Mit Wandmalereien prachtvoll ausgestattet

Freudenberg entdecken (6): Die Friedhofskapelle Freudenberg und der Friedhof - Genaues Baujahr der Kirche ist nicht bekannt

Freudenberg
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Auf dem Freudenberger Friedhof finden sich auch viele besondere Grabsteine und Grabplatten. Foto: Birger-Daniel Grein
Foto: Birger-Daniel Grein
Im Inneren der Freudenberger Friedhofskapelle fallen die vielen besonderen Wandmalereien auf. Foto: Birger-Daniel Grein
Foto: Birger-Daniel Grein
Auf dem Fried­hof fällt die gro­ße im In­ne­ren pracht­voll aus­ge­stal­te­te Fried­hofs­ka­pel­le St. Lau­ren­ti­us auf. Sie war höchst­wahr­schein­lich die ers­te Pfarr­kir­che der Ge­mein­de Freu­den­berg. Si­cher ist, sie war die Kir­che der Sied­lung Lu­lin­ge­seit (Sch­reib­wei­sen auch Lul­lin­gesh­ce­ith/Lul­lin­ge­scheid).

Das genaue Baujahr der Kirche ist nicht bekannt. Erstmal in einem Dokument genannt wird sie 1159. Ab 1246 wurde Lulingeseit nicht mehr erwähnt. Man nimmt an, die Bewohner dieses Dorfs hatten sich ab 1200 in den Schutz der Freudenburg begeben.

Die Kirche wird von einer Mauer umschlossen, die zum großen Teil der originalen Mauer des ehemaligen Friedhofs entspricht. Früher nannte man diesen Kirchhof. In der Kapelle findet sich ein Grabstein von 1493. Der Friedhof war einst viel kleiner. Die erste große Erweiterung erfolgte 1613. Damals wütete die Pest in Freudenberg und kostete viele Menschen das Leben, so dass die Gräber nicht mehr ausreichten.

Früheres Frauenkloster

Alte Dokumente lassen vermuten, dass es bei der Kirche früher ein Frauenkloster gab. Das Ende des Klosters soll mit der Reformation in Freudenberg gekommen sein. Die letzten beiden Nonnen seien auf den Gotthardsberg bei Amorbach gezogen, heißt es. Eine Bestätigung, dass es das Kloster in Freudenberg tatsächlich gab, gibt es aber nicht.

Beim genaueren Blick auf das Eingangsportal des Friedhofs ist der Heilige Laurentius zu sehen, dem die Friedhofskapelle geweiht ist, zusammen mit zwei Betenden. Laurentius starb 258 nach Christus in Rom. Er war Diakon in Rom. Es wurde überliefert, er war für die Verwaltung des örtlichen Kirchenvermögens und dessen Verwendung zu sozialen Zwecken zuständig.

Kaiser Valerian hatte ihn aufgefordert, den Kirchenschatz innerhalb von drei Tagen an ihn herauszugeben. Stattdessen verteilte Laurentius diesen aber an die Mitglieder der Gemeinde. Statt des Schatzes präsentierte er dem Kaiser viele Arme und Kranke, behinderte Menschen sowie Witwen und Waisen als den wahren Schatz der Kirche. Für dieses Verhalten wurde er hingerichtet. Laurentius ist der Schutzpatron vieler Berufsgruppen, unter anderem der Bäcker, Bierbrauer, Textilreiniger und Köche, Archivare und Bibliothekare.

Zwangsweise evangelisch

Auf der rechten Seite des Freudenberger Friedhofsportals ist zu lesen, dass Freudenberg 1613 »aus der lutherischen Sekte zum katholischen und rechten Gottesglauben durch den Verdienst und Eifer des erlauchten Fürsten Julius zurückgeführt wurde.« Zuvor war die Stadt fast 100 Jahre zwangsweise evangelisch. Außerdem erfährt man durch die linke Inschrift, dass die Pest um 1611 in Freudenberg über 500 Meschen das Leben kostete. Über den beiden Tafeln sieht man das Reliefbild des heiligen Laurentius mit dem Rost in der linken und einem Buch in der rechten Hand. Der Rost weist auf die Hinrichtungsart hin, durch die Laurentius starb.

Das Schiff der Kapelle ist zehn Meter lang und 7,4 Meter breit.

Auch ein Blick ins Innere lohnt sich. Den Schlüssel für die Kapelle kann man in der Gärtnerei Schneider, im Car-Wash-Center Hac (beide an der Hauptstraße) und im Café-Restaurant Badesee (im Mühlgrundweg) ausleihen.

Im Inneren fallen die Wandmalereien auf. Sie stammen vermutlich aus der Zeit zwischen 1290 bis 1340.

Die Bilder zeigen Szenen aus der Bibel. Sie beginnen an der linken Wand, gehen über die Wand des Chors (Altarraum) weiter auf die rechte Wand.

Die älteste davon, an der rechten Wand, stammt vermutlich aus dem Jahr 1290 und zeigt die Geißelung von Christus vor dessen Kreuzigung.

Auch auf den Fenstern sind viele Malereien zu entdecken.

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