Immer mehr Kinder müssen aus den Familien genommen werden

Corona: Probleme sind deutlich gestiegen

MAIN-TAUBER-KREIS
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Die Ar­beit der Kin­der- und Ju­gend­hil­fe im Main-Tau­ber-Kreis war auch im Jahr 2021 »stark von den an­hal­ten­den Be­ein­träch­ti­gun­gen durch die Co­ro­na-Pan­de­mie ge­prägt«.

Mit dieser Aussage fasste der Leiter des Jugendamtes, Martin Frankenstein, am Mittwoch im Jugendhilfeausschuss die Entwicklungen des vergangenen Jahres zusammen.

Das Jugendamt sei in einzelnen Bereichen gerade durch die Pandemie »stärker gefordert« gewesen, illustrierte Frankenstein an einzelnen Zahlen, welche Herausforderungen es in vielen Familien durch die Corona-Einschränkungen gegeben habe.

Beispielhaft nannte er die Krisenintervention zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Gemeint ist damit die Herausnahme von Kindern und Jugendlichen aus ihren Familien, um sie vor Übergriffen und Gewalt zu schützen.

Mit Beginn der Pandemie im Jahr 2019 verzeichnet das Jugendamt tendenziell steigende Fallzahlen. Einen traurigen Höhepunkt bildete im Fünf-Jahres-Vergleich das Jahr 2021: 62 Kinder und Jugendliche mussten für Tage oder sogar Wochen und Monate aus ihren Familien herausgenommen und in Pflegefamilien oder Wohngruppen gegeben werden.

Lange von Eltern getrennt

Wie dramatisch die Situationen teilweise waren, spiegelt auch die Dauer der Inobhutnahmen im vergangenen Jahr wider. Mit durchschnittlich 52 Tagen waren Kinder und Jugendliche noch nie so lange ohne ihre leiblichen Eltern. 2020 waren es erst durchschnittlich 29 Tage, die Kinder und Jugendliche aus ihrem familiären Umfeld herausgenommen werden mussten. Jugendamtsleiter Martin Frankenstein begründete diese Entwicklung mit »den immer komplexer werdenden Problemlagen« in den Familien, die es zu lösen gelte, bevor eine Rückkehr möglich werde.

So dauerten etwa familiengerichtliche Verfahren nach Gewalt- und Missbrauchsfällen zwei bis drei Monate. Vor Abschluss dieser Verfahren sei an eine Rückkehr nicht zu denken.

Die gestiegene Zahl an Inobhutnahmen stellt das Jugendamt letztendlich vor weitere Herausforderungen.

Auf Nachfrage von Kreisrat Manfred Schaffert (CDU) versicherte Frankenstein, dass die Aufnahmekapazitäten trotz gestiegener Fallzahlen und längerer Inobhutnahmen »noch ausreichten«. Trotzdem sei die Wohngruppe Krisenintervention, Inobhutnahme, Kurzzeitunterbringung (KIK) der Jugendhilfe Creglingen im vergangenen Jahr »sehr ausgelastet« gewesen.

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