Wertheim entdecken: Die Kilianskapelle und das Erbgrafenhaus in der Nähe der Stiftskirche (9)

Lateinschule, Affe und zwei Gräfinnen

Wertheim
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Die Kilianskapelle. Ihr Namensgeber ist der Heilige Kilian, der Schutzheilige der Franken.
Foto: Birger-Daniel Grein
Das Erbgrafenhaus: Hier wohnte einst Katharina Elisabeth Gräfin von Löwenstein und Wertheim, Käterle genannt.
Foto: Birger-Daniel Grein
Wertheim entdecken
Foto: ME
In die­sem 9. Teil der Rei­he »Wert­heim ent­de­cken« schau­en wir uns zwei in­ter­es­san­te Ge­bäu­de in der Nähe der Stifts­kir­che an.

Im Hof der Stiftskirche findet man etwas weiter oben die Kilianskapelle. Ihr Namensgeber ist der Heilige Kilian, der Schutzheilige der Franken. Die Kapelle wurde 1472 gebaut. In ihrem Untergeschoss befand sich eine Kapelle mit einer Grablege. Grablegen sind Orte, an denen Tote zur Ruhe gebettet wurden.

Schule im Obergeschoss

Anfangs wurde auch das Obergeschoss als Kapelle genutzt. Ab 1571 diente es als Lateinschule, vergleichbar mit dem heutigen Gymnasium. 1903 wurde das Obergeschoss wieder zur Kapelle umgebaut. An den Steinen des Gangs im oberen Teil der Kilianskapelle erkennt man reiche Verzierungen. Zu ihnen gehört der Wertheimer Affe mit einem Spiegel in der Hand.

Er war ein spöttisches Zeichen für die Eitelkeit.

In der heutigen Zeit wurde er zum Namenspatron des Taubertal-Kabarettpreises, den der Verein Convenartis Kunstverein in Wertheim ausrichtet. Zu sehen gibt es in der Kapelle unter anderem das alte Uhrwerk von 1544 aus dem Glockenturm der Stiftskirche.

Geht man von der Stiftskirche weiter Richtung Straße sieht man links, gegenüber der Kirche, das Haus von Gräfin Käterle. Es handelt sich dabei um das Erbgrafenhaus.

An Pest gestorben

In ihm lebte Katharina Elisabeth Gräfin von Löwenstein und Wertheim, Käterle genannt. Sie wurde 1586 geboren und starb 1634 an der Pest. Sie war Mitglied der Grafenfamilie und lebte zusammen mit ihrer Schwester Walburg in diesem Haus.

Früher gab es zwischen ihrem Haus und der Stiftskirche eine Brücke, durch die die gräfliche Familie direkt in ihren Teil der Stiftskirche gelangen konnte. Die Konsolensteine für die Brücke findet man noch an der Seite der Kirche.

Gruselige Geschichte

Zu Katharina gibt es eine gruselige Geschichte: Sie galt als Todesbotin. Katharina wurde nach ihrem Tod einbalsamiert. So wurde ihr Leichnam zu einer Art Mumie. Die Geschichte erzählt, wenn das tote Käterle irgendwo in der Stadt gesehen wurde, kündige dies den baldigen Tod eines Mitglieds der gräflichen Familie an.

In der nächsten Folge geht es um um den Wertheimer Marktplatz.

IAlle erschienen Folgen der Serie »Wertheim entdecken« unter: https://www.main-echo.de

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