Das klösterliche Leben in Bronnbach und die Wirkung der Kräuter

Themenführung: Etwa 30 Kunst- und Naturliebhaber erhalten historischen Einblick in die Geschichte der gesamten Anlage

WERTHEIM-BRONNBACH
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Großér Andrang: Aus Kräutern des Klostergartens haben im Hof des Klosters Bronnbach Pflanzenliebhaber ihre individuellen Kräuterbüschel gebunden. Foto: Elita Schrenker
Foto: Elita Schrenker
Gold­ru­te, Jo­han­nis­kraut, Thy­mi­an, Wil­der Sal­bei, Mal­ve, Klee, Ge­t­rei­de, Rin­gel­blu­me, Bo­retsch, Kö­n­igs­ker­ze, Fuchs­schwanz und und und. Die Lis­te die­ser und ähn­li­cher Kräu­ter lie­ße sich be­lie­big fort­set­zen. Am 15. Au­gust, dem ka­tho­li­schen Fei­er­tag »Ma­ria Him­mel­fahrt« rü­cken die­se Pflan­zen, de­nen man un­ter­schied­lichs­te Heil­wir­kun­gen zu­sch­reibt, in den Fo­kus der Öf­f­ent­lich­keit.

Am Sonntag konnten Naturfreunde an einer Themenführung mit Kräuterbüschelbinden auf dem Gelände des Klosters Bronnbach teilnehmen. Die Klosterkirche feiert am 15. August mit einem Gottesdienst mit Kräuterweihe ihr Patrozinium und das 800-jährige Bestehen der Weihe des Hauptaltars. Das Gotteshaus ist wie viele andere Zisterzienserkirchen Mariä Himmelfahrt geweiht. Die Aufnahme der Gottesmutter Maria in den Himmel »mit Leib und Seele« wurde erst 1950 als Dogma, das heißt als unumstößlicher Glaubenssatz, vom damaligen Papst Pius XII. verkündet.

Torsten Englert vom Museumsverein Erfatal in Hardheim gab im ersten Teil der Führung den etwa 30 Teilnehmenden Hintergrundinformationen zum Lebensalltag der Mönche. Im zweiten Teil konnten sie mit Annemarie Heußlein aus Kräutern des Klostergartens ihre individuellen Kräuterbüschel binden.

Die Anfänge des Klosters gehen laut Überlieferung auf eine Schenkung im Jahr 1151 zurück. Urkundlich erwähnt wird es erstmals 1153. Einfluss und Name von Bernhard von Clairvaux sind eng mit dem Kloster verbunden.

Kein persönlicher Besitz

Im Bernhardsaal erzählte Englert vom Anspruch der Mönche in der Anfangszeit des Klosters, sich in ihrer Lebensführung an die Grundlagen der »Benediktinischen Regel« zu halten: Kein persönlicher Besitz; ein vorbildliches und gottesfürchtiges Leben führen; ein ausgewogenes Verhältnis von Beten und körperlicher Arbeit beachten. Mahlzeiten, die sich im arbeitsreichen Sommer auf zwei, in den Wintermonaten auf eine beschränkten, sollten gemeinsam eingenommen werden. Eines der Deckengemälde im Bernhardsaal lasse deutlich die herausragende Bedeutung der Gottesmutter für das Kloster und die Mönche erkennen. »Die Gottesmutter, die den menschlich gewordenen Erlöser Jesus geboren hat, steht im Mittelpunkt«, so Englert.

Den Heiligen Bernhard von Clairvaux bezeichnete er aus heutiger Sicht als »Netzwerker, Politiker, Diplomat, aber eben auch als Mensch«. In der Klosterkirche ist Clairvaux auf einem Gemälde abgebildet, auf dem er von der Gottesmutter »genährt« wird. 1803 wurde das Kloster aufgelöst und gelangte in den Besitz des Fürstenhauses zu Löwenstein-Werthein-Rosenberg. 1986 kaufte der Landkreis Main-Tauber die Anlage. Seitdem wird sie mit Unterstützung des Landes Baden-Württemberg saniert, um sie der breiten Öffentlichkeit wieder zugänglich machen zu können. Nachdem seit 2000 im Kloster Mitglieder der »Missionare von der Heiligen Familie« leben, wird es als »religiöses Zentrum des unteren Taubertals« bezeichnet.

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