Hochkarätige Musiker, abwechslungsreiche Auswahl

Städtische Jugendmusikschule: Querflötistin Julia Grimmer und Gitarrist Hubert Steiner begeistern im Schlösschen

Wertheim-Hofgarten
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Das Duo Hubert Steiner und Julia Grimmer überzeugte im Hofgartenschlösschen durch harmonisches Zusammenspiel und ausgezeichnete Intonation.
Foto: Bernd Dorbath
Mit den Lehr­kräf­ten Ju­lia Grim­mer (Qu­er­flö­te) und Hu­bert Stei­ner (Gi­tar­re) hat die Städ­ti­sche Ju­gend­mu­sik­schu­le am Frei­tag im Hof­gar­ten-Schlös­schen zwei hoch­ka­rä­ti­ge In­ter­p­re­ten prä­sen­tiert. Sie be­scher­ten ih­rem Pu­b­li­kum mit Aus­blick auf den Park und im Lau­fe der all­mäh­lich schwächer wer­den­den Son­ne zu die­sem Früh­lings­tag auch noch den pas­sen­den mu­si­ka­li­schen Aus­klang.
»Was das Herz bewegt, das strömt in Tönen aus«, war die Veranstaltung betitelt. Die abwechslungsreiche Auswahl der knapp 20 Stücke, die kongeniale instrumentale Kombination sowie die professionelle Intonation sorgten für einen regelrechten Genuss. Man muss den beiden nicht sagen, dass sie ihr Handwerk verstehen.
Vornehmlich die deutsche Klassik, sowie spanisch-südamerikanische Klänge neuzeitlicher Komponisten waren es, derer sich beide bedienten. Das »Abendlied« von Josef Rheinberger, das dieser in seinem 16. Lebensjahr komponierte, machte den Anfang. Eine clevere Bearbeitung von Hubert Steiner, der nahezu die Hälfte der vorgetragenen Stücke selbst eingerichtet hatte, machte es möglich, dass alle Register dieses eigentlich sechsstimmigen Chores zu hören waren.
Nicht weniger die ganze Bandbreite der klassischen Gitarre fordernd und die Flöte zu Höchstleistungen anspornend war der spanische Block.
Emotionale Musik kam hier zum Vortrag, an Tango und Folklore anknüpfende Weisen. Von der Liebe handelten sie oft und sie änderten ihre Klangfarben zwischen temperamentvoll und melancholisch. Zu hören war beispielsweise, wie Heitor Villa-Lobos die Folklore seiner brasilianischen Heimat mit Bach´schen Strukturen verband.
Extrovertierte Flöte
Eine extrovertierte Flöte erzählte nach Astor Piazzolla von der Leidenschaft des Tangos, dazu Egberto Gismontis chansonartiges »Agua e vinho« und ein Potpourri von Joaquin Rodrigo, vor dessen abruptem Schluss die feine Intonierung besonders zur Geltung kam. Prächtig ergänzt wurden die musikalisch-frühlingshaften Stimmungsbilder beispielsweise durch Franz Schuberts »Ständchen«, Edward Elgars »Salut d`Amour« oder die »Träumerei« von Robert Schumann. Einen krönenden Abschluss bildete Bachs »Jesus bleibet meine Freude«. Der fleißige Villa-Lobos hatte es den beiden Interpreten angetan, denn aus seiner Feder kam die Zugabe für das erfreute Publikum.
Stunden zuvor - die Transportbehältnisse der Gemälde standen noch in einer Ecke des Raums - hatte ein Vierzigtonner aus Berlin haltgemacht, um die aus dem Berliner Bröhan-Museum geliehenen Werke der aktuellen Ausstellung abzuliefern, die tags darauf unter dem Titel »Meine Waffen: Pinsel, Kohle, Feder…« eröffnet wurde.
Jörg Paczkowski, wissenschaftlicher Leiter des Schlösschens, freute sich bei der Begrüßung von Grimmer und Steiner umso mehr, mit ihnen hinsichtlich der Qualitätsansprüche des Hauses eine adäquate Verknüpfung von Musik und Bild gewonnen zu haben, zumal auch davon ausgegangen werden müsse, dass schon Carl Maria von Weber in diesem Hause musiziert habe.
Bei freiem Eintritt wurde um eine Spende zugunsten der Jugendmusikschule gebeten. Bernd Dorbath
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