Fernhochschule nun noch digitaler

Online-Studium: Corona-Pandemie löst auch bei SRH gewisse Veränderungen in den Abläufen aus

Wertheim
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Silke Walter, Leiterin der SRH-Außenstelle in Wertheim. Foto: Walter
Foto: Silke Walter

Das Angebot war verlockend: Viele Menschen sind wegen der Corona-Pandemie in Kurzarbeit. Sie haben Zeit, sich fortzubilden, warb die SRH-Fernhochschule Anfang Mai auch in Wertheim dafür, sich für ein kostenfreies sechsmonatiges Online-Studium auf der Plattform der Fernhochschule SRH Riedlingen anzumelden. Bis Ende der Bewerbungsfrist am 31. Juli hatten sich hochschulweit 495 Teilnehmer dafür angemeldet. In der Corona-Krise ist die Hochschule mit neuen Unterrichtsmaterialien und neuen Prüfungsformen noch ein Stück weit digitaler geworden, schildert Silke Walter, Leiterin des SRH-Studienzentrums Wertheim, die Entwicklungen der vergangenen Monate.

Walter kann allerdings nicht sagen, wie viele dieser neu gewonnenen Fernhochschulstudenten aus der Region Wertheim, den bayerischen Nachbarlandkreisen oder aus einer der anderen Kommunen des Main-Tauber-Kreises kommen. Ihre Erfahrungen der vergangenen Jahre, seit sich die SRH-Universität mit einem Studienzentrum in Wertheim auf dem Reinhardshof etabliert hat, zeigen aber: Der Standort Wertheim als Prüfungsort ist nicht nur für Firmen attraktiv, die in Wertheim ansässig sind. Auch aus Unternehmen in benachbarten bayerischen Landkreisen kommen Absolventen der Fernhochschule, die dann die Präsenzveranstaltungen und die Prüfungstermine in Wertheim ob der Nähe schätzen.

Die Corona-Pandemie habe, und das war auch eine der Voraussetzungen für das Angebot eines kostenfreien Online-Studiums im Sommer, den Studienbetrieb der Fernhochschule nie unterbrochen, schildert Silke Walter, dass es binnen dreier Tage gelungen sei, alle Büroarbeitsplätze im Stammhaus Riedlingen auf Homeoffice-Arbeitsplätze umzustellen. »Während des Corona-Lockdowns haben 100 Prozent unserer Professoren und 95 Prozent der Mitarbeiter von Zuhause aus gearbeitet«, nennt die Wertheimer Studienzentrumsleiterin Zahlen. So konnte der Lehrbetrieb ohne Unterbrechung aufrecht erhalten werden. Inzwischen seien allerdings alle Mitarbeiter »dank eines fundierten Hygienekonzepts« wieder an die Hochschule und die 21 Studienzentren in Deutschland zurückgekehrt.

Dank des Online-Fernstudiums sei es für alle Studierenden möglich, von zu Hause aus und ohne Einschränkungen zu studieren, schildert Walter den laufenden Studienbetrieb. Geändert habe sich allerdings zweierlei: Statt der freiwilligen Präsenzveranstaltungen, die normalerweise an den 21 Studienzentren, also auch in Wertheim am Gymnasium stattfinden, bietet die Hochschule jetzt auch in diesem Segment Online-Formate durch Professoren und Dozenten an. »Präsenzveranstaltungen und Prüfungen am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium sind derzeit gar nicht möglich, weil Studenten und Dozenten in die Gebäude wegen der Corona-Hygienevorschriften nicht hinein dürfen«, erläutert Silke Walter.

Erstmals Online-Klausuren

Zweite Veränderung: Anstelle der Vor-Ort-Klausuren können Studierende jetzt Sonderprüfungen ablegen. Darunter fallen etwa mündliche Online-Prüfungen oder Fallstudien. Zudem bietet die SRH-Fernhochschule seit Juli auch erstmals Online-Klausuren an, mit deren Hilfe der Studienfortschritt jedes Studierenden individuell ermittelt werden könne.

Ganz ohne Präsenzveranstaltungen und Klausuren vor Ort wird das Studium an der Fernhochschule aber auch in Zukunft nicht ablaufen. So gab es bereits am letzten Wochenende im September die ersten Klausuren in Wertheim. Allerdings, darauf verweist Silke Walter, seien die Fernstudenten wegen der Corona-Pandemie deutschlandweit noch »sehr vorsichtig« mit Anmeldungen für diese Prüfungen vor Ort. »Ich habe schon einige Anfragen erhalten, wie genau ein Live-Klausurtermin mit Abstand, Sitzplan und Mund-Nasen-Schutz abläuft«, schildert Walter die Ängste einiger Prüfungsteilnehmer.

Deshalb habe man auch die Möglichkeit, Sonderprüfungen abzulegen, bis Ende des Jahres verlängert. Als Prüfungsraum genutzt wird jetzt der Sitzungssaal des Wertheimer Rathauses, hier könne unter Corona-Hygieneauflagen eine Prüfung abgehalten werden, zumal auch dann, wenn sich vergleichsweise wenige Prüflinge anmeldeten. Im Oktober sollen in Wertheim auch wieder die Präsenzveranstaltungen an Wochenenden starten, kündigt die Studienzentrumsleiterin an.

Hintergrund: Studenten an der SRH-Fernhochschule

Eine genaue Anzahl der Studenten, die aus der Region Wertheim, dem Landkreis Main-Tauber oder benachbarten bayerischen Landkreisen an der SRH-Fernhochschule Riedlingen immatrikuliert sind, wird nach Auskunft von Wertheims Studienzentrumsleiterin Silke Walter erst zum Ende des Jahres erhoben. Die Stadt Wertheim und der Landkreis Main-Tauber fragen als finanzielle Träger der Stiftungsprofessur diese Zahlen zu diesem Zeitpunkt ab, erläuterte Walter. In den Datenbanken der SRH-Fernhochschule hinterlegt sind nur die Wohnorte der Studenten, nicht die Arbeitsorte oder Firmennamen. Walter bewertet die Anmeldungen von Studenten in der Corona-Zeit als »ganz normal«. Die Fernhochschule liege »gut im Plan«. ()

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