Deutscher Rotweinpreis für Schlör

Winzer: Reicholzheimer Weingut gewinnt mit Spätburgunder Weißherbst aus der Lage Reicholzheimer-Oberer First

Wertheim
3 Min.

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Die Urkunde für den besten deutschen Rotwein in der Kategorie »Edelsüße Weine«.
Foto: Peter Riffenach

Für viele ist 2020 ein verlorenes Jahr oder zumindest ein Jahr der großen Enttäuschungen, schließlich erschüttert seit Anfang des Jahres das Corona-Vírus die Welt. Doch für Monika und Konrad Schlör war es auch ein Jahr der großen Erfolge. Das Weingut Schlör in Reicholzheim gewann wieder zahlreiche nationale und internationale Preise, an der Spitze den Deutschen Rotweinpreis mit einem exquisiten Edelsüßen.

Vor 21 Jahren konnte das Ehepaar erstmals jubeln, als es mit einem »Spätburgunder R« ganz oben bei der Prämierung zum Deutschen Rotweinpreis landete. Viele bedeutende Auszeichnungen und herausragenden Platzierungen bei Weinprämierungen folgten, und vor zehn Jahren wurde das Weingut in die »Bundesliga« der deutschen Winzer, den Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP), aufgenommen.

»Die Freude war riesig«

»Die Freude war riesig, als wir darüber informiert wurden, dass wir auch bei der 34. Ausgabe des Deutschen Rotweinpreises auf dem Siegertreppchen stehen werden«, sagt Konrad Schlör und empfindet es als »ganz besondere Ehre« erneut vom internationalen Weinmagazin Vinum geadelt worden zu sein.

In diesem Jahr konnte er den ersten Preis für eine 2019er Beerenauslese vom Spätburgunder Weißherbst aus der Lage »Reicholzheimer-Oberer First« in Empfang nehmen. Allerdings konnte Schlör die Ehrung nicht wie gewohnt im Rahmen eines großen Empfangs in Fellbach entgegennehmen, sondern in kleinerem Rahmen im Weingut Rings in Freinsheim. »Steffen und Andreas Rings wurden zu »roten Riesen« ernannt und durften die Ehrung ausrichten, weil man hier genügend Abstand einhalten konnte«, so Schlör, der als Grund für einen großen Wein »gute Traubenqualität und schonende Verarbeitung« nennt.

Das Weingut Schlör landete beim deutschen Rotweinpreis nicht nur bei den Edelsüßen auf dem Treppchen, sondern kam mit dem Großen Gewächs des 2018er Spätburgunders auch noch ins Stechen, also die letzte Runde der Auswahl, bei der es um die Plätze auf dem Treppchen geht. »Die Entscheidung um den Sieg fällt manchmal sehr knapp aus«, sagt Schlör, der seinen Mitbewerbern den Sieg gönnt. »Da gibt es kein Konkurrenzdenken«, sagt er und freut sich darüber, dass seine Beerenauslese als »richtig vornehmer, zartgliedriger Süßwein« beschrieben wurde. Gelobt wurde zudem der »feine Schmelz mit eleganten Facetten und einem Duft nach Kirsche, Beeren und Passionsfrucht«.

Der Sieg beim Rotweinpreis war nicht der einzige, für das Reicholzheimer Weingut im Jahr 2020. Der niederländische Importeur von Schlörwein beteiligte sich mit dem 2017er Schwarzriesling vom »Reicholzheimer First R« an dem Wettbewerb des Weinmagazins Perswijn in der Kategorie »Andere Rotweine« und wurde zum Sieger gekürt. Als »würdige Gewinner« wird der Wein bezeichnet und beschrieben, als »etwas schlanker als Spätburgunder, aber intensiv, fein fruchtig und von bemerkenswerter Länge«. Zweimal landeten Schlörweine, nämlich ein »Spätburgunder Oberer First GG 2016« und ein »Weißburgunder GG 2017«, bei dem Wettbewerb noch unter den Top zehn.

Mit dem Großen Gewächs des Spätburgunder Oberer First 2017 räumte der dänische Importeur von Schlörgewächsen beim Wettbewerb der großen Zeitung Jyllands-Posten ebenfalls einen ersten Preis ab. Der »extrem raffinierte, äußerst harmonische Pinot« weise »reinste, klarste rote Früchte mit Fülle, Tiefe und großer Harmonie« auf, lobte die Jury und schwärmte: »Ein riesiger Wein.«

Schlechtestes Ergebnis

Fragt man Schlör nach dem Ergebnis des Erntejahres 2020, verfinstert sich sein Blick. Die Witterungsverhältnisse in diesem Jahr, und vor allem der Spätfrost am 12. Mai, sorgten für »das schlechteste Ergebnis seit 1985«, blickt er auf den Ertrag, der nur 25 Prozent einer normalen Ernte ausmacht. Trotzdem wird es auch im Jahr 2020 ein großes Gewächs des Spätburgunders geben, der ihm »sehr gut gefällt«, wie der Winzer feststellt. Und er schaut schon auf das nächste Jahr, denn die Vorbereitungen für einen hoffentlich guten Jahrgang 2021 beginnt unmittelbar nach der Ernte 2020.

Hintergrund: Deutscher Rotweinpreis

1987 vergibt das internationale Magazin Vinum den Deutschen Rotweinpreis, der von Rudolf Knoll initiiert wurde. Waren es 1987 rund 300 Weine, die zur Bewertung eingereicht wurden, waren es in diesem Jahr knapp 1550. Die 15-köpfige Jury beurteilte die eingereichten Proben in fünf Verkoster-Gruppen mit dem nötigen Corona-Abstand zunächst in der Vorrunde, in der sich 440 Weine für das Finale qualifizierten. Die endgültigen Entscheidungen werden im Stechen gefällt, so dass alle prämierten Weine viermal blind verkostet wurden.

Preise wurden in acht Kategorien vom Spätburgunder, Lemberger und Cuvées über klassische Sorten, unterschätzte klassische nationale Sorten, klassische internationale Sorten, bis hin zu Neuzüchtungen und edelsüße Weine vergeben. ()

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