Freudenberger Mainufer zum beliebten Treffpunkt herausgeputzt

Freudenberg entdecken (5): Hochwasserschutz und Neugestaltung des Mainvorlands - Menschen jeden Alters halten sich immer wieder gerne am Mainufer auf

Freudenberg
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Erholung im Grünen: Der neu gestaltete Maingarten in Freudenberg lädt zum Entspannen und Spielen ein. Foto: Birger-Daniel Grein
Foto: Birger-Daniel Grein
Freu­den­berg war im­mer wie­der von star­ken Hoch­was­sern be­trof­fen. Um die Stadt bes­ser zu schüt­zen, ent­stand in meh­re­ren Bau­ab­schnit­ten bis 2010 ein neu­er Hoch­was­ser­schutz am Main. Im Rah­men des­sen wur­de auch das Main­vor­land neu­ge­stal­tet. In der 5. Fol­ge der Rei­he »Freu­den­berg ent­de­cken« stel­len wir die­ses für die Stadt sehr wich­ti­ge Pro­jekt ge­nau­er vor.

Einst waren mehr als 125 Gebäude betroffen, wenn das Wasser des Mains über die Ufer trat und in die Stadt floss. Die historischen Eis- und Flutmauern brachten nur wenig. Nach Ende des Hochwassers blieben Schlamm, Dreck und feuchte Wände. Das Wasser drückte zudem durch Wände, Böden und die Kanalisation. Den höchsten Stand erreichte das Hochwasser im Jahr 1682 mit einem Pegelstand von 10,48 Meter. Wie hoch dies war, sieht man an der grauen großen Säule im Mainvorland in der Nähe des Kindergartens. Dort sind auch viele weitere Hochwassermarken. Außerdem findet man auf der Säule die sogenannten HQ-Marken. Die Abkürzung HQ steht für Hoch und die Abfluss-Kennzahl Q, sie beschreibt die Wassermenge, die in einer bestimmten Zeit durch einen Flussbereich fließt. So bedeutet HQ 200 ein Hochwasser, dass durchschnittlich alle 200 Jahre auftritt. Das heißt natürlich nicht, dass es auch tatsächlich alle 200 Jahre kommt.

Eis-Flutmauer

Wenn man bei der Säule den Treppen nach unten folgt, kommt man zur oberen Eis-Flutmauer. Sie wurde Anfang des 18. Jahrhunderts gebaut und sollte die Stadt vor treibendem Eis schützen sowie die Fließgeschwindigkeit von Hochwasser verringern. Einen wirklichen Schutz vor Überflutungen bot sie nicht.

Auch an weiteren Stellen an der Straße am Main findet man Hochwassermarken. Für die Schaffung des Hochwasserschutzes wurden die Mainstraße und das Mainvorland angehoben.

Dies war möglich, da die hinter der Stadtmauer liegenden Gebäude über dem jetzigen Straßenniveau liegen. Durch diese Maßnahme war ein Schutz gegen siebenjährige Hochwasser (HQ 7) erreicht.

Zusätzlicher Schutz

Für zusätzlichen Schutz sorgen mobile Elemente aus Metall. Diese Spundwandteile werden an Befestigungen entlang der Straße am Main angebracht. Ist der Hochwasserschutz abgebaut, sind die Befestigungen mit quaderförmigen Hüllen verdeckt.

Es gibt viele dieser Hüllen und damit Befestigungspunkte entlang des Mainvorlands. Die Spundwand schützt die Stadt bis zu einem Hochwasser der Größe HQ 100. Bei einem solchen steht der Pegel 6,70 Meter über dem normalen Wasserstand.

Früher fand man im Mainvorland der Turnplatz, auf dem sich die Freudenberger zu Sport und Spiel trafen. Außerdem gab es dort bis Mitte des 20. Jahrhunderts viele Gärten, in denen unter anderem Birnbäume standen.

Am Main wurden einst Korn gedroschen, Wäsche gebleicht sowie Holz und Steine verladen. Früher wie heutzutage hielten sich die Leute auch gerne am Main auf, und die Kinder spielten dort. Mit dem Bau des Hochwasserschutzes wurde auch der Bereich neugestaltet. So entstand der Maingarten, der zum Spielen und Verweilen im Rosengarten einlädt. Vor allem an Sommerabenden und am Wochenende ist hier viel los.

Für Kinder gibt es während des Sommers eine Kiste mit Spielmaterial für Spaß in diesem Bereich. Den Schlüssel für die Kiste gibt es gegen ein Pfand beim dortigen Biergarten. Im Mainvorland findet man auch ein Kneippbecken. Sein Wasser bekommt es von einer Quelle aus dem Wald, die auch den in der Nähe liegenden Brunnen versorgt. Zuvor sei das Wasser ungenutzt in den Main geflossen, heißt es. Das Quellwasser hat eine fast gleichbleibende Wassertemperatur um die 9 Grad Celsius.

Hintergrund: Der Main

Einst überquerten die Menschen mit Fähre oder Schelch den Main in Freudenberg, um ins bayerische Nachbarland zu kommen. 1908 wurde die erste Mainbrücke gebaut. An Karfreitag 1945 wurde sie im Zweiten Weltkrieg gesprengt und 1950 neu gebaut.

Gerne wurde auch im Main geschwommen. Die Kinder wurden früher jedoch vor dem "Mähock" gewarnt. Dieses böse Wesen sollte wohl im Main leben. Man sagt, er ziehe Kinder ins Wasser, um sie zu ertränken.

Inzwischen gibt es am Main neben dem großen Anleger für Touristenschiffe auch kleine Stege für Sportbote. (bdg)

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