Mit Blaulicht raus auf den Reinhardshof

Nachwuchswerbung: Gewinner der Verlosung der Wertheimer Feuerwehr dürfen an echter Übung teilnehmen

Wertheim
3 Min.

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Blau­licht und Mar­tins­horn, ein hal­bes Dut­zend Fahr­zeu­ge der Feu­er­wehr rund um das ehe­ma­li­ge Of­fi­ziers­ka­si­no, fast drei­ßig Feu­er­wehr­leu­te schwär­m­en aus. Di­cker Rauch quillt aus dem Un­ter­ge­schoss des Hau­ses, drei Per­so­nen wer­den in der bren­nen­den Woh­nung ver­mu­tet.
Zum Glück nur eine der Übungen, zu denen die Freiwillige Feuerwehr Wertheim (FFW) alle zwei Wochen ausrückt. Diesen Montag waren auch drei Laien dabei: die Gewinner des »Blaulicht-Gewinnspiels« der Feuerwehr.
Dörte Spielmann (32) aus Höhefeld sagt: »Ich fand das spannend, und hab mich einfach mal beworben.« Jürgen Günther (46) hat die öffentliche Feuerwehrübung diesen Sommer in der Wertheimer Eichelstraße miterlebt und dabei Blut geleckt. Und Artur Slowinski (24) interessiert sich schon seit einer Weile für die Mitarbeit bei der FFW. Er ist vor Kurzem aus beruflichen Gründen von Stuttgart hierhergezogen, möchte sich nun ehrenamtlich engagieren und auch Leute kennenlernen. Dazu sieht er die Feuerwehr als gutes Umfeld.
Erst einmal eingekleidet
Markus Friedrich, der mit vier seiner Gruppenführerkollegen das Übungsszenario ausgearbeitet hat, betreut die drei »Neulinge«. Sie werden erst mal in der Kleiderkammer für den Einsatz ausgerüstet, mit Helm, Stiefeln, Brandschutzhose und leuchtend orangefarbener Jacke. Die Schutzkleidung ist natürlich wichtig, aber gewöhnungsbedürftig: »Da kann man sich ja kaum noch drin bewegen«, ist Günthers erster Eindruck.
So stapfen die drei in die große, erst dieses Jahr eingeweihte Fahrzeughalle, wo sie die Fahrzeuge und die Ausrüstung erläutert bekommen. Von der simplen Axt bis zur Atemschutzausrüstung - jedes Fahrzeug ist vollgepackt mit wichtigen Werkzeugen.
Bei der üblichen Vorbesprechung werden dann die Feuerwehrleute für ihre Rollen eingeteilt. Die Leitung des Einsatzes übernimmt der stellvertretende Abteilungskommandant Sebastian Szensny als Zugführer. Feuerwehrfrau Melanie Zornet, an diesem Abend als Gruppenführerin für eines der Löschfahrzeuge dabei, ist eine von nur zwei Frauen in der Wehr. Sie hat keine Probleme damit, oft als einzige Frau unter Männern zu arbeiten und auch hart zuzupacken.
Nun wird es ernst: Die Hallentore gehen hoch, die Fahrzeuge rücken aus. Am Einsatzort ist man schnell mitten im Szenario. Überall Feuerwehrleute bei der Arbeit, Schläuche, Scheinwerfer, die Funkgeräte quäken.
Unten in der »brennenden« Wohnung erzeugt eine Nebelmaschine künstlichen Rauch. Obwohl dieser harmloser ist als echter beißender, schwarzer Qualm - sobald man in die Räume kommt, ist nichts mehr zu sehen, man schwimmt fast orientierungslos in der Nebelsuppe. »Rauch ist viel fieser als Flammen«, meint ein Feuerwehrmann. Mit starken Überdrucklüftern wird der »Rauch« weggeblasen, so dass die Einsatzkräfte wieder etwas sehen können.
Gefährliches Wasser
»Achtung, Dusche!« Der Schrei vor dem Haus lässt einige zurückspringen. Beim Anschließen der Schläuche spritzt das Wasser manchmal ordentlich hoch, wenn nicht alles sofort richtig sitzt. Als Laie denkt man: Nass ist doch gut gegen Feuer. Aber ganz im Gegenteil, für einen Feuerwehrmann kann das gefährlich sein. Wenn seine Schutzkleidung nass geworden ist und er dann in ein brennendes Haus geht, steigt die Gefahr von Verbrühungen.
Die Übung läuft, die drei »Personen«, zwei Freiwillige und ein Plastikdummy, werden rasch gefunden und gerettet. Bei der Abschlussbesprechung lobt Friedrich die schnelle Personenrettung, diese hat immer die erste Priorität. Ansonsten haben er, Szensny und der als Beobachter teilnehmende Abteilungskommandant Jochen Richter, aber doch noch »so das eine oder andere«, zu kommentieren, das sie den Kollegen dann im Einzelnen erklären werden. Doch insgesamt war es eine gute Übung, und die Feuerwehr bedankt sich bei dem Vermieter, der es erlaubt hat, die Räume für die Übung zu nutzen.
Die drei Gewinner sind begeistert. »Das war echt toll da oben!« schwärmt Spielmann, die im Korb oben auf der Drehleiter dabei war. Und wie sieht es aus, haben die drei Feuer gefangen bei der Idee, bei der FFW mitzumachen? Spielmann verneint das bedauernd: Interessant fände sie es schon, aber mit drei Kindern hat sie momentan einfach nicht die Zeit, die sie dafür investieren müsste.
Günther ist sich noch nicht ganz sicher, er möchte das interessante Erlebnis »erst mal sacken lassen«. Slowinski allerdings weiß nun genau: »Ja, da möchte ich weitermachen!«
Henrietta Hartl
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