Baumhäuser, Babbelphon und Buddelparadies

Umgestaltung: Dertinger Kindergarten bekommt ein neues Außenspielgelände - 600 Arbeitsstunden veranschlagt

Wertheim
3 Min.

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Hier toben die Dertinger Kindergartenkinder noch im »alten« Außengelände. Bis zum nächsten Frühjahr soll alles anders aussehen.
Foto: Michael Geringhoff
Die Kin­der­ta­ges­stät­te Der­tin­gen macht sich auf neue, na­tur­na­he We­ge: dort ist nicht nur ein neu­es Au­ßen­spiel­ge­län­de ge­plant, son­dern die Kon­zep­ti­on sieht ein gänz­lich an­de­res und neu­es Gar­ten­pro­jekt vor. Das lebt auch da­von, dass al­le mit an­pa­cken. Noch längst ist nicht al­les in tro­cke­nen Tüchern, aber der Er­öff­nungs­ter­min für das neue Au­ßen­ge­län­de im Früh­jahr 2015 steht.
»Unser derzeitiges Spielgelände ist 45 Jahre alt und die Spielgeräte sind es zum Teil auch«, sagt die Kita-Leiterin Birgit Westenmeier. Das Gelände muss saniert werden, vor allem aber passt es auch nicht mehr zur gewandelten Konzeption des Kindergartens, der sich immer weiter hin zur Natur wendet. »Wir wollen, dass unsere Kinder viel draußen in der Natur sind und viel frische Luft bekommen. Das Draußen ist wichtig, wir haben auch Waldtage und Waldwochen«, erklärt Yvonne Hofmann.
Die 30-Jährige ist die Kindergartenbeauftragte der evangelischen Kirchengemeinde. Die Idee stammt vom Kindergartenteam, zentraler Punkt ist es, das neue Gelände mit den Kindern zusammen zu entwickeln. Mitbauen dürfen die Kinder auch, »wir haben da zum Beispiel schon miteinander Holz entrindet«, sagt Hofmann. Was die Kinder wollen, war schnell klar: Baumhäuser, Höhlen, Kletterlandschaften, Wasser und Matsch. »Sollen sie kriegen«, sagt Westenmeier.
Die 58-Jährige hat sich mit ihren Mitarbeitern verschiedene Spielgelände angeschaut, ist dann beim Ludwigsburger Verein Naturspur fündig geworden. »Mit denen zusammen und natürlich den Eltern haben wir ein komplettes Konzept erstellt, der Verein hilft auch bei der Umsetzung.«
Verein kümmert sich um Abnahme
Am Ende steht der Verein sogar dafür gerade, dass das neue Außengelände den TÜV-Segen bekommt. Das ist nicht ganz leicht, denn von der Stange wird an diesem Spielgelände rein gar nichts sein. »Wir werden zum Beispiel Baumhäuser in verschiedenen Höhen haben«, sagt die Leiterin. Die Zugänge werden unterschiedlich schwierig sein, sodass Kinder der unterschiedlichen Altersstufen auch nur altersgemäße Risiken eingehen können. Auf diesen besonderen »Sicherheitsaspekt« ist das ganze Gelände ausgelegt. »Wir haben hier schließlich Kinder zwischen dem Krabbelalter und dem Schulanfang. Sandkiste ist out, statt dessen gibt es einen umfangreichen Sandspielbereich und auch Wasser zum Matschen.
»Das Wasser kommt dabei aus einem Fass. Die Kinder sollen sehen, dass die Ressource endlich ist. Wenn das Fass leer ist, dann ist Schluss«, erklärt Westenmeier den pädagogischen Ansatz dieser Station. Der schon bestehende Bauwagen erhält seinen Werkbereich, da können dann auch Hölzer bearbeitet werden, sowieso soll manches durchaus bleiben. »Das ist wichtiger Teil des Konzeptes. Das Projekt arbeitet mit unseren Ideen und dem vorhandenen Material«, sagt Westenmeier. Es werde kein Spielpark vom Reisbrett sein, vor allem wird nichts genau gerade sein. »Alles, wie die Natur es hergibt.«
Dazu gehört ein Klanggarten, eine ziemliche Sensation dürfte das Babbelphon werden. Zwei hohle Baumstämme sind durch eine lange, unterirdische Rohrleitung verbunden. Man kann am einen Ende hören, was am anderen hineingesprochen wird.
Eifrige Spender
Mit dem Verein sind alle Kinder- und Erwachsenenideen zusammengefasst worden, jetzt liegt ein konkreter Arbeitsplan vor, der den Aufbau des künftigen Außengeländes Schritt für Schritt vorgibt. 600 Arbeitsstunden sind veranschlagt. Sie verteilen sich auf die Erzieher und Eltern, »wir hoffen aber auch auf andere Helfer aus dem Dorf«, sagt Yvonne Hofmann. Alles zusammengenommen kann man es in 20 Bau- und Projekttagen schaffen.
Was der Kindergarten auch benötigt, ist Geld, laut Plan 58 000 Euro, »jegliche Eigenleistung und Spende hilft da natürlich«, sagt Westenmeier. 5000 Euro sind zum Beispiel allein für Baggerarbeiten veranschlagt. »Es gibt ein Bauunternehmen in Dertingen, wir hoffen ein klein bisschen darauf.« Ohnedies hat sie schon einige Zusagen, dennoch werden die bislang gesammelten 25 000 Euro nicht ausreichen. Diese stammen aus Elterninitiativen und Spenden.
»Es ist schön, wir bekommen sogar Spenden von Leuten, mit denen wir sonst eigentlich nichts zu tun haben«, freut sich die Leiterin. Sollte der Kindergarten nicht alles Geld zusammenbekommen, sei das kein Beinbruch. »Wir bauen auf jeden Fall«, betont Westenmeier. Notfalls müssen Eltern und Kinder zunächst auf einige Module verzichten, die dann sukzessive angebaut werden können. »Viel schöner wäre natürlich, wir bekämen es gleich fertig. Wenn alle mit anpacken, klappt das auch, vorausgesetzt, es melden sich noch ein paar Unterstützer und Spender.« Michael Geringhoff
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