Dertinger packen beim Spielgelände an

Naturnahe Umgestaltung: Doppelt so viele Helfer wie gemeldet - Verein Naturspur und Stadt Wertheim mit im Boot

Wertheim
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Erzieher, Eltern, Kinder und viele Dertinger Bürger engagierten sich am Wochenende für den Bau des neuen Außenspielgeländes am Kindergarten Dertingen. Schon jetzt sind die Arbeiten dem Plan um zwei Wochen voran.
Foto: Michael Geringhoff
Im­mer der (Na­tur)spur nach: Am Wo­che­n­en­de war es in Der­tin­gen so weit, die Bau­ar­bei­ten am neu­en Au­ßen­spiel­ge­län­de des Kin­der­gar­tens ha­ben be­gon­nen. Fast dop­pelt so vie­le Hel­fer wie an­ge­mel­det ha­ben mit an­ge­fasst, schon jetzt ist das Pro­jekt zwei Wo­chen vor sei­nem Zeit­plan.
»Die Resonanz ist super und die Eltern sind begeistert«, sagt Erzieherin Jaqueline Holzmann (28) am Samstag in einer ersten Einschätzung, während es auf dem Kindergartengelände nur so wuselt. Helfer sind nicht nur Erzieherinnen, Kinder und deren Eltern, sondern auch viele Dertinger, die das Kindergartenprojekt mit ihrer Arbeit unterstützen wollen - sei es als Handwerker oder indem sie die Arbeiter großzügig mit Vesper versorgen.
»Gemeinwesen« nennt der Mann an der Kreissäge das. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass die staubige Gestalt Bürgermeister Wolfgang Stein ist. Er sei in Mehrfachfunktion am Ort, »Aber in der Hauptsache für den Lions-Club«. Die aktuelle Clubvorsitzende Susanne Eberhard arbeitet mit der Oberfräse, Bernhard Müller kauert mit der Flex am Boden, Funken fliegen.
Stadt finanziert Projekt mit
Eben kommt Yvonne Hofmann um die Ecke, sie habe dem Projekt mit ihrem Einsatz »einen besonderen Drive verliehen«, sagt Wolfgang Stein. »Die Finanzierung steht« erklärt Hofmann. Knapp 60 000 Euro wird das neue Außenspielgelände kosten, allein 20 000 Euro hat der Kindergarten von der Ikea-Stiftung bekommen. Eltern, Großeltern und Firmen haben Geld gespendet, »auch ehemalige Kindergartenkinder, die noch gar keine eigenen Kinder hier haben«, berichtet Hofmann. Die Stadt ist als Co-Finanzier dabei. Als Bauleiter und Vertreter des Vereins Naturspur ist der Wertheimer Fritz Pankrath dabei. Naturspur hat zusammen mit dem Kindergarten eine Konzeption für das naturnahe Außengelände erarbeitet, leitet die Arbeiten handwerklich an und steht dafür ein, dass das individuelle Spielgelände auch den TÜV-Segen bekommt. Sicherheitshalber sind die Baumaßnahmen im Vorfeld auch mit dem städtischen Bauamt abgestimmt worden. »Der Baufortschritt ist super, viel mehr Eltern als geplant sind da, jeder hilft und alle sind unglaublich engagiert. Da tut sich hier deutlich mehr als anderswo«, sagt Pankrath.
Gelände modellieren
Das kann sich am Ende noch ein zweites Mal auszahlen. »Wenn uns Zeit übrig bleibt, investieren wir das in die Schönheit des Projektes, dann können wir vielleicht die Balkenköpfe noch mit Gesichtern beschnitzen«, erklärt der 55-Jährige. Im ersten Bauabschnitt wird das Gelände jetzt modelliert. Kuhlen, unter anderem für den Sandspiel- und den Matschbereich, werden ausgebaggert, die Punktfundamente für die hölzernen Tragkonstruktionen werden gebohrt und schwere Natursteine verlegt. Herauskommen soll ein forderndes und förderndes Spielgelände, an dem nichts gerade ist.
»Alles ein bisschen krumm und schief. Klettern und balancieren müssen und die Geschicklichkeit erproben sind für uns wichtige Aspekte. Nicht alle Kinder werden alle Anlagenteile gleich bespielen können. Manches müssen sie sich erst erarbeiten«, sagt Pankrath.
Er schaut sich im halb fertigen Gewimmel von Steinen, Baumstämmen und Sand um und sagt: »Eigentlich könnten wir hier jetzt schon aufhören, den Kindern reicht das so vollkommen. Den Rest der Baustelle machen wir jetzt mehr für die Eltern.«
Michael Geringhoff
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