Farbgebung und Malweise lassen tiefgründige Räume entstehen

Kunstsommer: Ausdrucksstarke Werke von Antje Vega auf der Wertheimer Burg - Laudatio von Kunsthistorikerin Maria Schabel

Wertheim
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Ist das die moderne Frau? Antje Vega (links), Maria Schabel und Axel Schöber im Turmzimmer bei dem Gemälde "Venus now - vernetzt und verkabelt". Foto: Petra Folger-Schwab
Foto: Petra Folger-Schwab
Was be­wegt mich? Zum zwei­ten Teil des dies­jäh­ri­gen Kunst­som­mers auf der Wert­hei­mer Burg hat Ku­ra­tor und Ga­le­rist Axel Sc­höb­er am Sonn­tag rund 20 Gäs­te emp­fan­gen. Rund 40 Wer­ke der Kreuz­wert­hei­mer Ma­le­rin Ant­je Ve­ga wer­den bis 4. Sep­tem­ber im Bel­ve­de­re des Neu­en Ar­chivs zu se­hen sein. Men­schen und Ge­sich­ter sind ein gro­ßes The­ma, aber auch Land­schaf­ten, Blei­s­tift­zeich­nun­gen und In­stal­la­tio­nen aus Bunt­sand­stein und klei­nen Por­zell­an­fi­gu­ren.

Fragend, nachdenklich, verträumt, frech, ängstlich, entsetzt - ausdrucksstarke Persönlichkeiten, manche von Tieren begleitet, stellt die Künstlerin den Betrachtern vor. Ausdrucksstark, wie sie selbst. »Ich drücke mich durch meine Kunst aus«, sagt Antje Vega im Vorgespräch mit unserem Medienhaus. Reden liege ihr nicht so. Ölfarben verwende sie fast immer, auch Mischtechniken mit Acryl und Kreide finde man bei ihr. Die Porzellanfigürchen wie »Heidi« habe sie als Ausschussware in Selb eingesammelt. Die kleinen Sandsteinbrocken stammen aus der Region.

Seit über 16 Jahren lebt Vega in Kreuzwertheim. »Irgendwie bin ich hier hängen geblieben«, sagt sie lächelnd. Die gebürtige Niedersächsin ist Diplomdesignerin, hat in Basel und Nürnberg Gebrauchsgrafik studiert.

An den Kunstakademien Nürnberg und Düsseldorf folgte ein Studium der Freien Grafik und Malerei.

»Ich wusste schon mit 12 Jahren, dass ich Künstlerin werden wollte«, erzählt Antje Vega. Viele Jahre hat sie als Kunsterzieherin gearbeitet, aber auch als Gebrauchsgrafikerin.

Kunsthistorikerin Maria Schabel von der Kunsthalle Schweinfurt hielt die Laudatio. Kraftvoll setze Vega Formen und Linien in die Fläche, breche sie wieder auf und kehre so das Innere nach außen und umgekehrt.

Durch expressive Farbgebung und intuitive Malweise entstünden tiefgründige Räume und Stimmungen.

Erinnerungen und Eindrücke

Schabel regte an, durch die Fenster der Turmzimmer in Main- und Taubertal zu schauen, und die Verbindung zwischen der realen Natur und Vegas Landschaften herzustellen. Die Künstlerin malt nicht vor Ort, sie setzt ihre Erinnerungen und Eindrücke im Atelier um. Besucher Jochen Heilemann meint in »Landschaft im Taubertal« tatsächlich den teils Schnee bedeckten Satzenberg in Reicholzheim zu erkennen.

Es gebe Gemälde mit Anspielungen auf Markus Söder und das von ihm geforderte Kreuz in öffentlichen Gebäuden oder die Pandemie mit Spritze und blutigen Händen, erläutert Schabel. Verletzlichkeit und Einsamkeit seien wiederkehrende Stimmungsmomente in Antje Vegas Werk. Tiere würden mit Intuition und Weitblick zu Führern im menschlichen Leben.

Die Laudatorin empfahl entsprechend dem Motto der Ausstellung: »Gehen Sie auf die Werke zu, lassen Sie sie auf sich wirken, lassen Sie sich ganz persönlich von der Kunst Antje Vegas bewegen.« Die Chance besteht: Antje Vega wird während der Ausstellungszeiten anwesend sein,

bInfo: Ausstellungsöffnung von Freitag bis Sonntag, 11 bis 13.30 Uhr und 14 bis 16.30 Uhr; Kleingruppen/Führungen auf Anfrage; Kontakt über https://www.antjevega.de oder Axel Schöber: www.art-isotope.de

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