Ganz anderes Thema

Von Gusti Kirchhoff

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Das ist, glau­be ich, jetzt mal nö­t­ig. Ich mag das Wort C? nicht mehr hö­ren. Ir­gend­wann en­det je­des Ge­spräch bei die­sem The­ma. Und wir kön­nen ja nichts da­ran än­dern. Wir müs­sen da­mit le­ben - so gut es eben geht.

Dabei gibt es so schöne Themen, zum Beispiel: Der Frühling ist da! Wenn das nicht eine gute Nachricht ist. Er lässt sich nicht mehr aufhalten, die Natur explodiert förmlich. Jeden Tag gibt es Neues zu entdecken und ein Gang durch den gerade aufblühenden Garten schiebt die Sorgen, die wir alle zurzeit haben, ein ganzes Stück weit nach hinten.

Der Besuch der Freundin auf der Terrasse, mitten zwischen noch winterlich abgedeckten Stühlen und Tisch, kein Problem. Und das Thema? Ostern. Urlaub. Man kommt nicht dran vorbei.

Darf ich jetzt meine ganze Familie mit Enkeln und Urenkeln einladen zum Ostereier suchen, so wie es seit Jahren Tradition ist? Oder darf nur eine Tochter kommen mit ihrer Familie und die andere am Ostermontag? Wie schön waren immer der Trubel und die Freude, wenn alle zusammen waren.

Damals ein Erlebnis

So, nun bin ich doch fast wieder bei dem leidigen Thema. Dabei haben wir doch über viel schönere Stunden gesprochen, nämlich über unsere früheren, so bescheidenen wunderschönen Urlaubserlebnisse in Oberbayern, damals ein wirklich großes Erlebnis, auch für unsere Kinder, wie ich kürzlich aus dem Tagebuch meiner damals elfjährigen Tochter entnommen habe.

Sie beschreibt da in einem einfachen Schulheft, das sie »Tagebuch« nennt, unseren Urlaub an der österreichischen Grenze, in Scharnitz / Tirol. Ich lese zum Beispiel, dass wir um 4 Uhr losgefahren sind. Ja, da fällt mir ein, wir hatten damals ja nur zwölf Urlaubstage im Jahr (unglaublich) und wollten keine Zeit verlieren.

Durch München nahmen wir einen »Lotsendienst« in Anspruch, weil wir uns die Fahrt mitten durch die Großstadt nicht zutrauten. Eine Umgehungsstraße gab es noch nicht. Der Lotse ist inzwischen längst arbeitslos, ein elektronischer Kollege hat ihn ersetzt: das Navi.

Tochter Sabine schwärmt von dem Blick auf die Berge. Staunend beschreibt sie die beiden großen Skischanzen bei Garmisch. Dann das »wunderschöne« Zimmer, wörtlich: »Alle waren ganz entzückt von dem wunderbaren Raum!« Das Zimmer mit einem kleinen Waschbecken, nur kaltes Wasser kam aus dem Hahn, von einer Dusche war damals noch keine Rede.

Begeistert erzählt sie von dem »herrlichen« Frühstück mit sechs frischen Brötchen, Marmelade und Butter. Zur Feier des Tages gingen wir essen in der Blauen Traube. Sie schreibt: »Wir drei aßen panierten Leberkäse, der uns sehr gut schmeckte, und Papa aß »Lüngerl«. Leider war der Kartoffelsalat dazu sehr wenig, und wir konnten uns nicht richtig satt essen. Mama kaufte uns dann noch eine Brezel beim Bäcker, und wir teilten uns ein Sunkist.«

Speisekarten studiert

Ja, daran erinnere ich mich auch. Wir studierten schon morgens, bevor wir zu unseren Wanderungen aufbrachen, die Speisekarten der Gaststätten.

Schön, dass ich das alte Schulheft entdeckt habe. So ging Urlaub vor mehr 50 Jahren. Die Töchter schwärmen heute noch davon.

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