Kinderbetreuung fehlt das Personal

Jugendhilfeausschuss: Informationen über den aktuellen Stand im Main-Tauber-Kreis - Immer mehr Dreijährige

MAIN-TAUBER-KREIS
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Eine qualifizierte Kinderbetreuung, wie hier im Kindergarten Freudenberg, ist in allen Altersklassen wichtig. Im Jugendhilfeausschuss des Main-Tauber-Kreises am Dienstagnachmittag wurden die aktuellen Entwicklungen vorgestellt. Foto: Birger-Daniel Grein
Foto: Birger-Daniel Grein
Der Be­darf an der Kin­der­be­t­reu­ung ist wei­ter hoch und die Ge­win­nung päda­go­gi­scher Fach­kräf­te ei­ne gro­ße Auf­ga­be. Dies zeig­ten die Be­rich­te in der Sit­zung des Ju­gend­hil­fe­aus­schus­ses des Main-Tau­ber-Krei­ses am Di­ens­ta­gnach­mit­tag in Sit­zungs­saal des Land­rat­samts.

Sabine Sandmaier vom Jugendamt stellte den Ausbaustand der Kindertagesbetreuung im Landkreis zum Jahresende 2021 vor.

Entgegen der Prognose des statistischen Landesamts habe sich die Zahl der unter dreijährigen Kinder im Kreis leicht erhöht. Sie lag zum Stichtag 31. Dezember 2021 bei 3696 Kindern. Starke Zuwächse gab es in Igersheim, Niederstetten, Weikersheim und Wittighausen. Es gab auch Gemeinden mit Rückgang zum Vorjahr, beispielsweise Tauberbischofsheim, Werbach und Wertheim. Die Betreuungsquote dieser Altersklasse stieg leicht von 38,04 auf 39,23 Prozent. Die Nachfrage nach Plätzen für unter Dreijährige sei weiterhin hoch, verdeutlichte Sandmaier. Im Landkreis gab es zum Stichtag 31. Dezember 2021 insgesamt 1185 Betreuungsplätze in Kindertageseinrichtungen für sie, zusammen mit der Kindertagespflege sind es 1450.

5083 Plätze im Kreis

Die Betreuungsquote liegt landkreisweit bei 39,23 Prozent mit Schwankungen zwischen den Gemeinden. Im Landkreis gibt es 111 Kindergärten, die Kinder von drei Jahren bis zum Schuleintritt aufnehmen. Nicht mitgerechnet sind die Schulkindergärten. Zum Stichtag gab es im Landkreis 3782 Kinder dieser Altersspanne. Für sie stehen 5083 Plätze bereit. Besonders deutlich wurde ein Ausbau im Bereich der Ganztagsbetreuung.

Im Hinblick auf die Schulkindbetreuung verwies Sandmaier auf das Ganztagsförderungsgesetz. Ab dem Schuljahr 2026/27 haben Erstklässler Anspruch auf eine Ganztagsbetreuung. Jedes Schuljahr wird dieser Anspruch um eine Jahrgangsstufe erweitert, bis er für alle Grundschulkinder gilt. Die Betreuung könne sowohl in Horten als auch in offenen und gebundenen Ganztagsschulen umgesetzt werden, so Sandmaier, die betonte: »Es gilt das Fachkräftegebot.« Diese Verpflichtung sei neu.

Bisher würden in der Schulbetreuung viele Hilfskräfte eingesetzt. Der Rechtsanspruch sieht einen Betreuungsumfang von acht Stunden an fünf Werktagen (Schulstunde mitgerechnet) vor. Die Länder können eine Schließzeit von maximal vier Wochen in den Ferien regeln. Aus dem Gesetz resultiere eine Ausbauverpflichtung in allen Kommunen. Das Problem sei jedoch die Gewinnung von Fachkräften. Laut Deutschem Jugendinstitut habe es 2018 in Baden-Württemberg für 21 Prozent der Grundschüler einen Platz in der Ganztagsbetreuung gegeben. Für 2025 prognostiziere das Institut einen Bedarf von 65 Prozent. Dazu müssten landesweit 207.000 zusätzliche Plätze geschaffen werden. Im Main-Tauber-Kreis gab es zum Stichtag 2279 Betreuungsplätze für Schulkinder. Die Betreuungsquote liegt damit kreisweit bei 49 Prozent, schwankt aber in den Kommunen zwischen 30 Prozent in Bad Mergentheim und rund 92 Prozent in Ahorn.

In der Aussprache zum Bericht betonten mehrere Ausschussmitglieder, dass der Ausbau der Schulkindbetreuung in den Kommunen bedarfsgerecht erfolgen müsse. Dabei sei zentral auf den Elternwillen zu schauen. Angeregt wurde, Möglichkeiten zu schaffen, die bisher in der Betreuung Engagierten zu qualifizieren, ähnlich wie bei Tageseltern.

Aufgrund des großen zusätzlichen Fachkräftebedarfs wurde zudem anregt, der Landkreis solle Ideen entwickeln, wie mehr junge Menschen für die pädagogischen Berufe begeistert werden können. Betont wurde weiterhin, dass neben der Schaffung von Plätzen auch der qualitative Ausbau der Angebote in allen Altersklassen der Betreuten zentral sei.

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