Kurtz-Ersa: Umsatzeinbruch von knapp 15 Prozent

Wirtschaft: Unternehmensführung spricht dennoch insgesamt von positivem Ergebnis - Mitarbeiterzahl reduziert

Kreuzwertheim
2 Min.

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Finanzchef und Geschäftsführer der Kurtz Holding, Thomas Mühleck.
Foto: Firma Kurtz Ersa
Wiebelbach, Drohne, Marschall
Foto: Firma Kurtz Ersa
Der Vorstandsvorsitzende Rainer Kurtz.
Foto: Firma Kurtz Ersa
Trotz sin­ken­dem Um­satz in der Pan­de­mie-Si­tua­ti­on hat der Kurtz-Er­sa-Kon­zern ein po­si­ti­ves Er­geb­nis er­zielt. Das be­rich­te­ten der Vor­stands­vor­sit­zen­de Rai­ner Kurtz und Hol­ding-Ge­schäfts­füh­rer Tho­mas Müh­l­eck: "Die Er­trags­la­ge konn­te auf­grund di­ver­ser Spar­maß­nah­men und der Nut­zung des In­stru­ments Kurz­ar­beit auf dem Vor­jah­res­ni­veau ge­hal­ten wer­den."

Gemeinsam mit dem Betriebsrat habe das Management bereits vor dem ersten Lockdown Maßnahmen ergriffen, um die Mitarbeiter zu schützen. Dazu gehörten die Einführung von Schichtsystem, Hygienekonzept und Homeoffice. "Aufgrund der Digitalisierungsoffensive, die wir schon vor zwei Jahren gestartet haben, fiel uns Letzteres beispielsweise relativ leicht", erklärte Kurtz, der besonders stolz ist auf die "Hammer App", mit der die Mitarbeiter unmittelbar über die Entwicklungen im Unternehmen auf dem neuesten Stand gehalten werden können.

Insgesamt habe Kurtz-Ersa, wie die Maschinenbaubranche allgemein, in diesem Jahr einen Umsatzeinbruch von knapp 15 Prozent auf rund 225 Millionen Euro verkraften müssen, berichteten die beiden Führungskräfte. Allerdings seien die Finanzkennzahlen weiterhin sehr stabil. "Wir haben operativ eine starke Performance gezeigt, was sich auch in der Kassenlage zeigt", sagte Finanzchef Mühleck. Mit aktuell knapp 1200 Beschäftigten habe man die Mitarbeiterzahl an die Situation anpassen müssen. "Wir haben beispielsweise die Zahl der Leihkräfte deutlich reduziert. Ansonsten ist der Rückgang primär auf den Verkauf unserer Vorfertigung in Wiebelbach zurückzuführen", ergänzte Kurtz, der Nachhaltigkeit als starke Säule der Unternehmensstrategie bezeichnet.

Mehr Nachhaltigkeit

Dafür wurden im Unternehmen Arbeitsgruppen ins Leben gerufen, die bereits zahlreiche Maßnahmen zu mehr Nachhaltigkeit angestoßen hätten. "Das Spektrum reicht von der Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen der Werke über eine nachhaltige Ausrichtung unserer Beschaffungsaktivitäten bis zur Förderung von Umweltprojekten in der Region", so Kurtz, der sich zum Ziel gesetzt hat, dass der Konzern bis 2029, dem 250. Geburtstag des Unternehmens, CO2-neutral ist. Dazu gehört unter anderem auch, dass die Firma plant, mit Fotovoltaik und Wasserkraft selbst Strom zu erzeugen um die E-Fahrzeuge umweltfreundlich zu "betanken".

Dem Ruf nach mehr Nachhaltigkeit in der Automobilindustrie und der Kunststoffbranche begegne man mit technischen Innovationen, erläuterte Kurtz. Zudem sei im September zusammen mit einem Kooperationspartner ein neues Geschäftsfeld zur Produktion und Vermarktung von 3D-Metalldruckern gegründet worden. "Erste Drucker wurden bereits gefertigt und an Kunden ausgeliefert", so der Vorstandsvorsitzende.

Anstrengungen unternimmt das Unternehmen auch, um den Ruf als "attraktiver Arbeitgeber" zu untermauern. Dazu gehört, dass zusätzliche Leistung honoriert wird. So erhalten beispielsweise alle Arbeitnehmer in diesem Jahr eine Zahlung von 500 Euro und es wurde, um die Ausbildung zu optimieren, in einem ehemaligen Produktionsgebäude am Standort Wiebelbach die "Hammer Akademie" als eigenständige Firma für Aus- und Weiterbildung gegründet. "Diese Firma wird im neuen Jahr offiziell eröffnet und steht auch Drittfirmen offen", kündigte Kurtz an.

Schwieriger Ausblick

Der Blick ins kommende Jahr fällt noch sehr vage aus. "Neben den Auswirkungen der Pandemie sind die Umwälzungen in der Antriebstechnik im Automobilbau, die Umweltdiskussion zum Thema Kunststoffverpackungen sowie neue Wettbewerber aus Fernost weiterhin belastende Faktoren", erklärten Mühleck und Kurtz. Sie sagen voraus, dass das Unternehmen nach einem stagnierenden ersten Halbjahr von einem deutlichen Wachstum im zweiten und dritten Quartal ausgeht.

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