Sparkasse und Volksbank eröffnen erste gemeinsame Zweigstelle in Großrinderfeld

Neues Filialkonzept in der Probephase

Großrinderfeld
2 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Zwei Banken, zwei Automaten, ein Gebäude: Michael Schneider (Volksbank Main-Tauber, links) und Peter Vogel (Sparkasse Tauberfranken) haben am Montag den ersten gemeinsamen Finanzpunkt im Main-Tauber-Kreis in Großrinderfeld eröffnet. Foto: Gunter Fritsch
Foto: Gunter Fritsch
Nicht Volksbank Main-Tauber oder Sparkasse Tauberfranken sondern neutral Finanzpunkt, heißt die neue gemeinsame Filiale der beiden Kreditinstitute in Großrinderfeld, die am Montag, 17. Mai, offiziell eröffnet wurde. Foto: Gunter Fritsch
Foto: Gunter Fritsch
Die Volks­bank Main-Tau­ber und die Spar­kas­se Tau­ber­fran­ken ge­hen bei der Ver­sor­gung der Men­schen in der Re­gi­on mit Geld und Be­ra­tungs­di­enst­leis­tun­gen neue We­ge. Am Mon­tag er­öff­ne­ten die Vor­stän­de bei­der Ban­ken in Großrin­der­feld die ers­te ge­mein­sa­me Fi­lia­le im Main-Tau­ber-Kreis, die kei­nen der bei­den Na­men trägt, son­dern neu­tral Fi­nanz­punkt heißt.

Wie Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Peter Vogel sagte, handele es sich dabei in ganz Baden-Württemberg um den ersten Finanzpunkt dieser Art.

Beide Banken sind damit in Baden-Württemberg Vorreiter für ein Konzept, das gleich mehrere Ziele hat. "Wir befinden uns hier in einer Win-Win-Win-Situation", ist Vogel davon überzeugt, mit dem neuen Filialkonzept für alle Beteiligten gute Lösungen gefunden zu haben. Die Geldinstitute hätten weiterhin das Ziel, mit ihren Filialen in der Fläche präsent zu sein, Finanzdienstleistungen und Beratungen anzubieten. Zugleich sei es im Interesse der Gemeinde Großrinderfeld, vor Ort eine Bankfiliale zu haben, wie auch Großrinderfelds Bürgermeister Johannes Leibold bestätigte.

Immer weniger Filialkunden

Schließlich können beide Banken mit dem gemeinsamen Finanzpunkt auf eine Entwicklung reagieren, die sich im vergangenen Jahr unter Corona-Bedingungen noch verstärkt hat. Immer mehr Menschen verzichten auf den Gang in eine Filiale, um Bargeld abzuheben. Geldgeschäfte, aber auch Beratungsangebote erfolgen zunehmend online, der Filiale gehen schlicht die Kunden aus. In Großrinderfeld, wo es vor dem gemeinsamen Finanzpunkt Filialen beider Banken gab, stellte sich deshalb für beide Kreditinstitute angesichts des notwendigen Sanierungsbedarfs von Gebäuden und Technik die Frage: Bleiben oder gehen?

In der wachsenden Gemeinde Großrinderfeld haben sich beide Banken mit dem neuen Konzept für das Bleiben entschieden. Volksbank-Vorstand Michael Schneider umschreibt das Konzept der neuen Finanzpunkte im Main-Tauber-Kreis, einen zweiten soll es voraussichtlich in einem Jahr in Werbach geben. Neben einer einheitlichen technischen Ausstattung vor Ort von beiden Banken werde es die gleiche personelle Besetzung geben - nämlich jeweils einen Berater oder eine Beraterin plus eine Servicekraft zu den Beratungszeiten des jeweiligen Instituts, erläuterte Schneider.

Geld am Automaten

Dabei werden die Finanzpunkte über keine eigene Kasse verfügen. Der Bargeldverkehr erfolgt ausschließlich über Automaten, die auch über eine Einzahlfunktion verfügen. Dabei gilt: Kunden der Sparkasse können Geld auch am Automaten der Volksbank abheben und umgekehrt. Extra-Gebühren fallen dafür nicht an. Nur beim Einzahlen, so Michael Schneider, müsse der Kunde darauf achten, dass er den Automaten seiner jeweiligen Bank nutze.

Volksbank und Sparkasse werden wechselseitig Nutzer der Filiale Großrinderfeld und später dann auch in Werbach sein. Somit wird es auch keine gemeinsamen Präsenzzeiten geben. Um den Kunden deutlich zu machen, welches Institut an welchem Tag vor Ort ist, gibt es ein Lichtkonzept: Leuchten die Beratungstresen rot, betreibt die Sparkasse den Standort, leuchtet es blau, hat die Volksbank geöffnet. Datenschutz und Vertraulichkeit sollen durch die getrennten Öffnungszeiten und eigene Infrastrukturen gewährleistet werden. "Wir werden uns keine Kunden vor Ort abwerben", versicherte Voba-Vorstand Michael Schneider bei der Öffnung des neuen Finanzpunkts.

Hintergrund: Finanzpunkte

Finanzpunkt nennt sich ein neues Filialkonzept, das die Sparkasse Tauberfranken und die Volksbank Main-Tauber erstmals in Großrinderfeld verwirklicht haben. Dort gab es bislang von jedem Kreditinstitut eine Filiale. Die neutral als Finanzpunkt bezeichnete neue Filiale wird nun nach Umbau und Modernisierung von beiden Banken im Wechsel genutzt.

Die Taunus Sparkasse und die Frankfurter Volksbank waren die Ersten, die das Finanzpunkt-Konzept 2019 mit zu Beginn fünf Standorten realisierten. Anfang 2021 waren bereits alle 26 geplanten Standorte umgebaut.

In Baden-Württemberg sind die Sparkasse Tauberfranken und die Volksbank Main-Tauber die Vorreiter in Sachen Finanzpunkte. Nach dem Standort Großrinderfeld soll Anfang 2022 Werbach dazukommen. Angelegt ist das Konzept vorerst bis Ende 2022. Dann soll überprüft werden, ob die Kunden das neue gemeinsame Konzept annehmen. Sollte das der Fall sein, wovon die Verantwortlichen beider Häuser ausgehen, wolle man es in Zukunft auf weitere Standorte übertragen. (gufi)

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!