Bezirkssynod ein Wertheim befasst sich mit Strategieprozess

Versammlung in der Stiftskirche

Wertheim
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Cornelia Weber, Daniel Völker und Florian Hahnfeldt (von links). Foto: Birger-Daniel Grein
Foto: Birger-Daniel Grein
Die Kir­chen ste­hen vor gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen, de­nen die evan­ge­li­sche Lan­des­kir­che Ba­den mit ei­nem St­ra­te­gie­pro­zess be­geg­net. Des­sen Mot­to lau­tet: »Kir­che zu­kunfts­fähig ge­stal­ten«. Haupt­akteu­re des Pro­zes­ses zur Neu­ge­stal­tung sind die Men­schen vor Ort.

So beschäftigte sich die Bezirkssynode des Kirchenbezirks Wertheim am Samstag in der Stiftskirche ausführlich mit dem Strategieprozess.

Die Ausgangslage und der Ablauf des Strategieprozesses wurden nach einem Gottesdienst von Cornelia Weber, Daniel Völker und Florian Hahnfeldt als Vertretern des Oberkirchenrats vorgestellt. Weber ging auf die Ausgangslage ein. Die Kirche stehe vor vielen Herausforderungen. Sie zählte beispielsweise weniger Kirchensteuereinnahmen und Mitgliederschwund auf, genauso wie gesellschaftliche Veränderungen, Relevanzverlust der Kirche für das Leben der Menschen, Vakanzen bei Pfarrstellen und eine Ruhestandswelle bei den kirchlichen Hauptamtlern in den nächsten zehn Jahren. Sie verwies auch darauf, dass es bisher nicht gelungen sei, alle offenen Pfarrstellen im Kirchenbezirk Wertheim zu besetzen. Als weitere Herausforderungen nannte sie die Gebäudesituation und die damit verbundenen Kosten und Themen wie Klimaschutz und Migration.

Gemäß einem Beschluss der Landessynode sollen bis 2032 im Vergleich zu 2020 30 Prozent der Kosten eingespart werden. Die Vertreter der Landeskirche betonten, die Einsparung soll nicht durch generelles Streichen von Angeboten und Ausgaben erfolgen, sondern durch einen Transformationsprozess, der auch unabhängig von den finanziellen Aspekten wichtig sei. Ziele der Transformation sollen sein, so Weber, die frohe Botschaft Jesu Christi und die tätige Nächstenliebe wirkungsvoll in die Gesellschaft zu bringen, den Ressourcenbedarf zu reduzieren und zu prüfen, wo die Kirche und ihre Botschaft gesellschaftlich heute gebraucht wird.

Die Aufstellung eines entsprechenden Transformationskonzepts wird vor Ort erfolgen, die Landeskirche unterstützt beratend. Sie macht aber keine Vorgaben, wie das Konzept aussehen soll. Hahnfeldt erklärte, das Konzept solle sich auf einen Umsetzungszeitraum bis 2032/35 beziehen. Es gehe unter anderem darum, wie man Kirche gesellschaftlich sichtbarer mache, wie man durch Kooperationen Ressourcen stärken könne und wie man auch andere Partner unter anderem aus Bildungswesen und Kommunen einbeziehen könne. Den Konzeptbeschluss soll der Bezirkskirchenrat bis Ende 2023 fassen.

Erklärt wurde, dass bis 2036 in mehreren Stufen die Zahl der Pfarrstellen im Kirchenbezirk Wertheim von aktuell 12,5 Vollzeitäquivalent-Stellen auf neun Stellen reduziert werden soll. Dekanin Wibke Klomp sagte, der Bezirkskirchenrat sei alles andere als erfreut über die notwendigen Einsparungen. Man werde beim Prozess mit jeder Gemeinde des Bezirks ins Gespräch kommen. Aktuell sind 9,5 Vollzeitäquivalent-Stellen im Bezirk besetzt.

Hintergrund: Bezirkssynode des Kirchenbezirks Wertheim

Die Bezirkssynode des Kirchenbezirks Wertheim besteht aus Mitgliedern des gesamten Kirchenbezirks. 20 von ihnen werden vom Ältestenkreis gewählt, sechs vom Bezirkskirchenrat berufen. Hinzu kommen die Pfarrstelleninhaber im Kirchenbezirk, zwei Mitglieder, die die Landessynode gewählt hat, sowie die Schuldekanin. Sie alle sind stimmberechtigt. Weiterhin gehören der Synode beratende Mitglieder und Gäste ohne Stimmrecht an. Die Synode tagt zweimal jährlich (Frühjahr und Herbst). An den Zusammenkünften nehmen durchschnittlich über 50 Personen teil. Die Aufgaben der Bezirkssynode sind neben Wahlen und Stellungnahmen unter anderem: Beratung und Beschluss des Haushaltsplans für den Kirchenbezirk; Sorge dafür tragen, dass Gottesdienst, Unterricht und Ordnung dem Auftrag der Kirche gerecht werden; Förderung der Diakonie, Erwachsenenbildung, Berufs- und Sozialarbeit, Kinder- und Jugendarbeit; Presse- und Öffentlichkeitsarbeit; Beratung von Vorlagen des Oberkirchenrats und der Landessynode. ()

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