Ein klimaneutrales Wohnquartier am oberen Knackenberg

Planungsvergaben: Areal des ehemaligen Krankenhauses soll auch Standort für Grundschule werden

Wertheim
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Luftbild - Luftbildaufnahme von Wertheim - Standort des ehemaligen Krankenhaus
Foto: Axel Haesler
Für die Ent­wick­lung der Flächen des ehe­ma­li­gen Kran­ken­hau­sa­reals an der Con­rad-Wel­lin-Stra­ße hat der Bau­aus­schuss am Mon­ta­g­a­bend Pla­nungs­auf­trä­ge in Höhe von rund 214.000 Eu­ro ver­ge­ben.

Ziel der Planungen, die im kommenden Jahr beginnen sollen, sind die Errichtung einer neuen Grundschule Wertheim und der Bau von knapp 60 Wohneinheiten auf dem Grundstück in unmittelbarer Nachbarschaft zum Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium. Ziel der Planungen ist es auch, ein klimaneutrales Quartier mit attraktiver Wohnbebauung entstehen zu lassen.

Für die Bauleitplanung, inklusive der Erstellung eines Energiekonzepts, eines Lärm- und des Verkehrsgutachtens, muss die Kommune allein rund 89.000 Euro aufwenden. Die Kosten für die Erschließungs- und Objektplanung belaufen sich auf rund 64.600 Euro. Noch einmal knapp 61.000 Euro fallen für die Entwässerungsplanung des Grundstücks an. Ziel der Verwaltung ist es, die Kosten auf die beiden Jahre 2022 und 2023 zu verteilen, um sie so aus Mitteln der jeweiligen Haushalte zu finanzieren.

In seiner Sitzung am 21. Juni hatte der Gemeinderat sich mehrheitlich für die Verlagerung der Grundschule Wertheim von der Alten Vockenroter Steige auf das frühere Krankenhausgelände ausgesprochen - und zwar in unmittelbarer Nachbarschaft zur geplanten neuen Dreifachturnhalle für das DGB.

Planungsrecht soll nicht nur für die neue Grundschule, sondern auch für die im Anschluss an die Schule und die Dreifachturnhalle vorgesehene Bebauung auf dem Grundstück geschaffen werden. Auf dem Areal sollen knapp 60 Wohneinheiten für etwa 120 Menschen gebaut werden, sehen die Planungen der Bauverwaltung weiter vor. Der Neubau der Grundschule ist für die Jahre 2025 bis 2027 geplant, bis Mitte 2023 soll der komplette Bebauungsplan für das Gelände stehen.

Für die Dreifachturnhalle sei bereits Baurecht geschaffen, erläuterte Thomas Müller vom Stadtplanungsamt die Rechtslage. In seinen Erläuterungen begründete er die Vergabe der Planungen so: Weil man etwa die Grünordnung, den Artenschutz und die Umweltprüfung auf dem Areal aus einer Hand haben wolle, sei es nicht ganz so einfach gewesen, ein Planungsbüro zu finden.

Das Kitzinger Büro Arc-Grün bekam schließlich als einzige noch verbliebene Planungsfirma den Zuschlag für rund 53.000 Euro.

Die Energiekonzeption für das Areal orientiert sich an den klimapolitischen Zielen des Landes Baden-Württemberg. Eine klimaneutrale Wärmeversorgung nicht nur für die geplante Wohnbebauung, sondern auch für die Schulen, die Hallen und das frühere Schwesternwohnheim sei das Ziel der Planungen, erläuterte Armin Dattler, der Leiter der städtischen Bauabteilung.

Deshalb habe man den Auftrag an das Büro EGS-Plan Stuttgart vergeben, das von der Stadt bereits damit beauftragt sind, einen Wärmeplan für die gesamte Kommune zu erstellen. Ähnlich verhält es sich auch mit dem Verkehrsgutachten. Hier wurde das Bochumer Büro Brilon, Bonzion, Weiser für etwas mehr als 2000 Euro beauftragt. Das Büro kann bereits auf eigene Erhebungen zurückgreifen, die die Verkehrsströme in Wertheim ermittelt haben.

Verkehrsgutachten zuerst

Stichwort Verkehr: SPD-Gemeinderat Ingo Ortel zeigte sich angesichts der aus seiner Sicht schon heute bestehenden Verkehrsprobleme vor dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium skeptisch, ob der Standort der Grundschule gegenüber des Gymnasiums ideal sein. Er wolle zuerst das Verkehrsgutachten abwarten, bevor er sich für die Vergabe der Planungsleistungen entscheide und beantragte eine getrennte Abstimmung der Planungsleistungen. Dies wurde vom Bauschuss mehrheitlich abgelehnt, bei der Vergabe der Planungsleistungen enthielt sich Ortel dann seiner Stimme.

Richard Diehm (Grüne) regte an, für die Außenstelle Wertheim der Schule im Taubertal Räume in der neuen Grundschule einzuplanen.

Er berichtete davon, dass die Schule mit ihrer derzeitigen Platz-Situation in der Edward-Uihlein-Schule nicht zufrieden sei. Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez sicherte zu, die Anregung bei den Planungen weiterzuverfolgen, verwies allerdings zugleich darauf, dass der Neubau der Grundschule erst für das Jahr 2025 angedacht sei.

Hintergrund: Zeitplan für Bebauung

Die Erschließung und Bebauung des ehemaligen Krankenhausgeländes beginnt mit der Erstellung des Bebauungsplans. Dafür hat die Bauverwaltung der Stadt Wertheim zwei Jahre eingeplant - und zwar von Ende 2021 bis Mitte 2023. Im Jahr 2023 soll die Planung für den Bau der neuen Grundschule erfolgen. Sie wird von ihrem jetzigen Standort an der Alten Steige an das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium umziehen, hatte der Gemeinderat bereits im Juli beschlossen. Für 2024 ist die Fertigstellung der neuen Dreifachsporthalle am Gymnasium terminiert. Im Anschluss - von 2025 bis 2027- soll das neue Schulgebäude auf dem ehemaligen Areal des Krankenhauses entstehen. Auf den Flächen hinter Dreifachsporthalle und Grundschule entsteht ein neues städtisches Quartier mit Blick auf die Burg: Hier sind knapp 60 Wohnungen und Häuser für etwa 120 Menschen geplant. (gufi)

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