Mit Zahnpasta zum Regionalsieg

Jugend forscht: Neunjährige Leonie Weimer aus Freudenberg entwickelt eigene Rezeptur mit natürlichen Zutaten

Freudenberg
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Die neunjährige Leonie Weimer aus Freudenberg wurde mit ihrem Projekt zur Entwicklung natürlicher Zahnpasta Regionalsiegerin im Wettbewerb Jugend forscht und qualifizierte sich für den Landesentscheid.
Foto: Birger-Daniel Grein
Zahn­pas­ta na­tür­lich her­s­tel­len: Mit die­sem Pro­jekt wur­de Leo­nie Wei­mer aus Freu­den­berg im Fach­ge­biet Che­mie Sie­ge­rin im Re­gio­na­l­ent­scheid Heil­b­ronn-Fran­ken des deut­sch­land­wei­ten Nach­wuchs­wett­be­werbs »Ju­gend forscht«. Die Neun­jäh­ri­ge trat in der Spar­te »Schü­ler ex­pe­ri­men­tie­ren« für Kin­der der vier­ten Klas­se bis 14 Jah­re an. Dar­über in­for­miert ihr eh­renamt­li­cher Pro­jekt­be­t­reu­er Bir­ger-Da­ni­el Gr­ein.

»Der Regionalsieg ist eine besondere Auszeichnung für außergewöhnlich gute Projekte«, erläutert Grein zur Einordnung. »So gab es in einigen Fachgebieten auch keinen Regionalsieg.« Leonie Weimer qualifiziert sich mit ihrem ersten Platz für den baden-württembergischen Landeswettbewerb.

Wegen der Corona-Pandemie wurde der Entscheid digital per Videokonferenz ausgetragen. Leonie hatte über mehr als ein Jahr lang an der Fragestellung geforscht, ob sie eine Zahnpasta aus natürlichen Zutaten selbst herstellen kann. Mit Technik unterstützt wurde sie dabei vom Freudenberger Verein Junge Forscher Main-Tauber, dessen Mitglied sie ist.

Leonie störte die Plastikverpackung ihrer Zahnpasta, zudem seien manche Inhaltsstoffe wie Mikroplastik nicht gut für Mensch und Natur, erklärte sie die Wahl ihres Projektthemas. Am Anfang hatte sie im Internet mögliche Zutaten recherchiert und damit Grundrezepte entwickelt. Diese hatte sie auf verschiedene Weise getestet. Untersucht hatte sie unter anderem, ob ihre Zahnpasta gegen Säuren schützt, ob sie Belag und Verfärbungen von Zähnen entfernt und wie gut sie sich auftragen lässt. Dazu hatte sie eigenen Testverfahren und Bewertungskriterien entwickelt.

Ihre verschiedenen, selbst entwickelten Zahnpasten testete sie auch im Vergleich zu ihrer gekauften Zahnpasta. Im nächsten Schritt verbesserte die Neunjährige die selbst hergestellte Zahnpasta mit natürlichen Farbstoffen und Aromen aus Obst, Gemüse und Kräutern. Außerdem untersuchte und verbesserte sie die Haltbarkeit ihrer Mixtur. Die ersten Prototypen waren auf Fettbasis entstanden, später entwickelte sie Zahnpasten auf Wasser- und Teebasis mit Bindemitteln, die der gekauften Zahnpasta sehr ähnlich sind.

So stellte die Freudenberger Schülerin eigene Zahnpasten mit guter Wirkung sowie Farbe und Geschmack her. Auch Nutzerbewertungen flossen in die Entwicklung ein. Ihre natürlichen Zahnpasten helfen zugleich gegen Säuren und Bakterien und reinigen die Zähne.

Grein, der seit mehreren Jahren Jugend-forscht-Projekte betreut, lobte Leonies Kreativität, die strukturierte Vorgehensweise, ihren Erfinderreichtum und ihre Lernbereitschaft: »Sie hat beispielsweise schnell chemische Zusammenhänge wie die pH-Wert Messung gelernt, sicher erklärt und angewendet.« Dies sei für ein Kind in diesem Alter beeindruckend.

Für das virtuelle Jurygespräch am vergangenen Donnerstag hatte Leonie verschiedene Plakate und eine umfassende Präsentation zu ihrem Projekt vorbereitet, für die sie die von der Stadt Freudenberg zur Verfügung gestellte Baracke an der Lindtalschule nutzte. Nach der Präsentation beantwortete Leonie noch viele Fachfragen der interessierten Jury. Die Wettbewerbsfeier wurde m Freitag ebenfalls per Videokonferenz übertragen. Als der Preis im Fachgebiet Chemie bekanntgegeben wurde, war die Freude über den Regionalsieg bei Leonie und ihrem Projektbetreuer groß. Mit solch einem Erfolg hatte die Neunjährige nicht gerechnet.

In der Laudatio lobte die Chemiejury Leonies selbstständige und strukturierte Herangehensweise als beeindruckend. Sie habe sich von Fehlschlägen nicht entmutigen lassen. Durch großes organisatorisches Geschick habe sie anspruchsvolle Methoden erfolgreich eingesetzt. »Mit großer Beharrlichkeit optimierte sie die Zusammensetzung ihrer eigenen Zahnpasta stetig.« Besonders beeindruckt war die Jury auch von den umfassenden Weiterentwicklungen im Bereich der Farbstoffe für die Zahnpasta. »Ihr Forschungsprojekt steht beispielhaft für die Verbesserung eines sehr wichtigen Alltagsprodukts«, erklärte die Jury zur Einordnung von Leonies Leistung.

Mit dem Regionalsieg verbunden ist die Teilnahme am Landeswettbewerb Baden-Württemberg im Mai. Dort stellen die besten Jungforscher des Bundeslands ihre Erfindungen vor. Leonie wird, wie schon beim Regionalwettbewerb, eine der jüngsten Teilnehmer sein.

Informationen und ein Video zu Leonies Projekt in der virtuellen Ausstellung unter https://www.jugend-forscht.ebmpapst.com

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