Beinahe alle Jahre wieder: Hochwasser in Wertheim

Wertheim entdecken: Besonders viele Hochwassermarken am Kittsteintor direkt an der Tauber - Verein Bürgergemeinschaft Hochwasser (3)

Wertheim
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Das Wertheimer Messbrückle lässt sich bei Hochwasser nach oben fahren, damit es nicht beschädigt wird. Foto: Birger-Daniel Grein
Foto: Birger-Daniel Grein
Im drit­ten Teil un­se­rer Rei­he »Wert­heim ent­de­cken« be­schäf­ti­gen wir uns mit dem Hoch­was­ser, das Wert­heim im­mer wie­der trifft. Der Aus­spruch »die Brüh kümmt« ist auch heu­te noch zu hö­ren.

Die Altstadt ist stark von Hochwässern betroffen, da sie an zwei Flüssen liegt. Bei ihr mündet die Tauber in den Main. Kommt es zum Beispiel zu Schneeschmelzen sowie starkem oder langanhaltendem Regen, steigt der Wasserstand der beiden Flüsse an. Diese Stände nennt man Pegel. Reicht der Platz im Flussbett nicht mehr aus, um das Wasser aufzunehmen, tritt es über die Ufer.

Große Hochwasser gab es in Wertheim schon viele. Davon berichten die Hochwassermarken, die man an vielen Häusern in der Altstadt findet. Kinder und Erwachsene können an ihnen einmal schauen, wie weit ihnen das Wasser gegangen wäre. Besonders viele Hochwassermarken findet man am Kittsteintor direkt an der Tauber. Die höchste Marke stammt aus dem Jahr 1784.

Am 27. und 28. Februar 1784 erlebte Wertheim das bisher höchste Hochwasser. Nach langem Frost hatte am 24. Februar die Schneeschmelze eingesetzt, zwei Tage später begann es zu regnen. Der Pegel des Mains erreichte damals einen Stand von 8,50 Meter. Das Hochwasser zerstörte vieles. So wurde beispielsweise die damalige Tauberbrücke zerstört. Ein weiteres großes Hochwasser erlebte Wertheim am 7. und 8. Februar 1909. In der Zeit zuvor hatte es stark geschneit. Es waren sogar Leute von außerhalb gekommen, um in der Stadt zu rodeln, heißt es aus Berichten aus jener Zeit.

Am 4. Februar begann das Tauwetter. Nur drei Tage später war was Wasser zwei bis drei Meter hoch in den Straßen gestanden. Der Mainpegel erreichte sieben Meter.

Zum Vergleich: Der Pegelstand liegt heute bei normalem Wasserstand bei etwa 1,36 Meter. Auch in der heutigen Zeit gibt es in der Altstadt Hochwasser.

Mit dem Boot unterwegs

Ein großes gab es zum Beispiel vom 11. bis 19. Januar 2011. Man konnte sich damals in einigen Gassen nur noch mit dem Boot bewegen. Der Mainpegel stand damals bei 5,95 Metern. Zusätzlich gibt es in vielen Jahren kleinere Hochwasser, die die Parklätze an Main und Tauber überfluten, aber nicht in die Altstadt fließen. Auch in diesem Januar gab es ein solches kleines Hochwasser.

Die Wertheimer haben sich auf das Hochwasser eingestellt und sind vorbereitet. Dennoch verursacht es immer wieder größere Schäden. Ein Hochwasserkrisenstab aus verschiedenen Organisationen sorgt für die rechtzeitige Warnung der Einwohner und Geschäftsinhaber. So können diese Vorsorge treffen, zum Beispiel durch Sandsäcke und durch Ausräumen der gefährdeten Räume. Der Krisenstab organisiert auch Unterstützung und Hilfsmaßnahmen während eines Hochwassers. Die Hilfs- und Rettungsorganisationen stellen den Bootsverkehr und die Versorgung der Bürger sicher.

Unterstützt werden sie dabei vom Verein Bürgergemeinschaft Hochwasser. Bei Hochwasser werden in der Stadt zudem Stege gebaut, damit man trockenen Fußes von A nach B kommt. Eine Besonderheit hat das Wertheimer »Messbrückle« über die Tauber. Es musste früher bei Hochwasser immer wieder abgebaut werden, damit es nicht beschädigt wird. 2006 entschied man sich dafür, eine moderne Brücke zu bauen. Diese kann bei Hochwasser angehoben werden. Normalerweise befindet sie sich auf 1,10 Meter Höhe. Sie kann um 5,40 Meter angehoben werden, so dass ihr das Hochwasser nichts anhaben kann. Benutzt werden kann sie dort oben natürlich nicht. Am Gebäude hinter der Brücke auf Seiten der Altstadt findet man Informationen über die Brücke.

Hintergrund: Hochwasser in Wertheim

Über den aktuellen Wasserstand (Pegel) von Main und Tauber informieren die Hochwasser-Vorhersage-Zentrale Baden-Württemberg und der Hochwassernachrichtendienst Bayern auf ihren Internetseiten.

Die Links zu den Seiten findet man bei der Feuerwehr Wertheim unter www.feuerwehr-wertheim.de Kategorie Tipps - Hochwasser. Auf dieser Seite gibt es auch Informationen zum Hochwasserkrisenstab sowie Verhaltenshinweise in der aktuellen Pegelsituation Situation.

Im Grafschaftsmuseum Wertheim gibt es eine Mitmachausstellung zum Thema Hochwasser und Hochwasserschutz. Diese wurde mit Kindern der Forschergruppe der Forscherkids Wertheim entwickelt. In ihr lernt man unter anderem die Geräte kennen, die bei Hochwasser zum Einsatz kommen, erfährt etwas über den Krisenstab und kann selbst ausprobieren, Sandsäcke zu tragen.

Im Video »Was passiert in Wertheim im Hochwasserfall? - Eine Wissenssendung für Kinder« der Forscherkids Wertheim von 2018 besuchen die Mitglieder der Forschergruppe die Feuerwache Wertheim und geben Einblicke in die Maßnahmen, die bei Hochwassergefahr und im Hochwasserfall getroffen werden. Das Video ist auf dem YouTube-Kanal »Forscherkids Wertheim« zu finden. (bdg)

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