Gebietsreform als »flächendeckendes Erfolgsmodell« in Wertheim gewürdigt

Veranstaltung: Wertheimer SPD-Ortsverein organisiert Termin zu Wertheimer Kommunalpolitik von der Eingemeindungszeit bis heute und in der Zukunft

Wertheim
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Sitzend von links: Jutta Merkert, Wolfgang Stapf, Ingeborg Schulz, Ewald Dosch, Walter Link, Heinz Staubitz; stehend von links: Wilfried Dengel, Patrick Schönig, Boris Kellner, Erich Kern, Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez, Edith Leis, Günther Heger, Reiner Schwing, Thomas Kraft. Foto: Ingo Ortel
Foto: Ingo Ortel
Die SPD Wert­heim or­ga­ni­sier­te kürz­lich ei­ne Ver­an­stal­tung in Bes­ten­heid zum The­ma Ge­biets­re­form und Kom­mu­nal­po­li­tik in Wert­heim von der Ein­ge­mein­dungs­zeit bis heu­te und künf­tig. Dar­über be­rich­tet Tho­mas Kraft, Vor­sit­zen­der des SPD-Orts­ve­r­eins, in ei­nem Pres­se­be­richt, aus dem die fol­gen­den In­for­ma­tio­nen stam­men.

Markus Herrera Torrez, Oberbürgermeister der Stadt Wertheim und SPD-Mitglied, bewertete die Gebietsreform aus heutiger Sicht als den einzigen richtige Weg, auch wenn es dafür nicht nur Befürworter gegeben habe. Mehr als zwei Drittel seiner bisherigen Amtszeit seien bestimmt worden von den Auswirkungen der Pandemie. Und seit Februar werde die Gewissheit einer europäischen Friedensordnung ebenfalls erschüttert. Die Folgen seien noch nicht abzusehen, stark steigende Energiekosten machten Privathaushalten oder Gewerbe zu schaffen und belasteten die Stadt.

Herrera Torrez unterstrich, dass es die Menschen gewesen seien, die diese Stadt entwickelt hätten und so werde es auch in den nächsten 50 Jahren sein. Er ging der Frage nach, welche Menschen hier in Zukunft leben werden. Er beantwortete seine Frage mit: »Einheimische, Zugezogene aus überteuerten Ballungsgebieten, Geflüchtete und eventuell welche aus weiteren Eingemeindungen beziehungsweise Verwaltungsgemeinschaften«.

Der Oberbürgermeister meinte, das Ziel bleibe, ein wenig stetig zu wachsen, für diese Menschen Wohnraum zu schaffen und Arbeitsplätze zu ermöglichen. Herrera Torrez sprach einen Paradigmenwechsel an. Wo es bisher Wachstum zu Lasten der Flächen gebe, sehe er zukünftig Wachstum in der Verdichtung. Die Frage sei auch, ob Arbeitskräfte für die Steigerung der Wirtschaftskraft zu finden seien.

Es würden Investitionen in Erziehung und Bildung benötigt, für Gesamt-Wertheim seien dies in diesem Jahrzehnt 100 Millionen Euro. Damit diese Menschen dauerhaft ein gutes Leben führen könnten, bedürfe es des Schutzes der natürlichen Lebensgrundlagen, Wertheim sei auf dem Weg zur Klimaneutralität in den nächsten Jahrzehnten, sagte Herrera Torrez.

Er sprach das soziale Leben und Zusammenleben der Einwohner Wertheims an. Wertheim biete seinen Bewohnern Kultur wie kaum eine Stadt in dieser Größe. Das Vereinsleben würdigte er besonders. Herrera Torrez sagte, er habe die Zukunft Wertheims bewusst aus der Perspektive des Menschen gezeichnet. Es gehe darum, dass es den Menschen auch in 50 Jahren gut gehe.

Thomas Kraft ging in seiner Betrachtung zurück bis zu den Herausforderungen der Nachkriegszeit. In dieser Zeit führte Carl Roth, SPD-Bürgermeister, die Geschicke der Stadt. Anschließend widmete er sich der Zeit der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre, in der es einen großen Drang nach Umbruch und Modernisierung gegeben habe. Um Verwaltungen modernisieren zu können, hätten zuerst die Verwaltungseinheiten Landkreise, Städte und Gemeinden festgelegt werden müssen. In Baden-Württemberg seien aus 63 Landkreisen 35 geworden und aus 3378 Gemeinden insgesamt 1110.

Kraft ging auch auf Details des jetzigen Verflechtungsbereichs ein. Die Eingemeindungen hätten Wertheim zum Mittelzentrum aufgewertet. Herbeigeführt worden sei das durch Bürgermeister Karl Josef Scheuermann (SPD). Die fairen Verhandlungen und die Garantie für die Rechte der Ortschaften seien Schlüssel zum Erfolg gewesen. In einem Resümee vor 25 Jahren habe Scheuermann festgestellt, dass die Zusagen eingehalten worden seien.

Danach berichteten Zeitzeugen der Eingemeindungszeit von ihren persönlichen Erfahrungen, Patrick Schönig hatte die Moderation übernommen. Ortschaftsräte und Stadtteilbeiräte leisteten wichtige Arbeit. Der Altstadtbeirat brauche mehr Rechte.

Kraft ehrte zudem die SPD-Mitglieder Günther Heger, Erich Kern, Ingeborg Schulz, Ewald Dosch, Wolfgang Stapf, Heinrich Staubitz imd Walter Link für 50 Jahre Mitgliedschaft, Reiner Schwing und Edith Leiß für 40 Jahre. Der SPD-Ehrenvorsitzende von Wertheim, Wilfried Dengel, verlas ein Grußwort des Landesvorsitzenden Andreas Stoch, um damit auch Thomas Kraft für 40 Jahre Mitgliedschaft in der SPD zu ehren. Kraft nannte im Schlusswort die Gebietsreform »ein flächendeckendes Erfolgsmodell«. Liedbeiträge steuerten Emma Kraft und Simon Kraft bei.

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