Wertheim entdecken: Kirche mit geheimnisvollem Innenleben

Glocke im hinteren Teil der Stiftskirche soll zum friedlichen Leben auffordern (5)

Wertheim
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Altarraum der Wertheimer Stiftskirche: Hier sind auch viele Grabplatten der früheren Wertheimer Grafen zu finden.
Foto: Birger-Daniel Grein
Die wahrscheinlich älteste gemalte Stadtansicht Wertheims auf der rechten Seitenwand in der Nähe der Orgel der Stiftskirche.
Foto: Birger-Daniel Grein
Nach­dem wir uns im vier­ten Teil der Rei­he »Wert­heim ent­de­cken« die Stifts­kir­che von au­ßen an­ge­se­hen ha­ben, de­cken wir nun ei­ni­ge Ge­heim­nis­se in ih­rem In­ne­ren auf. In ih­rem gro­ßen Al­tar­raum fällt das Kreuz auf, das über dem Al­t­ar­tisch hängt.

Es stammt von 1682. Im Altarraum finden sich auch viele Grabplatten der früheren Wertheimer Grafen.

Am Altar gibt es auch eine besondere Kammer. Wenn man vorm Altar steht, sieht man auf der linken Seite eine Tür. Schaut man durch das dortige Guckloch, bekommt man einen etwas gruseligen Blick in die Vergangenheit.

Älteste gemalte Stadtansicht

Geht man vom Altar Richtung Orgel, entdeckt man auf der rechten Seite an der Wand eine sehr alte Malerei. Man geht heute davon aus, dass es sich um die älteste gemalte Stadtansicht Wertheims handelt, die noch erhalten ist. Durch sie bekommt man Einblicke in das frühere Leben in der Main-Tauber-Stadt. Lange waren die Malereien übertüncht. Erst bei der Renovierung von 2005 bis 2007 wurden sie entdeckt und restauriert.

Im hinteren Teil der Kirche findet man eine Glocke. Sie besteht aus sogenanntem Klangstahl und war Ersatz für eine defekte Bronzeglocke. 1926 wurde sie im Glockenturm aufgehängt. Den Menschen gefiel ihr Klang aber später nicht mehr. So entschloss sich die Kirchengemeinde 1960 dazu, sie wieder durch eine Glocke aus Bronze zu ersetzen.

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 Einladung zum Gebet 

Seither steht die Glocke aus Klangstahl in der Kirche. Sie soll die Menschen heute zum friedlichen Leben auffordern und sie zum Gebet einladen.

Auf der Vorderseite findet man eine Inschrift, die die Menschen auffordert: »Wachet und Betet« Außerdem steht dort. »Schwer die Zeit, Groß das Leid, Gott helf zur ewigen Seligkeit.«

Klopft man vorsichtig mit der Hand auf ihren unteren Rand, kann man sie erklingen lassen. Passend zum evangelischen Gotteshaus findet man in der Kirche eine Statue von Martin Luther. In ihren Händen ist eine aufgeschlagene Bibel mit dem Alten und Neuen Testament. Die Figur ist jedoch nicht historisch. Geschaffen wurde sie vom heute aktiven in Wertheim wohnenden Künstler Otmar Hörl. Dieser hatte die Figur in hundertfacher Anzahl geschaffen. Er wollte damit Luthers Wirken unters Volk bringen.

Treppe zur Kapelle

Im hinteren Teil der Stiftskirche führt auch eine Treppe in die Heilig-Geist-Kapelle. Sie ist eine kleine Andachtskapelle, die etwa 1430 gebaut wurde. Über ihrem Eingang findet man die Wertheimer Madonna. Die Figur stammt von 1325. Sie ist die einzige Figur, die aus der Kirche übrig geblieben ist, an deren Stelle nun die Stiftskirche steht. In der Kapelle entdeckt man eine Malerei aus ihrer Bauzeit. Solche Fresken wurden in den frischen Wandputz gemalt.

Die Tür in der Kapelle führt in den Glockenturm. Sie ist aber für Besucher verschlossen. Im Fenster der Kapelle sieht man einen Jakobspilger. Das sind Menschen, die den Jakobsweg zum Grab des Heiligen Jakobus in Santiago de Compostela in Spanien gehen. Manche von ihnen machen dabei auch in Wertheim Rast. Zu erkennen ist der Pilger an seinem Pilgerstab.

In seiner Hand hat er eine Jakobsmuschel, auch Pilgermuschel genannt. Diese Muscheln leben an der Atlantikküste von Schottland bis Portugal. Sie sind Zeichen des heiligen Jakobus und der Jakobspilger. Im Mittelalter dienten sie den Pilgern zum Wasserschöpfen.

Aufwendig restauriert

Das Fenster hat eine interessante Geschichte. Es befand sich, bevor es an seiner jetzigen Stelle verbaut wurde, als Teil eines Fensters in der Sakristei. Das Gemälde auf dem Glas war völlig verblasst. 2006 wurde es wieder entdeckt und bei der Kirchenrenovierung 2007 aufwendig restauriert. Danach fand es seinen Platz an der heutigen Stelle.


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