Wertheim entdecken: Der Rotgerber und sein Handwerk

Das Haus in der Brückengasse und seine dazugehörige Geschichte (7)

Wertheim
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Geschichtsträchtig: Das Rotgerberhaus in der Wertheimer Brückengasse.
Foto: Birger-Daniel Grein
Alte Handwerkszeichen zieren Wertheimer Altbauten.
Foto: Birger-Daniel Grein
Oh­ne das Hand­werk ist früh­er wie heu­te Vie­les nicht denk­bar. Auch in der Wert­hei­mer Alt­stadt gab es zahl­rei­che Hand­wer­ker. In der 7. Fol­ge un­se­rer Rei­he »Wert­heim ent­de­cken« wer­den wir uns mit dem Rot­ger­ber­haus in der Brü­cken­gas­se und dem Hand­werk des Rot­ger­bers be­schäf­ti­gen.

Das Rotgerberhaus wurde wahrscheinlich zwischen 1510 und 1520 gebaut. Über dem massiven Erdgeschoss befindet sich ein Fachwerkbau mit aufwendigen Streben.

Säurehaltige Brühe

In diesem Haus arbeitete ein Gerber. Dieser Handwerker stellte aus Fellen Leder her. Sie bekamen dazu schwere Tierfelle. Der Handwerker befreite sie von Fleischresten, Fett und Haaren. Die Felle wurden dann in eine säurehaltige Brühe gelegt. Diese stellte man aus Eichen- oder Fichtenrinde her. Die Felle lagen zwischen sechs Monaten und drei Jahren in der Gerbbrühe. Dann wurden sie gespült und getrocknet. Danach konnte man sie weiterverarbeiten. So wurden aus ihnen zum Beispiel Stiefel, Schuhsohlen, Ranzen und vieles mehr gefertigt.

Der Name Rotgerber kommt von der Farbe des fertigen Leders. Durch die Gerbbrühe hatte sich dieses rot bis braun gefärbt. Wenn man am Haus nach oben schaut, sieht man noch die Vorrichtung, an der das Leder zum Trocknen aufgehängt wurde. Gerbereien lagen meist an Flüssen, wie in Wertheim an der Tauber, da für das Gerben große Mengen Wasser benötigt wurden. Das Wasser war sowohl bei der Vorbereitung des Gerbens als auch zum mehrere Stunden langen Spülen nach dem Gerben nötig.

Weitere Handwerksberufe

Neben den Rotgerbern gab es in Wertheim viele weitere Handwerker. Mit ihnen in Verbindung stehen zum Beispiel die kleinen Steinmetzzeichen, die an vielen Häusern in der Altstadt zu sehen sind. Diese Zeichen bestehen aus einfachen Linien, Kreisbögen und Kreisen. Meist wurden sie in den Stein vertieft eingeritzt oder anders eingearbeitet. Mit den Zeichen markierten die Handwerker das Objekt als ihre Arbeit.

Man geht davon aus, dass die Zeichen der Abrechnung der gelieferten Steine dienten.

Um die Steinmetzzeichen zu sehen, muss man nahe an die Häuser herantreten und ganz genau hinschauen.

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