Kreuzwertheims Vergangenheit im Blick

Geschichts- und Heimatverein: Jahrbuch 2021 vorgestellt - Kostenlos nur für Mitglieder und unbezahlbar im Wert

Kreuzwertheim
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Gerade erschienen: Jahrbuch 2021 des Geschichts- und Heimatvereins Kreuz. Foto: Birger-Daniel Grein
Foto: Birger-Daniel Grein
Das Jahrbuch 2021 des Geschichts- und Heimatvereins Kreuzwertheim bietet Einblicke in die Geschichte der Marktgemeinde und ihrer Umgebung. Unter anderem erfahren die Leser Vieles über den Streit um den Haslocher Turm vor 50 Jahren. Foto: Birger-Daniel Grein
Foto: Birger-Daniel Grein
In­ter­es­san­te Ein­bli­cke in die Kreuz­wert­hei­mer Ge­schich­te auf 440 Sei­ten bie­tet das Jahr­buch 2021 des Ge­schichts- und Hei­mat­ve­r­eins Kreuz­wert­heim. Am Mitt­woch hat es Man­f­red Schnei­der vor­ge­s­tellt.

Der Vorsitzende des Vereins hat das Buch zusammengestellt und ist auch Autor der meisten Artikel darin. Beiträge stammen zudem von acht weiteren Autoren. Es handelt sich bereits um die 33. Auflage des Buchs.

Zu finden seien in der aktuellen Ausgabe wieder »historische, heimatkundliche Beiträge, die in der Regel einen deutlichen Bezug zu aktuellen Ereignissen und Jubiläen haben«, so Schneider.

Bewährter Aufbau

Der Aufbau folgt dem bewährten Prinzip: Am Anfang steht die Chronik der Marktgemeinde für 2021, einschließlich des weltgeschichtlichen Hintergrunds. Der zweite Teil berichtet über die Vereinsaktivitäten im vergangenen Jahr. Es waren ausschließlich Exkursionen. Am umfangreichsten ist der dritte Teil. Er umfasst zahlreiche Berichte zu historischen Themen.

So findet sich in ihm unter anderem ein Kapitel über den Haslocher Turm an der Hauptstraße Richtung Hasloch. Dieser sei vor 50 Jahren noch zur Hälfte auf der Straße gestanden und habe so den Verkehrsfluss verhindert. Die Hälfte der Einwohner habe ihn daher abreisen wollen, die andere Hälfte habe ihn erhalten wollen. »Man sagte es, es gab einen Kampf um den Turm«, so Schneider. 1972 wurde der Turm dann mit Hilfe von Schienen und Hydraulik verschoben und auf ein neues Fundament gestellt. »Sogar die amerikanische und kanadische Presse hatte damals über die Verschiebung berichtet«, weiß Schneider. Im aktuellen Jahrbuch ist die Geschichte um den »Turmkampf« ausführlich dargestellt. »Im Jahrbuch 2022 setze ich den Bericht mit der Verschiebung fort«, erklärt Schneider.

Einst evangelisch

Ein weiteres Kapitel widmet sich der Wiedergründung der katholischen Kirchengemeinde Kreuzwertheim vor 50 Jahren. »Seit 1520 waren wir wegen der Grafen von Wertheim evangelisch.« Nach dem Zweiten Weltkrieg seien viele katholische Flüchtlinge in die Marktgemeinde gekommen. Zudem wurden durch die Gebietsreform drei katholische Gemeinden eingemeindet worden, verdeutlicht Schneider den Grund der Neugründung.

Straßen und Wege

Ausführlich beschäftigt sich das Buch auch mit den Altstraßen im Spessart. Es habe eine Ost-West-Verbindung mit dem Namen Via Publica und eine Nord-Süd-Verbindung mit dem Namen Heristrata (Heerstraße) gegeben. Über den genauen Verlauf gebe es widerstreitende Theorien. Ein Mitglied des Vereins habe auf Basis seiner Forschungen eine eigene Theorie zum Wegeverlauf aufgestellt. Auch diese wird vorgestellt.

Weitere Kapitel beschäftigen sich zum Beispiel mit der Röttbacher Schulgeschichte und dem dortigen Schulhausneubau dort vor 100 Jahren, dem Neubeginn der Schulen nach 1945, dem Hotel Schweitzer Stuben in Bettingen und dessen besonderen Gästen sowie der Errichtung des Ehrenmals für die Kriegsopfer vor 50 Jahren.

Außerdem hatte Schneider niedergeschrieben, was ihm der letzte Mainfischer Walter Herz über seine Zeit vor der Berufsfischerei erzählt hatte. Herz war einst als Schiffsheizer auf allen Weltmeeren unterwegs. Fortgesetzt wird im Jahrbuch auch die Reihe mit alten Postkarten von Kreuzwertheim ab 1896.

Auch dem Jubiläum des TSV Kreuzwertheim ist ein Kapitel gewidmet, genauer über dessen sportlichen Erfolge im Fußball. Im vierten Teil geht es um aktuelle Ereignisse, diesmal um das Jubiläum 100 Jahre Frankenbund. Der letzte Teil bietet eine Übersicht über die Jahresplanung des Vereins für 2022.

Das Buch wurde in einer Auflage von 400 Exemplaren gedruckt. Es wird kostenlos an alle Vereinsmitglieder verteilt und kann zudem bei der Schaefers' Apotheke, der Volksbankfiliale und dem Rathaus Kreuzwertheim erworben werden. Finanziert werden die Druckkosten durch die Mitgliedsbeiträge und Spenden.

Nachwuchs fehlt

Dies werde aber schwieriger, so Schneider. »Es wird aber auch nächstes Jahr ein Jahrbuch geben«, ist er überzeugt. Aktuell hat der Verein 250 Mitglieder. Schade sei, dass man bisher keine jüngeren Mitglieder gewinnen konnte, bedauert Schneider und wünscht sich mehr Interesse junger Leute an lokaler Geschichte und dem Verein.

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