Evangelische Stiftskirche in Wertheim hat zwei Ziffernblätter

Wertheim entdecken: Sonnenuhr auf der Rückseite des Gebäudes - Im 20. Jahrhundert wird ein elektrisches Uhrwerk eingebaut (4)

Wertheim
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Eines der Ziffernblätter am Turm der Wertheimer Stiftskirche.
Foto: Birger-Daniel Grein
Stifterdenkmal von Graf Johann I.
Foto: Birger-Daniel Grein
Zu den be­deu­tends­ten Ge­bäu­den der Wert­hei­mer Alt­stadt ge­hört die evan­ge­li­sche Stifts­kir­che. In die­ser Fol­ge der Rei­he »Wert­heim ent­de­cken« schau­en wir uns die Kir­che und ih­re Um­ge­bung von au­ßen an, denn da gibt es vie­les zu ent­de­cken.

Die Kirche wurde 1384 auf den Resten ihres Vorgängerbaus gebaut. Danach gab es immer wieder Vergrößerungen und Umbauten. 1388 wurde der Altarraum, man nennt ihn Chor, und von 1419 bis 1455 der Glockenturm errichtet. Die Stiftskirche ist heute etwa 21 Meter breit und 46 Meter lang. Ihre Höhe beträgt 18 Meter. Der Glockenturm ist bis zur Brüstung sogar 33 Meter hoch.

Kein Minutenzeiger

Am Turm befinden sich zwei Ziffernblätter. Wer aufmerksam hinschaut, entdeckt einen bedeutenden Unterschied zwischen diesen beiden: Nur das Ziffernblatt in Richtung Stadt hat auch einen Minutenzeiger, das Ziffernblatt Richtung Burg hingegen nur einen Stundenzeiger. Warum ist das so? Die Turmuhr wurde ursprünglich 1544 eingebaut. 1670 wurde dann das Schlagwerk des Uhrwerks erweitert. Die Glocken ertönten seither nicht nur stündlich, sondern alle 15 Minuten. Als dieses zusätzliche Schlagwerk eingebaut wurde, bekam das Ziffernblatt zur Stadt seinen zusätzlichen Minutenzeiger.

Da die Burg zu dieser Zeit schon nicht mehr bewohnt war, erhielt das Ziffernblatt in ihre Richtung keinen Minutenzeiger mehr. Im 20. Jahrhundert tauschte man das mechanische Uhrwerk gegen ein elektrisches Uhrwerk aus.

Stifterdenkmal des Bauherrn

Geht man vom Haupteingang die Kirche entlang, entdeckt man zwischen zwei Fenstern und über dem Seiteneingang das sogenannte Stifterdenkmal von Graf Johann I. Er hatte den Bau der Stiftskirche veranlasst. Über seinem Wappen sieht man einen Helm mit einem Adler. Die gleiche Darstellung eines Adlers findet man auch auf dem Wertheimer Wappen. Auf der Rückseite der Stiftskirche findet man eine Sonnenuhr an der Fassade.

An der Seite der Stiftskirche findet man Konsolensteine. Sie waren Auflage für eine Brücke, die zum gegenüberliegenden Haus von Gräfin »Käterle« führte. Diese wird in einer späteren Folge der Reihe noch vorgestellt. Die Brücke wurde von der gräflichen Familie genutzt. Wenn deren Mitglieder den Gottesdienst in der Stiftskirche besuchten, nutzte sie nicht denselben Eingang wie ihre Untertanen. Vielmehr hatte sie einen eigenen Eingang, der sie zu ihrem eigenen Bereich im oberen Teil der Stiftskirche führte. Dieser Eingang war über die Brücke zu erreichen. Bei den Konsolensteinen an der Kirche sind auch noch Spuren, des inzwischen entfernten Eingangs zusehen.

Ganz in der Nähe der Stiftskirche steht das Gasthaus Zum Adler, das es schon zur Zeit von Martin Luther gegeben hatte. Man erzählt sich, als Luther auf der Reise zum Reichstag nach Worms war, soll er auch in Wertheim vorbeigekommen sein. Luther soll im Adler Bratwürste verspeist haben, die er nie bezahlt hat, so eine Geschichte.

Als er dann von der Eichelsteige bei Wertheim auf die Stadt blickte, soll auch er die Hochwassergefahr für Wertheim erkannt haben. So habe er festgestellt: »Vom Feuer hat Wertheim nichts zu befahn, eh' wird's im Wasser untergahn.« Heute würde man sagen: »Vom Feuer hat Wertheim nichts zu befürchten, eher wird es im Wasser untergehen.«

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