Hafenlohrer Busfahrerin veröffentlicht Kalender

Wertheim
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Zwei Leidenschaften von Andrea Dievernich sind das Busfahren und das Fotografieren
Foto: Peter Riffenach
In diesem Kalender hat sich Andrea Dievernich den Ostsee-Häfen gewidmet.
Foto: Andrea Dievernich
Fahren und Fotografieren, das macht Andrea Dievernich am meisten Spaß. Mittlerweile verdient sie mit beiden Hobbys Geld.
Eigentlich wollte die Hafenlohrerin den Busführerschein schon im Alter von 30 Jahren machen, berichtet die 56-Jährige. »Damals hatte ich aber nicht das notwendige Geld und erst eine berufliche Neuorientierung vor einigen Jahren ließ den Wunsch wieder aufkommen.«

»Was mache ich am liebsten?«, habe sie sich damals gefragt und spontan sei ihr Autofahren eingefallen. Also machte sie zunächst den Taxischein und fuhr zunächst aushilfsweise, später kam der Busführerschein hinzu und inzwischen kann sie sich keinen anderen Beruf mehr vorstellen. »Ich habe Freude am Fahren, an den Menschen und der vorbeiziehenden Landschaft«, erzählt sie.

Die Schönheit einzufangen, die sie tagtäglich zu sehen bekommt, ist ein weiterer Wunsch von Andrea Dievernich. »Das geht nur mit malen oder fotografieren.« Ersteres habe sie versucht, aber relativ schnell gemerkt: »Malen kann ich einfach nicht«, stellt die Busfahrerin fest. Deshalb verlegte sie sich aufs Fotografieren.

Ein Hobby, das sie bereits im Alter von 15 Jahren, damals mit einer einfachen Pocketkamera, begonnen hatte, das aber viele Jahre brachlag. »Vor drei Jahren fing ich wieder damit an«, berichtet Dievernich. Sie belegte einen VHS-Kurs, um die richtige Bildbearbeitung zu lernen. »Anfänglich habe ich wie wild drauflos geknipst, da war unglaublich viel Schrott dabei«, berichtet sie mit einem Schmunzeln über ihre Anfänge in der künstlerischen Fotografie.

Die schönsten Aufnahmen, die während eines Aufenthalts an der Ostseeküste entstanden, sind jetzt auf zwei Kunstkalendern des Calvendo-Verlages aus Unterhaching erschienen.

Nach Venedig auf Motivjagd

Vieles habe sie auch durch intensives Studium von Profiarbeiten und durch den Kontakt mit den Fotografen gelernt. Besonders der Berliner Fotografen Ronny Behnert habe ihr sehr geholfen, sich weiterzuentwickeln. »Im nächsten Jahr mache ich einen Workshop bei ihm in Venedig«, berichtet die Fotografin. Sie hat den Blick für interessante Motive und beherrscht es hervorragend, aus ihren Aufnahmen durch spezielle Bearbeitungstechniken kleine Kunstwerke zu schaffen.

»Manchmal dauert die Bearbeitung eines Bildes mehrere Stunden, denn es soll trotzdem natürlich aussehen«, berichtet die Fotografin. Es freut sie, dass es zur Zusammenarbeit mit dem Calvendo-Verlag gekommen ist, der für seine ausgefallenen und aufwendigen Kunstkalender bekannt ist.

Reich werden könne man nicht durch den Kalenderverkauf, sagt die Künstlerin: »Es geht mir auch hauptsächlich darum, wahrgenommen zu werden«, sagt Dievernich, fürdie es »das Größte ist, dass Leute sich meine Bilder an die Wand hängen und richtige Fans von mir sind«.

Die beiden Kalender mit Ostseemotiven sollen aber erst der Anfang sein. Beim Workshop in Venedig hofft sie, möglichst viele Gondeln vor die Linse zu bekommen. Das Ergebnis soll ein Gondelkalender sein. »Wer weiß, vielleicht kommt vorher noch ein Brückenkalender, der dieses Jahr entsteht«, freut sie sich sichtlich auf ihren demnächst anstehenden Urlaub in Irland.

Und dann hat sie sich noch um die Aufnahme in die Vereinigung Kunstschaffender Unterfrankens beworben, berichtet Dievernich. »Wer weiß, vielleicht sind meine Bilder bald schon im Spitäle in Würzburg zu sehen«, sagt sie und ihr siegessicheres Lächeln lässt erahnen, dass sie fest daran glaubt, auch diese Hürde zu nehmen.
Peter Riffenach
 
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