Große Belastung für Kinder und Jugendliche

Arbeitskreis: Experten tauschen digital Erfahrungen in Zeiten der Pandemie aus

Wertheim
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Die Aus­wir­kun­gen der Co­ro­na-Pan­de­mie auf jun­ge Men­schen stan­den im Mit­tel­punkt der jüngs­ten Sit­zung des Ar­beits­k­rei­ses Sucht- und Ge­walt­präv­en­ti­on Wert­heim. Dies mel­det die Pres­se­s­tel­le der Stadt­ver­wal­tung.

Das Gremium, dem vor allem Fachleute der Kinder- und Jugendarbeit angehören, tagte unter Vorsitz von Bürgermeister Wolfgang Stein in digitaler Form. Wie Silvia Ziegler und Thomas Sauter vom Jugendamt des Main-Tauber-Kreises berichteten, sind die Fallzahlen bei der Inanspruchnahme von Hilfen zur Erziehung und der Erziehungsberatung 2020 deutlich zurückgegangen. Sie führten dies eindeutig auf die Situation in den Lockdowns, einhergehend mit Kontaktbeschränkungen zurück. Sie gingen aber von künftig wieder steigenden Zahlen aus. Diese Entwicklung sei bereits sichtbar.

Steigender Druck

Die Corona-Pandemie beeinträchtige die Lebenswelt von Kindern, Jugendlichen und Familien stark, stellten Ziegler und Sauter fest. Der Druck steige. Je länger die Pandemie dauere, desto näher kämen Eltern an ihre Grenzen, an das Ende ihrer Kräfte. Die Fachleute konstatierten auch eine steigende Zahl an Kindern und Jugendlichen, die selbst beim Jugendamt vorsprechen, auf ihre Notlage hinweisen und um Inobhutnahme bitten. Das Wechselspiel zwischen unzufriedenen Kindern und überlasteten Eltern sei »hoch explosiv«. Einig war man sich darin, dass in den vergangenen mehr als eineinhalb Jahren die Wichtigkeit von Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen besonders deutlich geworden ist. Man dürfe die Erzieher nicht im Regen stehenlassen.

Gegen zusätzlichen Unterricht

Kaum ein gutes Haar ließen die an der Sitzung teilnehmenden Schulleiter an den Programmen, mit denen Schülern das Aufarbeiten von Defiziten, die während der Schulschließung entstanden sind, ermöglicht werden soll. Statt zusätzlichen Unterrichts am Freitagnachmittag oder am Samstag wäre es erfolgversprechender, in den Kernfächern mehr wöchentlichen Unterricht zu ermöglichen und dafür in den Nebenfächern zu streichen, meinte nicht nur der Leiter des Beruflichen Schulzentrums, Oberstudiendirektor Manfred Breuer. Die geschäftsführende Schulleiterin der Wertheimer Schulen, Simone Schott, kritisierte »bürokratische Hemm- und Hindernisse« etwa bei der Beschäftigung von pädagogischen Assistenten. Zudem sei die hierfür vorgesehene Bezahlung mehr als beschämend.

Ausgehend vom Namen des Arbeitskreises beschränkte Erster Polizeihauptkommissar Matthias Jeßberger seinen Überblick über die Kriminalitätsentwicklung vor allem auf die Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und auf Gewaltdelikte. Insgesamt sähen auf den ersten Blick die Zahlen für die Stadt Wertheim sehr gut aus. Dies sei allerdings auch eine Folge der coronabedingten Ausgangsbeschränkungen. Besorgnis erweckte, nicht nur bei ihm, die Zahl an Kindern und Jugendlichen im Kreis der Tatverdächtigen sowohl bei Drogen- als auch bei Gewaltdelikten.

Aggressives Verhalten

Er stellte zudem »häufig aggressives Verhalten« fest, das sich auch gegen die Polizei richte. Abschließend sprach Michael Goldhammer von der Suchtberatungsstelle der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendhilfe (AGJ) noch über das Suchtpräventionsprojekt »Halt (Hart am Limit)«.

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