Möbelzentrallager in Bettingen vorerst zurückgestellt

Bauvoranfrage: Stadt sieht Widerspruch zur geplanten Ansiedlung von Mittelständlern - Begegnungsverkehr zweier Lastwagen »ein Abenteuer«

Wertheim
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Schon heute mit Verkehr stark belastet: Am Dertinger Weg in Bettingen will die Firma XXXL Lutz ein Zentallager für Möbel bauen. Die Bauvoranfrage wurde für ein Jahr zurückgestellt. Foto: Gunter Fritsch
Foto: Gunter Fritsch
Die Pla­nun­gen der Fir­ma XXXL Lutz, im Bet­tin­ger Ge­wer­be­ge­biet »West­lich der Au­to­bahn« ein Zen­tral­la­ger für Möb­el und »ein­rich­tungs­ver­wand­te Ge­gen­stän­de« auf ei­ner Fläche von 2,73 Hektar zu bau­en, sind vo­r­erst vom Tisch.

Der Bauausschuss des Gemeinderats hat am Montag die Verwaltung beauftragt, eine entsprechende Bauvoranfrage für das unmittelbar hinter dem Lärmschutzwall der Autobahn liegende Grundstück am Dertinger Weg erst einmal für ein Jahr zurückzustellen.

Hintergrund der Entscheidung des Ausschusses ist ein anderer Beschluss des Gemeinderats, der für das gesamte Gewerbegebiet mit einer Gesamtfläche von knapp sechs Hektar verteilt auf drei Grundstücke die Ausweisung kleinteiliger Gewerbeflächen vorsieht. Planungsziel sei es nun, so der Leiter des Stadtplanungsamtes Thomas Müller, kleine und mittlere Unternehmen in Wertheim anzusiedeln. Seit nunmehr 25 Jahren sei es nicht gelungen, trotz mehrfacher Änderung des Bebauungsplans, dass auf den brachliegenden Flächen Projekte entwickelt werden, weshalb sich der Gemeinderat dazu entschlossen habe, den Bebauungsplan erneut zu ändern. Die freien Grundstücke im Gewerbegebiet »Westlich der Autobahn« befinden sich alle im Besitz eines Eigentümers, der für den Quadratmeter 100 Euro haben wolle, wie Heiko Diehm (SPD) sagte.

In jüngster Zeit hatte es mehrfach Bauvoranfragen für das Areal gegeben. Darunter auch die Pläne der Firma XXXL Lutz, einen Möbelmitnahmemarkt in Bettingen zu errichten. Im vergangenen Jahr war zudem bekannt geworden, dass es Bauanfragen eines Logistikers, eines Betreibers einer Tankstelle für Elektroautos und einer Firma gegeben habe, die dort Fotovoltaikanlagen aufbauen wolle. Auch diese Anfragen, so der Leiter des Baureferats Armin Dattler, seien angesichts der derzeit laufenden Planungen der Stadtverwaltung vorerst zurückgestellt worden.

Widerspruch eingelegt

Wie Dattler weiter erläuterte, habe der potenzielle Betreiber des Fotovoltaikparks, Widerspruch gegen die Zurückstellung seiner Bauvoranfrage eingelegt. Damit werde sich das Regierungspräsidium mit der Frage beschäftigen müssen, ob das vom Gemeinderat beschlossene Planungsziel, in Bettingen kleinteilige Gewerbeflächen auszuweisen, Bestand haben werde, antwortete Dattler auf die Nachfrage von Richard Diehm (Grüne), was geschehe, wenn der Grundstückseigentümer klage.

Dattler zeigte sich aber sicher, dass die Stadt das Recht habe, eine Veränderungssatzung zu erlassen und diese auch auf bis zu drei Jahre verlängern könne, um Zeit für die Planungen zu haben.

Der Bettinger Ortschaftsrat hatte sich jüngst einstimmig gegen die Ansiedlung eines Zentrallagers der Firma XXXLutz auf dem Areal ausgesprochen. Ortsvorsteher Ralf Tschöp erläuterte im Bauausschuss Hintergründe des Beschlusses: Der Dertinger Weg sei bereits heute massiv durch Lastwagenverkehr belastet. Mit der Ansiedlung des Warema-Logistikzentrums sei die Zahl der Lkw auf der durch Parkpoller begrenzten Straße deutlich gestiegen.

Der Begegnungsverkehr zweier Lastwagen sei inzwischen zu »einem Abenteuer« geworden und würde sich mit der Ansiedlung eines Möbelzentrallagers weiter verschärfen.

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