IG Metall geht kampfbereit in die Tarifrunde

Delegiertenversammlung in Tauberbischofsheim

Main-Tauber/Neckar-Odenwald
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Zur De­le­gier­ten­ver­samm­lung der IG Me­tall Tau­ber­bi­schofs­heim sind die De­le­gier­ten aus den Be­trie­ben im Zu­stän­dig­keits­be­reich der IG Me­tall aus den Krei­sen Main-Tau­ber und Ne­c­kar-Oden­wald jetzt in Dit­tig­heim zu­sam­men­ge­kom­men. Das mel­det die Ge­werk­schaft. Die De­le­gier­ten­ver­samm­lung ist das höchs­te ört­li­che Ver­t­re­tung­s­or­gan der IG Me­tall. Un­ter an­de­rem ging es um die Si­tua­ti­on der Fi­nan­zen und Mit­g­lie­der so­wie die an­ste­hen­de Ta­rifrun­de.

Der erste Bevollmächtigte Harald Gans berichtete, die Finanzsituation der Geschäftsstelle sei gut. Das liege zum einen an gestiegenen Mitgliedsbeiträgen und andererseits an niedrigeren Ausgaben. Die Corona-Situation habe auch im vergangenen Jahr dazu geführt, dass weniger Betriebsbesuche möglich waren und dadurch weniger Reisekosten entstanden seien. Auch Schulungsmaßnahmen und Teilnehmerzahlen hätten sich aufgrund von Corona deutlich reduziert.

Die gute finanzielle Situation dürfe jedoch nicht über die Schwierigkeit hinwegtäuschen, neue Mitglieder zu gewinnen und zu halten. Verantwortlich für diese Situation sei ebenfalls der Zustand, dass Corona den direkten Kontakt zu den Beschäftigten erschwere. Das merkten die Betriebsräte, die Vertrauensleute und auch die IG Metall. So hätten Betriebsräte zum Beispiel häufig darauf verzichtet, die gesetzlich vorgeschriebenen Betriebsversammlungen durchzuführen. Die IG Metall appellierte an alle Interessenvertreter, dass dieser Ausnahmezustand ein Ende haben müsse.

Der Bevollmächtigte erläuterte die Diskussion zur anstehenden Tarifrunde. Diese sei mit vielen Rahmenbedingungen konfrontiert. Die politische und geopolitische Lage überlagere vielerorts die betrieblichen Diskussionen. Einerseits zeigten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Kennzahlen eine gute bis sehr gute Entwicklung, andererseits sei die Situation geprägt von Lieferschwierigkeiten und der zu erwartenden wirtschaftlichen Lage der Betriebe aufgrund der Transformation und der geopolitischen Lage. »Es mutet schon seltsam an, wenn einerseits große Automobiler Rekordgewinne einfahren und gleichzeitig Kurzarbeit einführen und über schwindende Aufträgen und Abrufe jammern«, so Gans.

Die Arbeitgeber warteten bereits jetzt mit einer Kampagne gegen zu erwartende Forderungen der IG Metall auf, um die öffentliche Meinung und die Erwartungshaltung der Beschäftigten zu dämpfen. »Die IG Metall hat seit 2018 großes Verständnis für die Bewältigung einer Krise nach der anderen gehabt. Das muss ein Ende haben, unsere Leute brauchen wieder eine anständige Entgelterhöhung«, sagte Gans.

Am 4. Mai wird die IG Metall Tauberbischofsheim in einer großen Tarifkonferenz mit den Aktiven aus den Betrieben die Tarifrunde diskutieren und die konkrete Umsetzung planen. Angestrebt werde, dass die große Tarifkommission Baden-Württemberg am 30. Juni die Entgeltforderung beschließe. Im Vorfeld werde die Diskussion in den Betrieben geführt.

Ivan Curkovic von der Bezirksleitung der IG Metall in Stuttgart beleuchtete die Unsicherheiten für Beschäftigte und Betriebe durch den Krieg in der Ukraine. Die Lieferketten seien aufgrund dessen stark gefährdet oder bereits abgebrochen. Die Ukraine sei einer der größten Lieferanten von Kabelsätzen nicht nur für die Automobilindustrie. Der Maschinenbau sei ebenfalls davon betroffen. Das führe zu Beschäftigungsproblemen, die im Augenblick mit Kurzarbeit gelöst würden.

Da die IG Metall wieder ein DGB-Rechtsschutzbüro in Tauberbischofsheim eingerichtet hat, endet die Zeit für den Rechtsanwalt Rolf Grüning, der seit Jahrzehnten die IG Metall in Tauberbischofsheim als Berater und als Beschäftigter in juristischen Fragen unterstützt und den Bereich Arbeitsrecht geprägt hat. Grüning kann mit seiner Kanzlei für Arbeitsrecht immer noch als juristischer Vertreter für die Betriebsräte beauftragt werden.

Florian Krug ist der Jurist, der seine Tätigkeit im neuen DGB-Rechtsschutz-Büro in den Räumlichkeiten der IG Metall auf dem Ganter Campus in Tauberbischofsheim aufgenommen hat. Fortan wird er die Rechtsberatung für die IG Metall-Mitglieder durchführen und für alle Mitglieder der Einzelgewerkschaften den Rechtsschutz und die Vertretung vor Gericht übernehmen.

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