Geschichten rund um den Engelsbrunnen

Serie Wertheim entdecken: Bauwerk aus rotem Sandstein gibt so manchem Betrachter Rätsel auf (2)

Wertheim
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Wertheim entdecken: Der Engelsbrunnen
Foto: Birger-Daniel Grein
Wer in der Wert­hei­mer Alt­stadt ge­nau hin­sieht, kann vie­le span­nen­de Rät­sel und in­ter­es­san­te Bau­wer­ke und Ob­jek­te fin­den. So kann man mit der gan­zen Fa­mi­lie auf Ent­de­ckungs­tour ge­hen. Ein Bei­spiel ist der En­gels­brun­nen in der Nähe des Markt­plat­zes und der Stifts­kir­che.

Seinen Namen verdankt er den beiden Engeln an seiner Spitze, die das Stadtwappen halten. Erbaut wurde der Brunnen 1574. Er besteht aus rotem Sandstein. Dieser wurde in der Gegend um Wertheim abgebaut.

Die Figuren unter den Engeln stellen die Planeten Mars, Jupiter, Merkur und Venus dar. Unten befinden sich Steinfiguren wichtiger Persönlichkeiten der Stadt. In der Mitte ist Hans Schaff in einer Rüstung zu sehen. Er war Schultheiß, das bedeutet, ein Vorsitzender bei Gericht und Gebietsverwalter. Links daneben ist die Figur von Matthes Vogel, einem Steinmetz, der den Brunnen schuf. Rechts findet sich die Figur von Michael Matzer, einem Ratsherren. Heute würde man Gemeinderat sagen.

Die Figur von Matzer hat ein Schild in der Hand. Auf diesem befindet sich ein rätselhafter Text. »Es ist ein Wort, das hat ein L. Wer es sieht, begehrt es schnell. Wenn das L nicht darinnen ist. Kein höherer Schatz in der Welt ist.« Es handelt sich dabei um die Wörter »Gold und God« in der damals üblichen Schreibweise. Gold möchte jeder haben, doch für gläubige Menschen ist Gott der wichtigste Schatz auf der Welt.

Gruseliges

Im Bereich von Stiftskirche und Brunnen spielt auch eine gruselige Geschichte über einen Karren in der Silvesternacht. Um Mitternacht des Silvestertags geschehe dort etwas Gruseliges, heißt es darin. Menschen, die durch die Stadt gehen, sehen dort einen vierrädrigen Karren ohne Deichsel, der von drei Männern ohne Kopf geschoben wird. Bei ihrem feierlichen Zug mit dem Wagen schweigen diese.

Doch nicht jeder Mensch habe das Glück, dieses Ereignis sehen zu dürfen, heißt es weiter. Vergönnt sei es nur Leuten mit hellseherischen Fähigkeiten. Doch auch für sie gelte es, aufzupassen. Sehe man den Karren und seine kopflosen Begleiter, dürfe man nicht stehenbleiben, um sich die Szene länger anzusehen. Denn wer beim Anblick nicht ruhig weitergehe, dessen Leben ende.

Um Leben und Tod geht es auch bei der Inschrift am Haus hinter dem Brunnen, in dem sich heute eine Eisdiele befindet. Kinder und Erwachsene können hier versuchen, den Schriftzug zu entziffern. Dann wissen sie auch, warum sich zwischen den Zeilen Skelette und eine Sanduhr befinden.

Die Aussage dieser beiden knöchrigen Genossen ist klar: Egal wie viel Macht du im Leben hattest, am Lebensende sind alle gleich.

Geschichten rund um den Engelsbrunnen

Wer in der Wertheimer Altstadt genau hinsieht, kann viele spannende Rätsel und interessante Bauwerke und Objekte finden. So kann man mit der ganzen Familie auf Entdeckungstour gehen. Ein Beispiel ist der Engelsbrunnen in der Nähe des Marktplatzes und der Stiftskirche.

Seinen Namen verdankt er den beiden Engeln an seiner Spitze, die das Stadtwappen halten. Erbaut wurde der Brunnen 1574. Er besteht aus rotem Sandstein. Dieser wurde in der Gegend um Wertheim abgebaut.

Die Figuren unter den Engeln stellen die Planeten Mars, Jupiter, Merkur und Venus dar. Unten befinden sich Steinfiguren wichtiger Persönlichkeiten der Stadt. In der Mitte ist Hans Schaff in einer Rüstung zu sehen. Er war Schultheiß, das bedeutet, ein Vorsitzender bei Gericht und Gebietsverwalter. Links daneben ist die Figur von Matthes Vogel, einem Steinmetz, der den Brunnen schuf. Rechts findet sich die Figur von Michael Matzer, einem Ratsherren. Heute würde man Gemeinderat sagen.

Die Figur von Matzer hat ein Schild in der Hand. Auf diesem befindet sich ein rätselhafter Text. »Es ist ein Wort, das hat ein L. Wer es sieht, begehrt es schnell. Wenn das L nicht darinnen ist. Kein höherer Schatz in der Welt ist.« Es handelt sich dabei um die Wörter »Gold und God« in der damals üblichen Schreibweise. Gold möchte jeder haben, doch für gläubige Menschen ist Gott der wichtigste Schatz auf der Welt.

Gruseliges

Im Bereich von Stiftskirche und Brunnen spielt auch eine gruselige Geschichte über einen Karren in der Silvesternacht. Um Mitternacht des Silvestertags geschehe dort etwas Gruseliges, heißt es darin. Menschen, die durch die Stadt gehen, sehen dort einen vierrädrigen Karren ohne Deichsel, der von drei Männern ohne Kopf geschoben wird. Bei ihrem feierlichen Zug mit dem Wagen schweigen diese.

Doch nicht jeder Mensch habe das Glück, dieses Ereignis sehen zu dürfen, heißt es weiter. Vergönnt sei es nur Leuten mit hellseherischen Fähigkeiten. Doch auch für sie gelte es, aufzupassen. Sehe man den Karren und seine kopflosen Begleiter, dürfe man nicht stehenbleiben, um sich die Szene länger anzusehen. Denn wer beim Anblick nicht ruhig weitergehe, dessen Leben ende.

Um Leben und Tod geht es auch bei der Inschrift am Haus hinter dem Brunnen, in dem sich heute eine Eisdiele befindet. Kinder und Erwachsene können hier versuchen, den Schriftzug zu entziffern. Dann wissen sie auch, warum sich zwischen den Zeilen Skelette und eine Sanduhr befinden.

Die Aussage dieser beiden knöchrigen Genossen ist klar: Egal wie viel Macht du im Leben hattest, am Lebensende sind alle gleich.

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