»Ein Tropfen ist gleichzeitig Wasser« im Wertheimer Grafschaftsmuseum und Hofgartenschlösschen

Sonderausstellung

Wertheim
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Dieses Sofa bedruckt mit tausenden Portraits und vermittelt dem Sitzenden den Eindruck, mitten in der Menschheit zu sein. Es ist Teil der aktuellen besonderen Ausstellung der Medienkunst im Grafschaftsmuseum und im Schlösschen Hofgarten. Von den besonderen Werken von Künstler Wolf "Nkole" Helzle (Mitte) ist unter anderem Museumsleiterin Stefanie Arz (rechts neben ihm) begeistert. Foto: Birger-Daniel Grein
Foto: Birger-Daniel Grein
Dieses besondere Portrait führt die Menschen im Grafschaftsmuseum zur neuen Sonderausstellung "Ein Tropfen ist gleichzeitig Wasser" . Sie bietet eine völlig neue Wahrehmung von Fotos aus aller Welt. Foto: Birger-Daniel Grein
Foto: Birger-Daniel Grein
Be­ein­dru­cken­de und über­ra­schen­de Fo­to-und Vi­deo­kunst, die ei­nen ein­ma­li­gen Ein­druck ver­spricht, sind ab so­fort im Graf­schafts­mu­se­um Wert­heim und dem Mu­se­um Schlös­schen im Hof­gar­ten zu se­hen. In den Son­der­aus­stel­lun­gen »Ein Trop­fen ist gleich­zei­tig Was­ser« zeigt der Me­di­en­künst­ler Wolf »Nko­le« Helz­le, ein­ma­li­ge Bild­wer­ke zu Ge­mein­schaft und In­di­vi­dua­li­tät. Die Bild­grund­la­gen da­für kom­men aus al­ler Welt.

Die Ausstellungseröffnung am Donnerstag im Modersohn-Saal des Grafschaftsmuseums wurde musikalisch vom Duo Fussissimo mit Weltmusik begleitet. Die Grüße der Stadt Wertheim überbrachte Kathleen Nitschel, Referatsleiterin für den Bereich Kultur, Veranstaltungen und Innenstadt. Sie stellte den Künstler und sein Werk vor. Helzle lebt auf der Schwäbischen Alb. Er habe zunächst Malerei an der Hochschule für bildende Künste Kassel studiert, war dann aber 20 Jahre in der Hard- und Softwareindustrie tätig. Dies führte ihn zur Medienkunst. »Zu unserer aller Freude ist er seit 1996 als freischaffender Medienkünstler tätig«, meinte Nitschel. Henzle stellte in den vergangenen 25 Jahren weltweit aus. Museumsleiterin Stefane Arz berichtete, sie sei durch Infomaterial in einem Museum in Biberach auf Helzle aufmerksam geworden. Seine Fotokunst habe sie begeistert.

Mehrfach verschoben

Es folgten die Kontaktaufnahme und gegenseitige Besuche. Zusammen mit Jörg Paczkowski habe man eine Ausstellung mit dem Medienkünstler für 2019 geplant. Sie musste dann mehrfach verschoben werden. Seit Montag seien Künstler und Museumsteam nun kräftig am Werk gewesen, um die Ausstellungen aufzubauen.

Helzle dankte dem Museumsteam für das Engagement und die freundliche Aufnahme. Dies erlebe er nicht überall so. In einem Podiumsgespräch zwischen Arz und dem Künstler erfuhren die Gäste interessante Hintergrundinformationen zu dessen Arbeiten und Wirken.

Er berichtete, sein Künstlername »Nkole« stamme aus einer der afrikanischen Sprachen und sei ihm von einer Frau dort gegeben worden. Dass er ihn als Künstlername wählte, stehe für seine Wertschätzung für den Kontinent.

Arz verwies auf das besondere Portrait zum Einstieg in die Sonderausstellung im Grafschaftsmuseum. Es zeigt einen Menschen mit geschlossen Augen in großem Format. Es ist ein Hinweis auf das Projekt »close your eyes« des Künstlers. Henzle erklärte, das Bild verweise auch auf die Innerlichkeit des Menschen.

Ausführlich sprachen die beiden auch über das interaktive Projekt, dass der Ausstellung den Namen gibt. Mitten im Raum des Grafschaftsmuseums steht ein Sofa, das mit unzähligen Porträts von Menschen bedruckt ist, dahinter gibt es eine Wand mit vielen weiteren solcher Fotos.

Bitte Platz nehmen

Laut Künstler zeigt das Werk die Verbindung zwischen Individualität und Kollektivem. Die Menschen sind eingeladen, auf dem Sofa Platz zu nehmen. Dabei können sie, so Helzle, erfahren, wie es sich anfühlt, mitten in der Menschheit zu sein. Die Gäste sind zudem eingeladen sich auf dem Sofa zu fotografieren. Die Fotos können ans Grafschaftsmuseum geschickt werden und sollen dann auf einer Pinnwand beim Werk einen Platz finden.

Zu den Höhepunkten der Ausstellungen gehören auch Fotokunst aus dem Projekt »Faces of Humankind«. Dafür hat Helzle weit über 50.000 Menschen in 32 Ländern auf vier Kontinenten fotografiert. Transparentschnitte dieser Fotos werden dünn aufeinandergeschichtet so entsteht das Portrait eines einzelnen Menschen.

Für die gezeigten Bilder wurden Porträts von 2000 Menschen aus 18 Ländern verwendet. Das Besondere daran: Diese entstanden in der Pandemie. Wegen der Einschränkungen kooperierte Helzle dabei mit Fotografen vor Ort. Für die Abstimmung seien lange Chats für die Absprachen nötig gewesen, berichtete er.

Arz beschrieb die Ausstellung als beruhigend. Sie sei gut für eine Auszeit in dieser stressigen Zeit.

Zu sehen ist sie noch bis 20. November im Grafschaftsmuseum und dem Schlösschen Hofgarten. Es wird auch ein Kombiticket angeboten.

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