Nachruf: Udo Klüpfel ist mit 65 Jahren gestorben

Profunder Kenner der Geschichte - Langjähriger Touristen-Führer - Leidenschaftlicher Oldtimer-Fan - Verwandte in Australien

Wertheim
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Udo Klüpfel, Vorsitzender des Wertheimer Fremdenverkehrsvereins, ist im Alter von 65 Jahren gestorben.
Foto: Peter Riffenach
Ei­ne In­sti­tu­ti­on des Wert­hei­mer Tou­ris­mus ist we­ni­ge Ta­ge vor ihrem 66. Ge­burts­tag ge­s­tor­ben.

Der Lindelbacher Udo Klüpfel war den meisten Wertheimern vor allem durch seine Führungen bekannt, als Stadtführer verfügte er über profunde Kenntnisse der Wertheimer Geschichte. In Lindelbach betrieb Klüpfel zusammen mit seiner Frau ein Übersetzerbüro. Klüpfel wird am Freitag, 7. Januar, um 14 Uhr auf dem Friedhof in Bettingen beigesetzt.

Über Jahrzehnte führte Udo Klüpfel mit fundiertem Wissen Gäste, Touristen und Einheimische in deutscher, englischer und amerikanischer Sprache durch seine Heimatstadt, die ihm immer am Herzen gelegen habe, wie die Geschäftsführerin der Tourismus Region Wertheim GmbH (TGW), Christiane Förster, in einem Nachruf schreibt. Mit Klüpfel verliere die TGW »einen stets verlässlichen und flexibel einsetzbaren Partner«.

Seit 2019 Vorsitzender

Sein Engagement für den Tourismus in Wertheim dokumentierte sich auch in der Mitgliedschaft im Fremdenverkehrsverein Wertheim, dessen Vorsitz er seit 2019 innehatte. Zudem war Klüpfel in dieser Funktion auch im Aufsichtsrat der Tourismus Wertheim GmbH.

Der Fremdenverkehrsverein verliert damit binnen weniger Wochen eine zweite Stütze: Bereits Anfang Dezember war der langjährige Vorsitzende und Ehrenvorsitzende des Vereins, Kurt Schuon, im Alter von 82 Jahren gestorben.

Klüpfel war es, der 2017 erstmals eine Reisegruppe aus Malaysia in Wertheim betreute. Selbst als Tourist in Malaysia gewesen, war es vor allem die asiatische Lebensart, so berichtete er damals, die ihn begeisterte. »Sie sind nett, freundlich, dankbar und total unkompliziert«, hatte Udo Klüpfel von seinen Erfahrungen erzählt. Eine Delegation von Reiseveranstaltern aus dem asiatischen Land war zwei Jahre zuvor in Wertheim gewesen und hatte die Stadt als lohnenswertes Ziel für malayische Touristen entdeckt.

Beliebte Führungen

Mit Klüpfel verliert Wertheim auch einen seiner »Nachtwächter«: Die Führungen in der originalen Kleidung der einstigen Wertheimer Nachtwächter, die vor über 120 Jahren zuletzt in der Stadt unterwegs waren, sind bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt. Das Besondere bei Udo Klüpfels Nachtwächterrunden durch die Stadt: Er klapperte, bevor es am Spitzen Turm losging, erst einmal die Wertheimer Gaststätten ab und lud dort Gäste ein, zur Führung mitzukommen, wie Rainer Dreikorn, ebenfalls Wertheimer Nachtwächter, berichtet. Die Familienforschung war ein weiteres Steckenpferd des umtriebigen Udo Klüpfel. Urahne der Klüpfels dürfte der Bettinger Johann Georg Klüpfel sein, dessen Enkel Kaspar im Jahr 1854 mit der Familie aus der Wertheimer Ortschaft nach Australien auswanderte. Udo Klüpfels Sohn Johannes, der ebenfalls in Australien lebt, hatte erste Kontakte mit der »Verwandtschaft« auf dem fünften Kontinent. In Lindelbach kam es schließlich zu einer »Klüpfel-Reunion«. Eine weitere Leidenschaft Klüpfels waren alte Autos - doch nicht irgendwelche, sondern die Mercedes-Modelle der Baureihe W 116. Hier organisierte er Oldtimer-Treffen, bei der Liebhaber der rund fünf Meter langen Autos der S-Klasse über ihre besten Stücke fabulierten.

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