Mann wirft Scheibe ein und versucht, Bekannten zu würgen - 600 Euro Geldstrafe

23-Jähriger aus dem Kreis Miltenberg verurteilt

Wertheim
2 Min.

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We­gen ver­such­ter Kör­per­ver­let­zung und Sach­be­schä­d­i­gung wur­de am Mitt­woch vom Amts­ge­richt Wert­heim ein 23-jäh­ri­ger Ar­bei­ter aus dem Land­kreis Mil­ten­berg zu ei­ner Geld­stra­fe von 600 Eu­ro ver­ur­teilt.

Wegen versuchter Körperverletzung und Sachbeschädigung wurde am Mittwoch vom Amtsgericht Wertheim ein 23-jähriger Arbeiter aus dem Landkreis Miltenberg zu einer Geldstrafe von 600 Euro verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm zur Last gelegt, Anfang Juli letzten Jahres im Verlauf einer privaten Party in Freudenberg einen gleichaltrigen Bekannten geschlagen und dessen Haustür mutwillig beschädigt zu haben, wodurch ein Sachschaden von 192 Euro entstand.

Im Zeugenstand sagte der Geschädigte, bei einem Umtrunk auf seiner Terrasse habe der Angeklagte stark dem Alkohol zugesprochen und habe plötzlich "durchgedreht und randaliert". Als er ihn deshalb aus seiner Wohnung verweisen wollte, sei er handgreiflich geworden und habe schließlich eine Glasscheibe an der Haustür eingeworfen. Der Angeklagte habe ihn zunächst am Hals gepackt. Aus der Umklammerung habe er sich durch einen Kopfstoß befreien können. Verletzungen habe er dadurch aber nicht erlitten, wohl aber der Angreifer, der sich später immerhin entschuldigt habe.

Lärm auf der Straße

Ein weiterer Zeuge, ein 46 Jahre alter Nachbar des Geschädigten, sagte aus, er habe zu später Stunde Lärm auf der Straße gehört, sei dann zur Hilfe geeilt, um den Streit zwischen den beiden Kontrahenten zu schlichten, und habe schließlich den Angeklagten zu Boden gebracht und dort festgehalten, bis die Polizei eintraf.

Eine wegen Ruhestörung und lautstarker Streitereien gegen 1.45 Uhr zum Tatort gerufene Polizistin berichtete im Zeugenstand, bei den beiden in Streit geratenen Männern sei Alkoholeinwirkung erkennbar gewesen, der Angeklagte habe zudem einen verwirrten Eindruck gemacht und behauptet, er sei "unschuldig". Ein Atemalkoholtest habe bei ihm 2,6 Promille ergeben, bei dem Geschädigten 1,2 Promille.

Im Vorstrafenregister des Beschuldigten stehen bereits vier Verurteilungen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Besitz von 24 Gramm Marihuana, Diebstahl in drei Fällen und Sachbeschädigung. Unter anderem hatte er durch den Aufbruch von Spielautomaten 730 Euro erbeutet und steht deshalb noch unter Bewährung.

Einige Vorstrafen

Der Verteidiger gab zu bedenken, dass der Vorwurf der Körperverletzung eigentlich keinen Bestand mehr hat, weil der Geschädigte nicht verletzt wurde. Auf Antrag des Staatsanwalts wurde die entsprechende Anklage vorläufig eingestellt. Dieser sah in seinem Plädoyer zwar keine gravierenden Schäden oder Verletzungsfolgen, wohl aber teilweise einschlägige Vorstrafen. Wegen versuchter Körperverletzung und Sachbeschädigung empfahl er eine Gesamtgeldstrafe von 600 Euro.

Der Verteidiger sah lediglich noch "eine Tat im Versuchsstadium", dazu noch im Vollrausch, sodass angesichts alkoholbedingter Enthemmung und erfolgter Entschuldigung eine niedrige Geldstrafe mit einer Tagessatzhöhe von 15 Euro angebracht sei. Diese Tagessatzhöhe berücksichtigte Richterin Ursula Hammer in ihrem Urteil, setzte aber 40 Tagessätze fest, sodass daraus eine Geldstrafe von 600 Euro wurde. Sie habe die verminderte Zurechnungsfähigkeit und die Entschuldigung des Angeklagten berücksichtigt, der sich jedoch "auf einem schmalen Grat" nahe an einer Haftstrafe bewege. alsi

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