"In die Lunge gehört nur Luft"

Suchtprävention: Lungenspezialist Dietmar Geiger hat Achtklässern des Wertheimer Gymnasiums Einblicke in das Organ verschafft

Wertheim
1 Min.

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Gespannt beobachten die Schüler den Lungenspezialisten Dietmar Geiger bei einer Bronchoskopie am Modell.
Foto: Petra Folger-Schwab
Das Pas­siv­rau­chen ei­ner Zi­ga­ret­te ist ver­g­leich­bar mit dem Ei­n­at­men der Ab­ga­se ei­nes Die­sel­mo­tors, der ei­ne Stun­de lang im Wohn­zim­mer läuft. Sol­che und wei­te­re aufrüt­teln­de In­for­ma­tio­nen hat Lun­gen­spe­zia­list Diet­mar Gei­ger den 8. Klas­sen des Wert­hei­mer Gym­na­si­ums ver­mit­telt. Der Che­f­arzt der ört­li­chen Rot­k­reuz­k­li­nik war am Frei­tag zu ei­nem Sucht­präv­en­ti­ons­tag ans Die­trich Bon­ho­ef­fer Gym­na­si­um (DBG) ge­kom­men.

Laut Schulleiter Reinhard Lieb ist "Suchtprävention im Bildungsplan verankert". Sie finde das ganze Schuljahr über in verschiedenen Fächern statt. Kinder und Jugendliche sollen so den Umgang mit Konsum- und Genussmitteln lernen, aber auch die Gefahren kennen, die davon ausgehen.

Dietmar Geiger demonstrierte den Schülern, was Rauchen mit der Lunge macht. Der Mediziner zeigte an interaktiven Bildern, wie sich die Lunge bei einer Erkrankung verändert. Von rosa bis schwarz ging die Entwicklung, die die Schüler interessiert verfolgten.

"Die einzig vernünftige Arbeit für einen Lungenspezialisten ist Prävention", betonte Geiger. Deshalb geht er seit mehr als 20 Jahren in die Schulen und betreibe Aufklärung. In lockerer Atmosphäre und mit vielen teils schockierenden Bildern erklärte der 56-Jährige die Lungenfunktion und mögliche Schädigungen des Organs. "In eurem Alter wächst die Lunge noch, wenn man sie lässt", adressierte er die Jugendlichen.

Geiger sprach über die Schadstoffemissionen, welche die Gesellschaft nicht hinnehmen sollte. "Die Industrie interessiert sich nicht dafür, wie es uns geht", sagte der Mediziner.

Beim Thema Zigarettenrauch wechselten manche Teilnehmer vielsagende Blicke - da liegen wohl schon Erfahrungen vor. 4000 gesundheitsschädliche Stoffe sind laut dem Chefarzt im Tabakrauch enthalten, davon sind 43 krebsauslösend. Ob mit E-Zigaretten, Verdampfern oder Shishas - Schadstoffe werden immer eingeatmet, erläuterte der Lungenspezialist. Häufig ist Nikotin dabei, das süchtig macht. Die Kohlenmonoxidbelastung beim Shisharauchen werde gar nicht bemerkt. "Betreten verboten", müsste nach Meinung von Geiger außen an derartigen Bars stehen. "In die Lunge gehört nur Luft", ist das Credo des Fachmanns.

Wie die Lunge mittels einer Bronchoskopie untersucht wird, zeigte der Arzt anhand eines Modells. Er leitete die Schüler an, es auch selbst auszuprobieren. "Das war super", waren sie sich einig. Ob die Jugendlichen nun die Finger von Zigaretten und Co. lassen? Das wollte nur einer kommentieren: "Ich habe es noch nicht probiert und habe es auch nicht vor."

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