bisher ausgereicht, um sehr viele interessante Veranstaltungen stattfinden zu lassen. Soweit ich das schon sehen kann, wurden Konzerte unter anderem auch beispielsweise über den Kulturkreis Wertheim veranstaltet, der seine Kosten mit den Konzerteinnahmen decken konnte. Wir starten unsere Überlegungen dazu ab 1. Juli und sind gespannt, welche Möglichkeiten sich auftun.

Wie ist die aktuelle Planung? Was bekommen die Besucher zu sehen? Auf welche Veranstaltungen können sie sich freuen? Kann man das Schlösschen weiterhin beispielsweise für Hochzeiten mieten?

Wir werden uns zunächst einen organisatorischen Plan zurechtlegen, der es uns ermöglicht, zwei Museen zu leiten. Die Besucher werden die Gemäldesammlung der Stiftung wieder sehen, auch Sonderausstellungen wird es wieder geben. Ab der Wiederöffnung ist die bereits erwähnte Sonderausstellung »Das Taubertal - Fotografien von Peter Frischmuth« zu sehen.

Hier werden Werke des Wertheimer Fotografen kombiniert mit Gemälden und Grafiken aus Beständen des Historischen Vereins und des Grafschaftsmuseums gezeigt. Im November wird es zwei vom Kulturkreis Wertheim geplante Meisterkonzerte geben.

Am 14. November um 17 Uhr konzertieren Oboistin Celine Moinet und Pianist Florian Uhlig, und am 21. November um 17 Uhr gibt es »Beethoven SPRECHEN« mit Professor Peter Gülke und dem Klenke-Quartett. Karten können bereits über blido@t-online.de bestellt werden. Weitere Infos findet man unter https://www.kulturkreis-wertheim.de.

Wie geht es 2022 weiter?

Vom 16.September bis 20.November 2022 werden wir eine ursprünglich bereits für 2020 geplante Kombinationsausstellung von Schlösschen und Grafschaftsmuseum präsentieren: »Fotografische Verdichtungen« mit dem Fotografen und Social-Media-Künstler Wolf N'kole Helzle. Welche weiteren Veranstaltungen 2022 stattfinden werden, ist noch offen.

Das Ambiente im Schlösschen mit seiner wunderschönen Parkanlage ist etwas ganz Besonderes, deshalb soll einer Hochzeit im großen Saal des Schlösschens auch in Zukunft nichts im Wege stehen.

Was wünschen Sie sich zu Ihrem Dienstantritt?

Ich wünsche mir sehr nach den vielen Wochen der Verärgerung, dass man uns als neuem Museumsteam des Schlösschens, das ja schon zum großen Teil das Schlösschen seit 2006 betreut, mit Vertrauen und etwas Geduld begegnet. Ich würde mich vor allem sehr freuen, wenn der Förderkreis uns in unserer Arbeit weiterhin tatkräftig unterstützen würde.

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!