Verein Willkommen in Wertheim will mit Benefizkonzert den Geflüchteten in der Stadt helfen

Ukraine

Wertheim-Bronnbach
2 Min.

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Der ukranische Violinist Ibrayim Bairam-Ali und der deutsche Pianist Frédérich Otterbach spielten Musik eines ukrainischen Komponisten.
Foto: Nadine Schmid
Ein Zusammenspiel von Musik und Zeichnung präsentierten Frédéric Otterbach und Piriyanga Yogendran zu Motiven aus dem "Kleinen Prinzen".
Foto: Nadine Schmid
3000 Eu­ro, rund 130 Be­su­cher und ein wun­der­sc­hö­ner Abend mit klas­si­scher Mu­sik: Das ist die Bi­lanz des Be­ne­fiz­kon­zerts des Ve­r­eins Will­kom­men in Wert­heim zur Un­ter­stüt­zung von Ge­flüch­te­ten.

Als Hauptorganisator Hans-Peter Otterbach vor etwa einem Monat die Idee zu diesem Konzert aufbrachte, schlug ihm eine Welle der Hilfsbereitschaft entgegen: Der Landkreis stellte sogleich den Josefsaal im Kloster Bronnbach kostenfrei zur Verfügung. Viele andere wirkten ehrenamtlich mit. Der Flügelservice transportierte das Instrument unentgeltlich in den Saal und die Techniker des Kleinkunstvereins ?Convenartis sorgten für die Beleuchtung. Die fünf Künstler des Abends erklärten sich bereit, ohne Gage zu spielen; ?und das, nachdem sie zwei Jahre praktisch nichts verdienen konnten?, betonte Otterbach.

Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez hatte die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernommen. ?Er, Jahrgang 1988, habe Europa immer als Friedensprojekt betrachtet. Ein Krieg, gar ein Angriffskrieg sei ihm unmöglich erschienen?, sprach das Stadtoberhaupt wohl vielen Anwesenden aus dem Herzen. Er erinnerte an das Leid, das man in den Nachrichten sehe. Man habe aber gar keine Zeit, sich damit länger zu beschäftigen, da es gelte, sich um die inzwischen 150 ukrainischen Flüchtlinge vor Ort zu kümmern.

Dieser Aufgabe wolle man sich widmen, wie Nadine Schmid als Sprecherin des Vereins ?Willkommen in Wertheim? in ihrer Begrüßung betonte. Es gehe darum, die ankommenden Menschen willkommen zu heißen, zu begleiten und bei finanziellen Engpässen auszuhelfen. Schmid Herrera Torrez wiesen darauf hin, dass es richtig sei, das Konzert zu genießen, denn die Lebensfreude dürfe man sich von machthungrigen Politikern nicht nehmen lassen.

Für diese Lebensfreude sorgten in den folgenden zwei Stunden die talentierten Jungmusiker auf der Bühne. Den Anfang machte das ONYX Piano Duo, bestehend aus Marie-Theres Zahnlecker und Jonas Gleim. In perfektem Zusammenspiel boten sie zunächst eine Notturna aus dem Sommernachtstraum, später Interpretationen fantasievoller französischer Märchen von Maurice Ravel dar.

Eindrucksvoll die koreanische Cellistin Jiyeon Kim, die von Frédéric Otterbach am Flügel begleitet wurde. In Sätzen einer Cellosonate von Vincent D?Indy holten die beiden Musiker rasante und getragen-romantische Melodien aus ihren Instrumenten heraus.

Ein besonderes Zusammenspiel verschiedener Kunstgenres war die Gestaltung von drei der zehn Klavierstücke aus ?Der kleine Prinz? des Würzburger Musikprofessors Andras Hamary. Zum einen erweckte Frédéric Otterbachs souveränes und engagiertes Klavierspiel den König und die Ratte, den Laternenanzünder und den Affenbrotbaum zum Leben. Zum anderen gab es szenische Lesungen der Gewölbegaukler von Convenartis, die zum Schmunzeln einluden, aber auch zum Nachdenken, wenn es etwa darum geht, ob Menschen übereinander richten sollten.

Das dritte ungewöhnliche Genre brachte die Schülerin Piriyanga Yogendran ein: Die bildende Kunst. Über eine Dokumentenkamera ließ sie zum Rhythmus zur Musik zeichnend die Figuren entstehen und begeisterte damit die Zuschauer. Die dabei entstandenen Bilder stiftete sie ?Willkommen in Wertheim? zur Versteigerung.

Der 1996 geborene Violinist Ibrayim Bairam-Ali hatte einen besonderen Bezug zur Veranstaltung, denn er wurde in der Ukraine geboren und wuchs in Kiew auf, wo er seine musikalische Ausbildung erhielt, bevor er 2014 zum Studium nach Würzburg kam. Während er im ersten Teil schon mit einer Violinsonate von Brahms überzeugte, ebenfalls begleitet von Frédéric Otterbach, setzten die beiden Musiker einen emotionalen Höhepunkt im Schlussvortrag. ?

"Wir kommen nochmals zum eigentlichen Anlass unseres Abends. Gleich werden ein ukrainischer und ein deutscher Musiker die Filmmusik eines ukrainischen Komponisten spielen"?, kündigte Hans-Peter Otterbach an. Bairam -Ali legte sein gesamtes Gefühl hinein und so ließ die Filmmusik zu ?The High Pass? nochmals aufkommen, was als Motto über dem Benefizkonzert stand: Hoffnung.

Das Publikum war begeistert und der Verein ?Willkommen in Wertheim durfte sich über 3000 Euro freuen, die Besucher gespendet hatten. Das Geld wird zur Unterstützung der Geflüchteten eingesetzt.

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